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Mainz-Profi Bancé: Rassismus-Vorwürfe gegen Franz

Eintracht Frankfurt - 1. FSV Mainz 05
Eintracht Frankfurt - 1. FSV Mainz 05

Frankfurt/Main / dpa Einen Tag nach der Dauerfehde auf dem Platz hat Angreifer Aristide Bancé vom FSV Mainz 05 seinen Frankfurter Gegenspieler Maik Franz mit Rassismus-Vorwürfen überhäuft.

"Er hat mich das ganze Spiel über provoziert, hat mich übelst beschimpft, meinen Vater, meine Mutter beleidigt. Er hat mich als "dreckigen Neger" bezeichnet", sagte der Profi aus Burkina Faso in der SWR- Fernsehsendung "Flutlicht". Eintracht-Abwehrspieler Franz, der mit Bancé beim 2:0 in der Bundesliga-Partie aneinandergeraten war, wehrte sich vehement. "Ich weise das ganz klar von mir. Das entspricht nicht meinen ethischen und moralischen Vorstellungen", sagte der Ex-Karlsruher nach Vereinsangaben.

Nach dem Abpfiff in der Commerzbank Arena hatte Franz die Siegerfaust geballt, Bancé reckte frustriert den Mittelfinger in die Höhe: Nach einem emotionsgeladenen Rhein-Main-Derby hatte der Frankfurter zunächst Grund zur Freude. Dem Mainzer Stürmer droht nach seinem Aussetzer hingegen ein Nachspiel durch den DFB- Kontrollausschuss. "Ich habe überhaupt keine Angst vor einer Strafe, weil ich nichts gemacht habe. Er war es, der etwas Schlimmes getan hat", sagte Bancé. Franz wiederum "findet es nicht gut, dass Aristide Bancé nun so etwas erzählt".

"Das war ein geiles Spiel", fasste Franz das 2:0 (1:0) seiner Frankfurter Eintracht gegen den aufstrebenden Nachbarn zusammen. Wann immer es in den spielerisch armen, stets aber temperamentvollen 90 Minuten irgendwo auf dem Platz hektisch wurde - der 28-Jährige war mittendrin.

Bancé, Milorad Pekovic, Chadli Amri - sie alle nahmen es mit Franz auf. Am Ende lachte aber nur der Frankfurter Abwehrrecke, der seinem Namen als Raubein der Liga wieder einmal alle Ehre machte. "Ich rede grundsätzlich nicht über Spieler des Gegners", sagte der Mainzer Coach Thomas Tuchel. Doch wer dem jüngsten Trainer der Bundesliga bei diesen Worten in die Augen schaute, der wusste: In Tuchel brodelte es, wie es in allen Mainzer Spielern und Verantwortlichen kochte.

Neben der aus ihrer Sicht unnötigen Niederlage, die eine stolze Serie von zuvor fünf ungeschlagenen Partien beendete, ärgerten sich die Gäste besonders über Franz und Schiedsrichter Felix Brych. Der Referee schickte FSV-Spieler Amri Mitte der zweiten Halbzeit nach einem harmlosen Foul im Mittelkreis mit Gelb-Rot vom Feld (68. Minute), auch weil Franz den Feldverweis vehement gefordert hatte. "Seit heute weiß ich, warum die ganze Liga so über ihn redet", sagte FSV-Manager Christian Heidel. "Das war mehrmals grenzwertig."

Da wenig später der Frankfurter Chris nach einem üblen Tritt gegen Adriano Grimaldi nicht die fällige zweite Gelbe Karte bekam, sprach Tuchel später von einer "krassen Unverhältnismäßigkeit. Das waren zwei klare Fehlentscheidungen". Doch selbst in Unterzahl hätten die Gäste fast noch einen Punkt geholt. Erst in der Schlussminute machte Alexander Meier mit dem 2:0 für die Hausherren alles klar.

Im ersten Durchgang hatte Franz mit dem 1:0 (29.) gezeigt, dass er nicht nur mit Provokationen und einer harten Gangart Schlagzeilen machen kann, sondern auch sportlich. Dem Neuzugang gelang bereits sein viertes Saisontor und eine Kopie seines Treffers aus der Vorwoche bei Hertha BSC Berlin. Die Mainzer schienen den nach vorne stoßenden Rechtsverteidiger nicht auf der Rechnung gehabt zu haben, was den Frankfurter Patrick Ochs zu der süffisanten Bemerkung verleitete. "Vielleicht dachten sie, sie schlagen uns sowieso." Nach der Partie wollte Franz nicht von einem besonderen Spiel sprechen. "Die Menschen wollen doch Emotionen sehen und nicht 22 Roboter. Nach den 90 Minuten ist alles vergessen."

Ob die DFB-Ermittler dies im Fall Bancé ähnlich sehen, bleibt abzuwarten. Stefan Effenberg wurde wegen einer ähnlichen Sache 1994 von der WM in den USA nach Hause geschickt. Da Schiedsrichter Brych die abfällige Geste nicht gesehen hatte, könnte dem FSV-Stürmer ein Nachspiel drohen. "Da gibt es keine zwei Meinungen, das war nicht okay", sagte Tuchel, der jedoch um Nachsicht bat. "Bei ihm hatte sich während des Spiels viel aufgestaut." Unterstützung erhielt er von Eintracht-Coach Michael Skibbe. "Manchmal ist eine Aufarbeitung im Nachhinein eher kontraproduktiv."

(Erschienen: 05.12.2009 20:30)

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