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Wirtschaft

Alno-Vorstand bittet um Unterstützung

Insolvenz des Küchenbauers belastet operatives Geschäft – Ex-Finanzchefin mischt im Gläubigerkreis mit

Die ehemalige Alno-Finanzchefin Ipek Demirtas.
Die ehemalige Alno-Finanzchefin Ipek Demirtas.
dpa

Ravensburg sz Die Insolvenz des Küchenbauers Alno aus Pfullendorf macht dem operativen Geschäft des Unternehmens zunehmend zu schaffen. Das geht aus einer aktuellen Stellungnahme des Alno-Vorstands hervor. „Die Alno AG und deren Tochtergesellschaften setzen derzeit alles daran, das verlorene Vertrauen der Lieferanten und Kunden wiederzugewinnen“, hieß es in dem Schreiben vom Sonntag. Zudem bittet der Vorstand alle Gläubiger darum, „die Alno AG und ihre Tochtergesellschaften in dieser schwierigen Lage zu unterstützen“.

Dem Vernehmen nach fällt Alno bei seinen Kunden aber auch wegen Qualitätsproblemen zunehmend in Ungnade. In einem Bericht des Wirtschaftsmagazins „Blick“ bemängelte jüngst der Präsident der Schweizer Alno-Tochter Bruno Piatti, Serkan Tavasli, die „unbefriedigende Qualität der Alno-Lieferungen“. „Das belastet das Geschäft“, sagte Tavasli. Alno produziert seit 2015 die Küchen für Piatti.

Darüber hinaus äußerte sich der Alno-Vorstand zu den Personalien, die im Zuge des Insolvenzantrags in Eigenverwaltung vom Amtsgericht Hechingen getroffen wurden. Als vorläufiger Sachwalter des Verfahrens wurde der Sanierungsexperte Martin Hörmann von der Kanzlei Anchor eingesetzt. Der per Gegenantrag vorgeschlagene Insolvenzexperte Detlef Specovius von der Sozietät Schultze & Braun konnte nach Auffassung des Alno-Vorstands dagegen nicht bestellt werden, da Schultze & Braun Alno in den letzten Jahren immer wieder beraten hat.

Auch im Hinblick auf die in das Insolvenzverfahren einbezogene Tochter Pino Küchen GmbH teilte der Alno-Vorstand Neues mit: Demnach soll die ehemalige Alno-Finanzchefin Ipek Demirtas Großaktionärin der Liechtensteiner Gesellschaft sein, die die Verhandlungen mit den Pino-Gläubigern mit hat platzen lassen. Demirtas soll 33 Prozent der Aktien der Gesellschaft halten und im März 2017 Forderungen von Pino-Lieferanten aufgekauft haben. Demirtas wurde vom neuen Alno-Großaktionär Tahoe, hinter dem die bosnische Unternehmerfamilie Hastor steht, im Dezember 2016 als Finanzchefin abberufen und im März 2017 fristlos gekündigt.

Wie der Alno-Vorstand weiter mitteilte, hätten bei der ersten Sitzung der Gläubigerausschüsse in den Insolvenzverfahren der Alno AG und deren beiden Töchtern Gustav Wellmann sowie Alno Logistik & Service am vergangenen Donnerstag alle Parteien „die Fortsetzung des Insolvenzantragsverfahrens in Eigenverwaltung einstimmig befürwortet“. Alno hatte am 12. Juli einen Insolvenzantrag gestellt und will sich in Eigenregie sanieren.

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