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Heidfeld: «Mein Feuer brennt sehr extrem»

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Sachir / dpa An seine neue Rolle muss sich Nick Heidfeld immer noch gewöhnen. "Ja, es ist sehr ungewohnt", sagte der Mönchengladbacher vor dem Formel-1-Training zum Großen Preis von Bahrain.

Statt wie in den vergangenen zehn Jahren die letzten Vorbereitungen für die Runden auf dem Wüstenkurs zu treffen, saß der Test- und Ersatzfahrer auf der Terrasse des Motorhomes von Mercedes Grand Prix. "Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich natürlich lieber gefahren. Meine Batterien sind noch voll genug", meinte Heidfeld, der sich nach dem Scheitern eines Engagement als Stammpilot auch bei Mercedes für die neue Rolle bei dem deutschen Werksteam entschieden hatte.

Ein ungewohntes Gefühl, um die Uhrzeit hier zu sitzen, oder?

Heidfeld: "Ja, es ist sehr ungewohnt, wie gestern und auch schon bei den Tests."

Unangenehm ungewohnt oder eher eine Gelegenheit, auch mal die Batterien aufzuladen?

Heidfeld: "Nein, wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich natürlich lieber gefahren. Meine Batterien sind noch voll genug."

Wie sehr kribbelt es denn?

Heidfeld: "Kribbeln ist vielleicht der falsche Begriff. Ich will unbedingt fahren. Weil ich aber weiß, dass es hier und jetzt nicht geht, ist es nicht so ein Kribbeln, wie das im vergangenen Jahr vor dem Rennen der Fall war."

Sie sind jetzt jedes Rennwochenende dabei - wie bringt man sich da in Position für die Saison 2011?

Heidfeld: "Es ist natürlich wichtig, da zu sein und Gespräche zu führen. Im Moment ist es ganz klar meine Aufgabe, Mercedes und den beiden Fahrern zu helfen. Es bringt eine gewisse Befriedigung mit sich, wenn auch nicht die gleiche, als wenn man selbst fährt. Wenn man sieht, dass man das Team und die Fahrer unterstützen kann, ist das Positiv und kann vielleicht hier im Team ja auch von Nutzen sein."

Als Ersatztorwart beim Fußball will man auch einerseits spielen, andererseits fiebert man als Teil mit der Mannschaft mit. Mit welcher Einstellung muss man als Ersatzfahrer in der Formel 1 diesen Anspruch zwischen Egoismus und Teamgeist ausbalancieren?

Heidfeld: "Der Vergleich zum Fußball ist vielleicht nicht optimal. Da passiert es ja, dass jemand auch mal kurzfristig ausfällt. Außerdem gibt's im Fußball die Möglichkeit, sich beim Training zu profilieren. Das ist hier ohne die Tests überhaupt nicht möglich. Die wichtigste Motivation ist das Ziel, erfolgreich in der Formel 1 zu sein."

Was können Sie aus aus der Zusammenarbeit mit Michael Schumacher mitnehmen?

Heidfeld: "Man kann von der Zusammenarbeit mit jedem Fahrer etwas mitnehmen. Bei Michael ist es besonders interessant. Wenn ich sehe, dass er beispielsweise eine Nuance anders macht. Ich möchte aber nicht ins Detail gehen."

Bei ihm war das Feuer Ende 2006 mehr oder weniger erloschen, die Batterien waren leer. Werden Sie, wenn Sie 2011 wieder einen Stammplatz ergattern sollten, nach dem Jahr als Ersatzpilot noch motivierter sein?

Heidfeld: "Nein. Viele Fahrer würden jetzt polemisch sagen, dann geht noch mehr. Das hört sich jetzt vielleicht komisch an: Aber das Feuer brennt immer und auch sehr extrem. Ich bin vielleicht nicht der Typ, der das so zeigen kann. Aber Formel-1-Rennfahren, das ist mein Leben, das ist für mich alles, da geht nicht noch mehr, nur weil ich jetzt nicht fahre."

Interview: Jens Marx, dpa

(Erschienen: 13.03.2010 11:30)

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