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3:1 gegen Ankara – Reifeprüfung bestanden

Die Volleyballer des VfB Friedrichshafen gewinnen auch in der Champions League
Friedrichshafens Athanasios Protopsaltis holt weit aus zum Schmettern.
Friedrichshafens Athanasios Protopsaltis holt weit aus zum Schmettern.
Günter Kram

FRIEDRICHSHAFEN sz Der VfB Friedrichshafen hat auch sein 13. Saisonspiel gewonnen. Zum Auftakt der Volleyball-Champions-League siegte die Mannschaft vom Bodensee 3:1 gegen den türkischen Meister Halkbank Ankara. VfB-Coach Vital Heynen musste daraufhin den Fans ziemlich viel Bier ausgeben.

Nach diesem Spiel würde er realistisch beurteilen können, wie gut seine Mannschaft wirklich schon sei, hatte Heynen vorher gesagt. Die nationale Siegesserie zuvor hatte womöglich für ein paar voreilige und zu positive Schlüsse gesorgt. Doch dem ist nicht so. Nach dem verdienten 3:1 (25:14, 25:23, 21:25, 28:26) gegen den türkischen Meister Halkbank Ankara, den wohl besten Gegner in der Gruppe B, weiß Heynen: Der VfB Friedrichshafen ist stark, seine Mannschaft hat die Reifeprüfung bestanden. „Das war ein sehr starkes Spiel heute von Friedrichshafen. Der erste Satz war perfekt“, sagte Heynen hinterher.

25:14 endete nach gerade einmal 25 Minuten dieser erste Satz, in dem der türkische Meister nie den Hauch einer Chance gehabt hatte. Es ist nicht anzunehmen, dass Heynen da auch nur einen Gedanken daran verschwendete, welches Loch in seinen Geldbeutel dieser Auftritt seiner Spieler würde reißen können. Wenn Volleyball gespielt wird, denkt der Volleyballtrainer Vital Heynen an Volleyball und nicht an das, was sich der volleyballlehrende Marketingfachmann Vital Heynen so einfallen lässt vor vermeintlich schwierigen Spielen.

2100 Zuschauer waren in der Halle, macht 2100 Kästen Freibier nach der Partie. Einen Kasten pro Zuschauer hatte der Coach bei einem klaren Sieg ausgelobt. Theoretisch. Denn die Wette galt nur für den Abend und nur für die ZF-Arena. Und natürlich trank nicht jeder Zuschauer einen Kasten Bier aus. Freitag war für die meisten wieder Schaffen angesagt. Und der VfB hatte zudem ein paar Schulklassen eingeladen zum Auftakt in die Königsklasse.

In den folgenden Sätzen hatte Heynen deutlich mehr zu tun als während der ersten Minuten. Beim Stand von 20:20 im zweiten Satz forderte der Coach zum ersten Mal die Video Challenge, den Videobeweis der Champions League. Er wollte keine Netzberührung gesehen haben, wo die Schiedsrichter eine gesehen hatten – und so war es. Korrektur: 21:19 für den VfB. Nächster Spielzug, Heynen beschwerte sich wieder. Doch diesmal blieb der Punkt bei Ankara. 21:20. Nun hatten auch die Türken Geschmack am Reklamieren gefunden. Als die Schiedsrichter auf Aus und 23:21 für den VfB entschieden, sagten die Türken: „Ball drin!“ Und so war es, der Ball hatte haarscharf die Linie berührt – wie jeder Zuschauer auf der Videoleinwand sehen konnte. Auch den Spielzug zum 25:23-Satzgewinn des VfB ließ Ankara noch einmal kontrollieren. Die Bilder aber zeigten: keine Netzberührung der VfB-Blocker, 2:0. „Heute habe ich ein bisschen mitgespielt“, so Heynen lachend.

Den dritten Satz gewann Ankara dann – ganz ohne Videobeweis und weiteren Schnickschnack – verdient mit 25:21, auch im vierten war der Gast ebenbürtig. Doch der VfB zehrte bis zum Schluss von diesem famosen ersten Satz, spielte weiter variabel, kam weiter übers Kollektiv und zitterte sich zum Schluss ein wenig zum 28:26.

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