Schwäbische.de Schwäbische.de
Gewitter 22
Ravensburg
Wirtschaft

Auch Schweizer Alno-Tochter in Schwierigkeiten

Nach Insolvenz des Hauptkonzerns stellt nun die Bruno Piatti AG Antrag auf provisorische Nachlassstundung
Flaggen vor der Alno-Zentrale in Pfullendorf: Auch die Schweizer Tochter des Küchenherstellers ist in Schwierigkeiten.
Flaggen vor der Alno-Zentrale in Pfullendorf: Auch die Schweizer Tochter des Küchenherstellers ist in Schwierigkeiten.
Sebastian Korinth

Pfullendorf sz Die Turbulenzen des Alno-Mutterkonzerns greifen nun auch auf die Geschäfte der Schweizer Tochter über. Wie der Pfullendorfer Küchenhersteller jetzt mitteilte, hat die Schweizer Tochter, die Bruno Piatti AG, „Antrag auf provisorische Nachlassstundung“ beim Bezirksgericht in Bülach (Kanton Zürich) gestellt. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung wolle die eingeleitete Sanierung fortsetzen, heißt es in der Pressemitteilung. Bei der Nachlassstundung handelt es sich um eine Schweizer Form eines Nachlassverfahrens. Mit Gläubigern könne so ein Nachlassvertrag ausgehandelt werden, um die Existenz einer Gesellschaft vorläufig zu sichern.

Während des Nachlassverfahrens sind weder Konkurs noch Betreibung auf Pfändung möglich. Das Nachlassgericht muss darüber entscheiden, ob die Stundung gewährt wird. Im anschließend ausgehandelten Nachlassvertrag können Gläubiger dem Schuldner entgegenkommen. „Der Antrag wird geprüft“, sagte eine Piatti-Sprecherin auf Nachfrage. Eine Entscheidung werde Ende der kommenden Woche erwartet. Ein Sprecher des Alno-Hauptkonzerns war nicht zu erreichen.

Altlasten zwingen zum Antrag

Bereits vor wenigen Tagen hatten Alno, die Töchter Wellmann und Pino sowie die Logistik-Sparte Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Diesen Weg will auch die auf teure Küchen spezialisierte Bruno Piatti gehen: Altlasten und der damit verbundene Liquiditätsbedarf habe den Verwaltungsrat dazu gezwungen. Man wolle Piatti „profitabel“ fortführen und die „starke Marktposition“ sichern.

Weltweit sind 1900 Mitarbeiter bei Alno angestellt. Auch die Zukunft von anderen Beteiligten steht auf der Kippe. Der Geschäftspartner Alno Küchenwelten Reimers mit Hauptsitz in Bonn habe vorsorglich beim Amtsgericht Bonn einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren gestellt, teilten die Anwälte des Unternehmens mit. Ziel sei es, die Firma zu sanieren und künftig unabhängiger vom Hersteller Alno zu werden. Lieferschwierigkeiten von Alno hätten zu einem Liquiditätsengpass geführt.

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/wirtschaft/aktuelle-nachrichten_artikel,-Auch-Schweizer-Alno-Tochter-in-Schwierigkeiten-_arid,10710685.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.