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Bundesligavorschau

Nürnberg: Zuversicht ist Frankenpflicht

Der 1. FC Nürnberg geht mit gutem Gewissen und guten Nerven in die Rückrunde
Zuversicht ist Frankenpflicht
Zuversicht ist Frankenpflicht

Von Rolf Schneider

Nürnberg Platz 15, also einen Rang entfernt vom Relegationsplatz, ist nicht schlecht für einen Verein, der vor allem die Klasse erhalten wird. So richtig gut ist es allerdings auch nicht. Dieses Nürnberger Dilemma kommt am besten in den Worten Dieter Heckings zum Ausdruck. „Wir sind im grünen Bereich“, sagt der Nürnberger Trainer, um flugs hinzufügen: „Zum roten Rand ist es nicht sehr weit.“

Nach einer feinen Saison die Spielzeit zuvor erwischten die Franken in der aktuellen Runde die doppelte Portion der herkömmlichen Menge Verletzungspech. Ein Leistungsträger nach dem anderen verabschiedete sich in den Krankenstand. Als dann auch noch das prestigeträchtige fränkische Pokal-Derby gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth verloren ging, trugen die „Clubberer“ Trauer, während Trainer Hecking sich bestätigt fühlen konnte: „Wir haben gesehen, was passiert, wenn wir nicht 90 Minuten Vollgas geben. Das können wir uns in der Rückrunde nicht erlauben.“ Der Klassenerhalt ist oberstes und einziges Saisonziel.

Da traf es sich gut, dass der „Club“ seinem Trainer und seinen Fans in der Winterpause zwei Verstärkungen spendierte. Der Tscheche Adam Hlousek soll ebenso das Mittelfeld stabilisieren wie Neuzugang Nummer 2. Weil Leverkusens Coach Robin Dutt den Routinier Hanno Balitsch auf dem Kicker und nicht mehr auf dem Zettel der Stammspieler hatte, wechselte der 31-Jährige ins schöne Frankenland. Der Trainer: „Hanno ist erfahren und vielseitig einsetzbar. Er hat Tugenden, die wir im Abstiegskampf brauchen.“ Augenblicklich hindert zwar eine Oberschenkelverletzung den couragierten Kämpfer am intensiven Training, doch beim Rückrundenstart gegen Hertha BSC soll Balitsch ebenso auflaufen können wie die angeschlagenen Timothy Chandler (Einblutung im Oberschenkel) und Javier Pinola (Schambeinentzündung).

Pinola-Abschied ist kein Thema

Alle Wechselgerüchte des Argentiniers zum argentinischen Erstligaklub CA Lanus verwiesen die Nürnberger Verantwortlichen kurzerhand ins Reich der Fabel. Hecking: „Ein Pinola-Abschied ist für den 1. FC Nürnberg kein Thema. Das wäre doch Wahnsinn. Warum sollten wir ihn gehen lassen!“ Pinola gibt sich pflegeleicht: „Wenn der Klub sagt, dass ich bleiben soll, ist das auch okay. Ich hatte schon bessere Angebote und bin in Nürnberg geblieben.“ Nicht alle sind so erdverbunden. Der US-Nationalspieler Timothy Chandler wird vom VfB Stuttgart umworben, doch die Aufregung deshalb hält sich in Grenzen. Zum einen weil Chandler erst nach Saisonschluss gehen könnte, zum anderen, weil der ausrangierte VfB-Verteidiger Stefano Celozzi im Visier ist. Doch das ist Zukunftsmusik.

Gegenwart ist angespannte Konzentration. Übermut ist fehl am Platz, doch vor dem Rückrundenstart ist Zuversicht erste Frankenpflicht. „Die Qualität ist absolut da, um die Klasse zu halten“, erklärt Trainer Hecking unaufgeregt. „Ich bin immer zuversichtlich gewesen, weil ich glaube, dass diese Mannschaft in der Vorrunde auch viel Pech hatte. Wir wussten vor der Saison, dass es nur gegen den Abstieg geht. Das ist noch immer so. Doch ich habe vor der Saison gesagt, dass wir drin bleiben – und das ist auch immer noch so.“

(Erschienen: 13.01.2012 17:20)

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