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Dax nach drei schwachen Tagen mit Gewinn

Frankfurt (dpa) - Nach drei Verlusttagen hat der Dax wieder zugelegt. Neben der letztlich positiv interpretierten Bonitätsabstufung Spaniens durch Standard & Poor's stützten gute Wochendaten vom US-Arbeitsmarkt.

Zudem begrüßten Börsianer eine möglicherweise erst spätere Einführung der geplanten Basel-Richtlinien für die Bankenbranche. Der deutsche Leitindex schloss zwar etwas unter seinem Tageshoch, brachte aber ein Plus von 1,06 Prozent auf 7281,70 Punkte ins Ziel. Die bisherige Wochenbilanz ist jedoch weiter negativ. Der MDax, der schon vortags von deutlichen Kursgewinnen bei EADS und MAN profitiert hatte, legte am Donnerstag um weitere 0,75 Prozent zu auf 11 328,42 Punkte. Für den TecDax ging es indes nur um 0,13 Prozent hoch auf 810,45 Punkte.

"Die Abstufung der Bonität Spaniens durch Standard & Poor's (S&P) nährt die Hoffnung, dass die Regierung endlich offiziell bei der EZB um Hilfe bittet", sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Als weitere Stütze machte er eine ordentliche Nachfrage bei einer Auktion italienischer Staatsanleihen aus. Andere Marktteilnehmer hatten zuvor auch Nachrichten aus dem spanischen Bankensektor positiv gewertet: Erstmals seit einem Jahr hatte sich im September die Abhängigkeit dortiger Finanzinstitute von der Europäischen Zentralbank (EZB) verringert.

"Ordentliche Konjunkturdaten vom US-Arbeitsmarkt"

Derweil verwies Marktanalyst Johannes Bollongino vom Broker IG auf "ordentliche Konjunkturdaten vom US-Arbeitsmarkt". Dieser scheine neben dem Immobilienmarkt "weiter Schritte in die richtige Richtung zu machen". Durch den starken Rückgang lagen die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe auf dem tiefsten Stand seit Februar 2008.

Stratege Robert Halver von der Baader Bank begrüßte derweil, dass sich die Europäische Union laut Kreisen für eine Verschiebung der strengeren "Basel III"-Regelungen für das Eigenkapital von Banken ausspricht. "Die damit verbundenen Eigenkapitalvorschriften sind für viele Banken in der jetzt schwierigen Zeit nicht zu stemmen", betonte der Experte.

Banken profitieren von möglicher Basel-II-Verschiebung

Vor allem die Bankentitel profitierten von den Nachrichten zu Basel III: Deutsche Bank gewannen an der Dax-Spitze 3,63 Prozent, und für die Commerzbank-Papiere ging es um 2,70 Prozent hoch. Besonders erholt präsentierten sich die Aktien des Dax-Neulings Lanxess mit plus 2,91 Prozent, wozu auch eine positive Analystenstudie beitrug. Erstmals nach sieben Verlusttagen hatten die Aktionäre des Spezialchemiekonzerns damit wieder Grund zur Freude.

Dagegen ging es für die Siemens-Titel nach skeptischen Aussagen der Geschäftsführung zu den eigenen Zielen um 1,28 Prozent bergab. Der Elektrokonzern bleibe im jüngst abgelaufenen Geschäftsjahr wohl hinter den eigenen Erwartungen zurück, hieß es vom Vorstand. Er will mit einem zwei Jahre laufenden Sparprogramm Kosten senken und verloren gegangenen Boden zur Konkurrenz gut machen.

optimistische Stimmung treibt ProSieben an

Im MDax kletterten die Aktien von ProSiebenSat.1 um 3,33 Prozent. Händler sprachen von einer optimistischen Stimmung nach der Investorenveranstaltung des Fernsehkonzerns am Vortag. Vor allem gebe es nach Berichten über mehrere Interessenten wieder verstärkte Hoffnungen auf einen erfolgreichen Verkauf der Fernsehsender in Skandinavien. Dazu kamen einige positive Analystenkommentare. Die Fraport-Titel zogen nach den Verkehrszahlen des Flughafenbetreibers um 0,52 Prozent an. Trotz des Streiks bei der Lufthansa wurde im September ein neuer Passagierrekord erreicht. Bei EADS kam es derweil trotz Kaufempfehlungen nach der gescheiterten Fusion mit BAE Systems zu Gewinnmitnahmen, die das Papier mit 0,79 Prozent ins Minus drückten.

Der EuroStoxx 50 schloss 1,24 Prozent höher bei 2487,08 Punkten. Für die nationalen Indizes in Paris und London ging es ebenfalls deutlich bergauf. In New York notierte der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss moderat im Plus.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,20 Prozent am Vortag auf 1,18 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,17 Prozent auf 134,32 Punkte. Der Bund Future verlor 0,20 Prozent auf 141,20 Punkte. Der Kurs des Euro stieg indes auf 1,2929 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2918 (Mittwoch: 1,2889) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,7741 (0,7759) Euro gekostet.

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