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TSG Ehingen verwirklicht ihren Traum

Fußball, Relegation Landesliga: Mit 5:2 wird der SV Uttenweiler in Neufra abgefertigt

Geschafft: Mit dem eindrucksvollen Sieg gegen Uttenweiler gelang der TSG Ehingen ein Jahr nach dem Abstieg die Rückkehr in die Landesliga.
Geschafft: Mit dem eindrucksvollen Sieg gegen Uttenweiler gelang der TSG Ehingen ein Jahr nach dem Abstieg die Rückkehr in die Landesliga.
SZ- Andreas Wagner

Neufra/Ehingen sz Die TSG Ehingen hat eine nicht immer erfolgreiche Saison mit einem überzeugenden Sieg in der Relegation abgeschlossen. Schon in den beiden Qualifikationsspielen gegen den SV Sulmetingen und den TSV Trillfingen haben die Ehinger angedeutet, dass es ihnen wirklich ernst mit dem Wiederaufstieg war.

SV Uttenweiler – TSG Ehingen 2:5 (2:2). - Tore: 1:0 Johannes Jäggle (14.), 1:1 Jan Deiss (21.), 2:1 Christian Sameisla (26.), 2:2 Valentin Gombold (33.), 2:3 Patrick Mrochen (73.), 2:4 Narziso Filho (84., FE), 2:5 Jonas Brotbeck (95., FE). - Die TSG Ehingen hat unter Beweis gestellt, dass sie zurecht in die Landesliga gehört. Der SV Uttenweiler ging im Relegationsspiel vor 3100 Zuschauern im Waldstadion in Neufra zwar zweimal in Führung. Beim 2:1 von Christian Sameisla stand allerdings TSG-Torhüter Philipp Steudle zu weit vor dem Tor und konnte die Bogenlampe nicht mehr erreichen. Ansonsten lieferte der Ehinger Torhüter jedoch eine starke Partie, hatte jedoch auch aufmerksame Vorderleute. Zum 1:1 lieferte Paolo Soumpalas die Vorlage und Jan Deiss brachte das Leder hinter die Linie. Mit einem Kopfballtor zum 2:2 sorgte Valentin Gombold für den Pausenstand. Pech für die TSG Ehingen: Jan Hadamitzky verletzte sich und musste schon in der 32. Minute ausgewechselt werden, Marc Steudle kam für ihn ins Spiel.

War die TSG Ehingen schon vor der Pause spielerisch im Vorteil, so lieferte sie im zweiten Durchgang eine wirklich landesligareife Leistung ab. Zunächst hatte der SV Uttenweiler eine Torchance. Doch danach dominierte die TSG. Viel Pech hatten die Ehinger, als sie in der 65. Minute zweimal in kurzer Folge nur das Gestänge des SVU-Tores trafen. Erst landete ein Freistoß von Paolo Soumpalas am Pfosten, kurz darauf wuchtete Patrick Mrochen den Ball aus 18 Metern an die Unterkante der Latte. Zwei Minuen später der nächste TSG-Versuch: Wieder Soumpalas traf aus 18 Metern das Außennetz.

Das Tor des Tages erzielte Patrick Mrochen, der in der 73. Minute aus einer ähnlichen Position wie zuvor bei seinem Lattentreffer abzog und den Ball unter die Latte wuchtete – SVU-Torhüter Philipp Keckeisen hatte keine Chance. Die TSG ließ nicht locker: Kurz nach Mrochens Führungstreffer ging ein Ball von Marc Steudle ganz knapp am Uttenweiler Tor vorbei.

In der 84. Minute wurde Patrick Mrochen im Uttenweiler Strafraum gefoult und Narciso Filho verwandelte den Strafstoß. Dem nicht genug: In der fünften Minute der Nachspielzeit und unmittelbar vor dem Schlusspfiff wurde erneut ein Ehinger im Strafraum gefoult. Damit ergab sich die Gelegenheit für Kapitän Jonas Brotbeck, seine Laufbahn bei der TSG Ehingen mit dem Treffer zum 5:2 zu beenden.

Danach gab es für die TSG kein Halten mehr, zusammen mit den Fans feierten die Ehinger nach einer starken Vorstellung ihre Rückkehr in die Landesliga.

