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Der Gründerpreis der Schwäbischen

„Diese Vielfalt an Branchen bereichert ein Land“

„Diese Vielfalt an Branchen bereichert ein Land“
„Diese Vielfalt an Branchen bereichert ein Land“

LEUTKIRCH / sz Am Donnerstag wird erstmals der „Gründerpreis der Schwäbischen“ verliehen. Mit der Auszeichnung möchte die „Schwäbische Zeitung“ auf der einen Seite herausragende Existenzgründer ehren, auf der anderen Seite potenziellen Jungunternehmern Mut machen, mit guten Ideen ebenfalls den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen.

Von Burkhard Riering   und Thomas Hagenbucher

Die Resonanz war mehr als beeindruckend. 42 junge Unternehmen sind in den vergangenen Monaten beim „Gründerpreis der Schwäbischen“ ins Rennen gegangen. Es ist ein Beweis dafür, dass sich in der Region etwas tut: Existenzgründer nehmen sich auch in konjunkturell schwierigen Jahren ein Herz, um sich mit einer Idee, einem Produkt, einem Konzept selbstständig zu machen. „Die Baden-Württemberger beweisen in Krisenzeiten immer Mut. Wir haben unter den Bewerbern viele innovative Unternehmen gesehen, die gleichzeitig -- typisch für die Region -- grundsolide agieren“, sagt Tanja Gönner, Ministerin für Umwelt und Verkehr des Landes Baden-Württemberg und Jurorin des Gründerpreises.

Die siebenköpfige Jury der neuen Wirtschaftsauszeichnung, initiiert von der „Schwäbischen Zeitung“, hat es sich dementsprechend nicht leicht gemacht, aus den vielen Einsendungen die Besten der Besten herauszufinden. Zum Schluss aber waren sich die Juroren einig, wer aufs Siegertreppchen gehört. Am Donnerstag Abend werden die erfolgreichsten Jungunternehmer aus dem SZ-Land im Dornier Museum in Friedrichshafen im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung mit Gästen aus Politik und Wirtschaft gekürt -- und daher jetzt noch nicht verraten.

Region ist breit aufgestellt

„Es hat sich in diesem Wettbewerb vor allem gezeigt, welche Vielfalt an Branchen die Region zu bieten hat“, sagt Juror Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender des Tuttlinger Medizintechnik-Unternehmens Aesculap. Diese Vielfalt bereichere ein Land. Neben klassischen Traditionsbranchen wie dem Maschinenbau und der Automobilindustrie hatten sich auch Firmen etwa aus den Bereichen Gesundheit, Hochtechnologie oder Kommunikationsdienstleistungen beworben -- bis hin zum italienischen Spezialitätengeschäft. „Wir sind hier in der Region breiter aufgestellt, als viele glauben“, sagt Ministerin Gönner im Anschluss an die Jury-Sitzung in Leutkirch.

Den Juror und Ravensburger Pharma-Unternehmer Udo J. Vetter interessierte beim Sichten der Bewerbungen vor allem, mit welchen Innovationen sich die „Start-ups“ aus dem Südwesten jeweils selbstständig gemacht haben. Vetters Erkenntnis: „Es sind nicht immer gleich bahnbrechende Innovationen, die bestechen, sondern oft auch Erweiterungen und Verbesserungen von bestehenden Produkten, die sich am Markt durchsetzen.“ Man müsse also nicht immer gleich das Rad neu erfinden, um Erfolg zu haben.

Gutes Wachstum sei diesen neuen Marktteilnehmern beschieden, wie Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben, bestätigt: „Insbesondere in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten gab es viele Existenzgründungen mit beeindruckenden Umsatzsteigerungen“, hat Jany bemerkt. Es sind Unternehmen, die gute Zukunftsperspektiven in ihrer Marktlücke vorweisen konnten.

Das will das Medienhaus Schwäbische Verlag mit der Auszeichnung zeigen: dass es erstaunliche Neugründungen im SZ-Land gibt, die sonst nicht im Rampenlicht stehen. Und: dass hier Unternehmen entstehen, die schon in jungen Jahren eine exzellente, langfristige Perspektive haben. „Die Menschen hier beweisen Courage zur Selbstständigkeit und zur Veränderung -- und das nicht nur in Aufschwungsphasen, sondern auch wie jetzt in schwierigen Zeiten“, sagt Verlagsgeschäftsführer Kurt Sabathil.

Hier werden Jobs geschaffen

Krisen bedeuten immer auch Umbruch und Neuanfang, immer sind junge -- aber auch durchaus ältere -- Menschen bereit, den Weg der unternehmerischen Freiheit zu gehen. In zwei Jahren, so lauten heute die glaubhaften Voraussagen der Wirtschaftsexperten, ist die Wirtschaftsflaute beendet, der Motor in Industrie und Handel wieder angesprungen. Und spätestens dann benötigt unsere Region solche Unternehmen, die weitere Arbeitsplätze schaffen. Allein die 42 Bewerber des Gründerpreises haben schon jetzt rund 300 Jobs in der Region geschaffen -- ihre Tendenz ist stark steigend.

Es ist keine Frage: Die neu aufkommenden Unternehmen tragen mit ihrer Wertschöpfung zu einem starken Stück Schwaben bei. Das sind die Existenzgründer 2010.

(Erschienen: 08.06.2010 22:40)

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