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Glock: «Sind bereits sehr weit gekommen»

Auftaktschwierigkeiten
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Hamburg / dpa Timo Glock will mit dem neuen Virgin-Rennstall in der ersten Formel 1-Saison ein Gerüst für eine erfolgreiche Zukunft aufstellen. Seine persönlichen Zielsetzungen müsse er dafür zurückschrauben, sagte der Wersauer in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Neues Team - neues Glück, wie viel werden Sie davon gebrauchen können?

Glock: «Eine Portion Glück hilft immer. Wir sind noch ganz am Anfang bei der Fahrzeugentwicklung. Das Team ist komplett neu zusammen gesetzt. Wir müssen immer bedenken, wo wir her kommen und wann wir begonnen haben. Das Team hat letztes Jahr bei Null angefangen. Dafür sind wir bereits sehr weit gekommen.»

Mit welcher Zielsetzung starten Sie in die Saison?

Glock: «Unser Ziel ist es, das beste der neuen Teams zu sein. Und dafür sehe ich durchaus auch Potenzial. Vielleicht kommt ja dann noch ein bisschen Glück dazu und wir können gegen Ende der Saison ans Mittelfeld ran kratzen.»

Sie haben schon mal gesagt, dass mit Rückschlägen zu rechnen sei - wie sehen Ihre Erwartungen denn konkret aus?

Glock: «Da gibt es nur Erfahrungswerte. Und die sagen mir, dass wir sicherlich das ein oder andere Problem werden lösen müssen, mit dem wir momentan noch nicht rechnen. Welche Themen das konkret sind, kann ich nicht sagen. Ich wünschte, ich könnte das vorhersehen.»

Was überwiegt: Die Freude, auch 2010 wieder als Stammpilot Gas geben zu dürfen oder ein bisschen Wehmut, es nicht in einem Team mit WM-Ambitionen tun zu können?

Glock: «Ich freue mich auf die Herausforderungen, die mich bei Virgin Racing erwarten. Die Tatsache, dass ich für eines der neuen Teams starte, bedeutet natürlich, dass ich meine Zielsetzungen, die ich mir für die nächsten Jahre gesetzt hatte, ein wenig verändern muss. Aber das kenne ich bereits. Ich habe die Erfahrung gemacht ­ und ich denke viele andere Piloten genauso ­ dass nicht immer alles wie geplant läuft. Erfolg hat dann der, der das Beste aus der Situation macht und sich wieder in Richtung seines Plans bewegt. Und genau das habe ich vor.»

Wie sehr kann Ihr neues Team von ihren Erfahrungen in der Formel 1 profitieren?

Glock: «Es macht auf jeden Fall Spaß mitzuerleben, dass das Team Informationen geradezu aus mir heraus saugt. Ich arbeite gerne mit den Ingenieuren zusammen und versuche all meine Erfahrungen weiter zu geben. Erfolg ist letztlich aber sicherlich das Zusammenspiel von vielen Komponenten. Wie eben meiner Erfahrung, dem Know How der Ingenieure, der Zusammenarbeit des Teams usw.»

Wer sind die WM-Favoriten?

Glock: «Beide Ferraris sind sicherlich auf der Liste. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Michael bei Mercedes ein gutes Package zusammen hat. Die Red Bulls waren bei den Testfahrten auch gut dabei. McLaren wird ebenfalls ein Wörtchen bei der WM mitsprechen wollen. Wer am Ende die Nase vorn hat, steht noch in den Sternen, aber ich bin mir sicher, dass es eine sehr spannende Saison wird.»

Worauf wird es in diesem Jahr besonders ankommen, auch vor dem Hintergrund, dass das Nachtanken verboten ist?

Glock: «Zunächst müssen sich mal alle Piloten darauf einstellen, dass das Fahrzeug beim Start sehr schwer ist. Und sich das Bremsverhalten im Laufe des Rennens sehr verändert. Außerdem wird der Kampf um die erste Kurve sicherlich spannend. Ansonsten sind die Bedingungen für alle gleich. Wie immer.»

Was trauen Sie Michael Schumacher zu?

Glock: «Er ist immer noch heiß aufs Rennen fahren und ich traue ihm absolut zu, um die Weltmeisterschaft zu fahren. Er ist siebenfacher Weltmeister und wird alles daran setzen, den 8. Titel einzufahren.»

Denken Sie, dass es getreu dem Motto «Dem zeigen wir's erst recht» noch kompromissloser in Duellen mit Michael Schumacher zur Sache gehen wird?

Glock: «Ich denke, dass die Piloten in der Formel 1 sehr professionell sind und mit der Rückkehr von Michael Schumacher umzugehen wissen. Da ist von allen Seiten viel Respekt für seine bereits erbrachten Leistungen. Andererseits wird ihm auch niemand etwas schenken, vor allem nicht die jungen und neuen Piloten. Warum auch? Schließlich ist es das Ziel eines jeden Piloten irgendwann die WM-Krone zu erzielen.»

(Erschienen: 11.03.2010 09:10)

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