Rekordverdächtige Kulisse

In den letzten zehn Minuten hatte TSG-Trainer Udo Rampelt noch Paolo Soumpalas und Valentin Gombold ausgewechselt. Beide bekamen einen Sonderbeifall von den Rängen. Die Zuschauerkulisse im schmucken Waldstadion in Neufra hätte sicher einem Oberligisten zur Ehre gereicht: Stadionsprecher Uli Münst berichtete von 3100 Zuschauern. Diese Zahl dürfte bisher im Bezirk Donau bei Pflichtspielen noch nie erreicht worden sein. Das Waldstadion in Neufra war die richtige Umgebung für ein meisterliches Spiel.

Die TSG Ehingen hat sich mit dem 5:2 zum Ende der Saison selbst belohnt und Trainer Udo Rampelt einen würdigen Abschied bereitet. Genau umgekehrt wie 2016 endete die Saison. Im Vorjahr war der SV Uttenweiler in die Landesliga aufgestiegen und die TSG Ehingen musste in die Bezirksliga Donau zurück. Jetzt geht die TSG Ehingen wieder rauf und der SV Uttenweiler muss in die Bezirksliga Donau.

Stimmen zum Spiel in Neufra

Udo Rampelt, Trainer TSG Ehingen: „In den ersten zehn, 15 Minuten waren wir nicht richtig da, auch hat man in der Anfangsphase Uttenweilers Landesliga-Erfahrung gemerkt, gerade auch vom Tempo her. Aber in der zweiten Halbzeit wollten wir den Sieg unbedingt, notfalls mit Brachialgewalt wie beim Schuss von Patrick Mrochen zum 3:2. Das Tor von Patrick war der Knotenlöser.“

Michael Schleicher, TSG-Spielleiter: „Die erste Halbzeit war ausgeglichen, beide Defensivreihen zeigten Schwächen. Das 2:2 zur Pause war in Ordnung. In der zweiten Halbzeit wollten wir den Sieg unbedingt und am Ende war er hochverdient.“

Patrick Mrochen, Schütze des 3:2 für die TSG. „Das war eine überragende Mannschaftsleistung. Der Sieg war verdient, auch wenn das 5:2 am Ende vielleicht etwas zu hoch war.“

Jonas Brotbeck, Kapitän und Torschütze in seinem letzten Spiel für die TSG: „Bei den beiden Gegentoren waren wir etwas unkonzentriert, haben aber zum Glück beide Mal recht schnell den Ausgleich geschafft. In der Kabine haben wir uns gesagt, dass wir nichts mehr anbrennen lassen wollten. Und das haben wir auch gezeigt. Nach der Führung hat Uttenweiler aufgemacht, da war es dann leichter für uns. In meinem letzten Spiel mit dem letzten Ballkontakt noch ein Tor zu erzielen, war natürlich ein besonders schöner Abschluss.“

Narciso Filho, Offensivspieler der TSG und Torschütze zum 4:2: „Wir haben uns in den zwei Spielen davor schon den Hintern aufgerissen und wollten gegen Uttenweiler den Sieg unbedingt. Es ist einfach nur geil. Wer hätte das gedacht nach dieser Rückrunde?“

Valentin Gombold, TSG-Angreifer und Torschütze zum 2:2: „Es war ein geiles Spiel und das vor einer solchen Zuschauerkulisse. So was erlebt man vielleicht nie wieder. Man hat gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten und in der zweiten Halbzeit war es nur eine Frage der Zeit, bis das Ding endlich reingeht.“

Christian Sameisla, Spielertrainer des SV Uttenweiler: „In der ersten Halbzeit haben wir das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten, dann haben wir zwei Fehler gemacht, zwei Geschenke verteilt, die jeweils den Ausgleich brachten. Im zweiten Abschnitt haben wir insgesamt zu wenig gemacht. Scheinbar sind einige mit der Kulisse nicht klargekommen. Glück hatten wir schon in der Aktion, in der Ehingen zweimal Aluminium traf. Spielerisch hatten manche Spieler heute einfach nicht die Qualität bei uns. Der Elfmeter zum 4:2 war aus meiner Sicht keiner. Ehingen hat sich aber das Glück auch verdient.“ (aw/mac)

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