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Wild Wings zurück auf dem Eis

Dem Wild-Wings-Trainer gefällt an Schwenningen die Leidenschaft für das Eishockey und die Fans

Villingen-Schwenningen sz Die Schwenninger Wild Wings bereiten sich auf die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) vor. Unser Redakteur Klaus Berghoff hat mit Trainer Pat Cortina über die Vorbereitung, die neuen Spieler und das Niveau gesprochen.

Herr Cortina, freuen Sie sich, dass Sie wieder auf dem Eis stehen?

Oh ja sehr. Der Sommer war zu lang.

Was macht ein Eishockey-Trainer im Sommer?

Er bereitet die nächste Saison vor. Seit Ende der vergangenen Saison, das war Anfang März, haben wir viele Spieler beobachtet. Außerdem habe ich viel Zeit mit der Familie verbracht. Während der Saison bin ich in Schwenningen und die Familie ist in München. Ich hoffe nicht, dass die Saison Anfang März wieder für uns zu Ende ist.

Jetzt sind Sie eine Woche mit der Mannschaft auf dem Eis. Wie ist das Training bisher verlaufen?

Gut. Ich glaube, jeder Spieler hat die richtige Einstellung und eine super Arbeitsmoral. Die Spieler sind fokussiert, arbeiten intensiv und mit hohem Tempo, ohne Hektik. Das ist wichtig für uns, weil wir jetzt die Basis für die Saison legen.

Hat Ihnen auch etwas nicht gefallen?

Eigentlich nicht. Unsere Spieler haben über den Sommer hinweg gut gearbeitet und sind auf einem guten Niveau im Fitnessbereich. Nun machen wir uns daran, auf dieser Basis weiterzumachen und uns Schritt für Schritt auf das Top-Level zu bringen.

Welche Schwerpunkte setzen Sie im Training?

Präzise und gut zu arbeiten, dass jeder Pass genau gespielt wird, jeder Schuss auf das Tor geht und unsere Beine immer in Bewegung sind. Wir arbeiten daraufhin, dass wir dynamisch und im Spiel aktiv sind. Das ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht so einfach, weil die Spieler noch nicht den fünften oder sechsten Gang einlegen können. Wir wollen Schritt für Schritt gehen. Das ist unsere Mentalität, keinen Schritt vergessen.

Sind momentan alle Spieler fit?

Simon Danner fehlt. Er hatte eine Handoperation. Ich glaube, dass er in zwei Wochen wieder dabei ist. Einige andere Spieler haben kleinere Verletzungen, die nicht so gravierend sind.

Welchen Eindruck haben Sie von den neuen Spielern?

Dominik Bittner ist ein ganz netter Typ, ein cleverer junger Mann. Er ist technisch gut und ich glaube, dass er mit der Zeit ein wichtiger Spieler für uns werden kann. Mirko Sacher hat positiv überrascht. Aber er muss verstehen, dass die Intensität des Spieles in der DEL höher ist als in der DEL2, er weniger Zeit hat. Jussi Timonen bringt viel Erfahrung mit. Für die Gegner wird es schwer, gegen ihn zu spielen, er ist ein starker Verteidiger. Er ist ein Leader, war drei Jahre Kapitän in einer finnischen Spitzenmannschaft. Jussi ist ein Vorbild für unsere jungen Verteidiger, bringt auf dem Eis immer 100 Prozent. Kyle Sonnenburg ist ein super Schlittschuhläufer, ein junger Mann mit Erfahrung. Er kann die Fans überraschen. Dominic Bohac hat bisher positiv überrascht. Er hat eine gute Schlittschuhtechnik und ist ein Kämpfer. Tobias Wörle ist ein sympathischer Typ, ein Profi und guter Eishockeyspieler. Er ist wichtig in unserer Kabine, kann die verschiedenen kleinen Gruppen zusammenbringen. Auf dem Eis ist er clever, schnell und hat eine gute Technik. Mirko Höfflin ist ein Super-Techniker. Er kann einen großen Schritt machen. Aber er muss Geduld haben. Er darf nicht denken, dass alles sofort klappt. Anthony Rech hat viel Potenzial. Er hat etwas besonderes in der Nähe des gegnerischen Tores. Die Scheibe ist immer da, wo Anthony ist. Er hat ein gutes Näschen für die Situation und eine gute Einstellung. Allerdings ist das Niveau hier höher, als er es in Frankreich gewohnt ist.

Ist die jetzige Schwenninger Mannschaft stärker als im vergangenen Jahr?

Das ist schwer zu sagen. Vielleicht auf dem Papier nicht. Viele unserer Spieler sind auf der gleichen Stufe ihrer Karriere, wollen arbeiten. Viele sind noch nicht komplett, wollen sich weiterentwickeln. Das kann uns einen Schub geben und zu einer Leistungssteigerung bei der Mannschaft führen.

Die Fans sehnen sich nach Pre-Play-offs. Was ist möglich?

Die Pre-Play-offs sind immer möglich. In der vergangenen Saison haben wir bis zum 50. Spieltag um diese Chance gespielt. Wir müssen von Verletzungen verschont bleiben und ganz clever sein. Und wir müssen daran glauben, dass der zehnte Platz möglich ist.

Eine Ausländer-Stelle ist noch frei. Haben Sie jemand im Blick?

Nein. Schwenningen hat immer gesagt, wir wollen jungen deutschen Spielern eine Chance geben. Unsere Jungs haben diese Chance verdient und ich bin überzeugt, dass sie mit guter Leistung antworten werden. Die Qualität in der Breite ist bei uns gestiegen.

Wie schätzen Sie das Niveau der DEL gegenüber anderen Ligen ein?

Die DEL ist eine starke Liga. Es ist nicht einfach für Spieler aus anderen Ländern, in der DEL zu spielen. Spieler, die aus Schweden oder Finnland in die DEL kommen, sind ein wenig von dem Niveau hier überrascht. Die Spiele sind eng, jeder kann jeden schlagen.

Was gefällt Ihnen an Schwenningen?

Die Leidenschaft für das Eishockey, die Fans. Die Wild Wings sind in den Herzen der Fans. Eishockey ist ein wichtiger Teil für das Leben in Schwenningen und die Region. Wir sind wichtig für die Leute hier. Das sollten wir respektieren und mit einer super Einstellung und Leistung zurückgeben.

Wer wird Meister in der DEL?

Die Schwenninger Wild Wings. Du kannst nicht Meister sein, wenn du nicht wie ein Meister denkst. Du wirst nicht Meister nach der Meisterschaft, sondern vorher. Das ist wichtig für die Mentalität. Wir müssen Geduld haben und arbeiten wie ein Meister, jeden Tag. Dann haben wir eine Chance.

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