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Mann mit Unterhose: Robben führt Bayern nach oben

Arjen Robben treibt die Bayern nach vorn.
Arjen Robben treibt die Bayern nach vorn.

München / dpa Als Genie in kurzen Hosen kannten Arjen Robben viele. Dass der Mittelfeldstar des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München aber in langen Hosen sogar noch einen draufzusetzen vermag, das war neu.

Der Rückrunden-Auftakt in der Fußball-Bundesliga glich einer einzigen Jubelarie des 26 Jahre alten Niederländers, die am Samstag beim VfL Wolfsburg ihre Fortsetzung finden soll. Stark wie nie zuvor in seiner fünfmonatigen Münchner Zeit verzauberte Robben sich und das Publikum, und testete nebenbei noch modische Grenzen aus: Seine lange Unterhose brachte ihm Hohn und Spott ein, nun gar ein drohendes Verbot durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Unter dem bajuwarischem Rot hatte sich Robben sein weiß-graues Wollutensil angezogen. Ursprünglich sollte die Hose nur seine Muskeln in der deutschen Kälte warmhalten, aber sie tat noch viel mehr: Das neue Beinkleid brachte dem von Verletzungen geplagten Flügelflitzer sogar das Glück zurück. Angeführt von Robben kamen die Bayern zu drei überzeugenden Siegen in den ersten drei Bundesliga-Begegnungen. Robben überzeugte durch Spritzigkeit, Übersicht, unnachahmliche Tempodribblings, Schussgewalt — und Torinstinkt. Zweimal traf er in den gegnerischen Kasten, einmal lief er seinem Trainer Louis van Gaal jubelnd in die Arme, einmal sprang er ihn voller Freude um.

„Wenn bei uns Robben über rechts kommt und Franck Ribéry über links, dann gibt es nichts Besseres auf der Welt“, sagt Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger. Doch während der Franzose nach langer Verletzungspause noch mit der Reservebank vorlieb nehmen muss, scheint Robben endlich Fuß gefasst zu haben an der Säbener Straße. „Ich bin unheimlich froh, dass ich nun meinen Rhythmus gefunden habe. Mittlerweile sind wir auch zu einer sehr guten Mannschaft zusammengewachsen“, frohlockt Robben.

Das war am Anfang schwieriger, als er Ende August von Real Madrid nach München wechselte, sich schnell am Knie verletzte und von außen mitansehen musste, wie sein Landsmann und Coach van Gaal nach reihenweise schwachen Vorstellungen der Bayern kurz vor dem Rauswurf stand. „Louis van Gaal hat nun einmal einen ganz eigenen Stil. Er ist ein besonderer Trainer, einer der Besten der Welt. Aber: Man hat auch bei seinen anderen Stationen gesehen, dass es ein wenig dauert, bis sein System greift und der Erfolg kommt“, sagt Robben.

Sein Trainer, der jene Phase überstand und seine Position nun auch dank Robben erheblich gestärkt hat, sieht sogar noch weiteres Potenzial: „Er hat sich in den letzten zwei Monaten gesteigert, aber Arjen kann noch besser werden“, sagt van Gaal. Und das bald womöglich ohne die weiß-graue Glückshose. „Ich fühle mich sehr wohl in ihr“, sagt Robben zwar — und wird sie doch ausziehen müssen: Denn der DFB duldet nur einheitlich gefärbte Kleidung, das gilt auch für lange Unterhosen. So dürfte Robbens graues Beinkleid in den Schrank wandern und durch eine rote ersetzt werden. Aber bald ist ja sowieso Frühling.

(Erschienen: 05.02.2010 11:00)

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