Schwäbische.de Schwäbische.de
Bedeckt -1
Bad Waldsee
Sport Lokal

TG-Volleyballer setzen Ausrufezeichen

Bad Waldsee gewinnt in der Regionalliga gegen den Meister SG MADS Ostalb mit 3:0

Die TG Bad Waldsee (Tim Knaus) ließ der SG MADS Ostalb in der Regionalliga mit einem ganz starken Auftritt keine Chance.
Die TG Bad Waldsee (Tim Knaus) ließ der SG MADS Ostalb in der Regionalliga mit einem ganz starken Auftritt keine Chance.
Rolf Schultes

Bad Waldsee fv Mit 3:0 (25:20, 25:15, 25:17) hat der Regionalliga-Aufsteiger TG Bad Waldsee am Samstagabend vor einer stattlichen Kulisse den Meister SG MADS Ostalb nach Hause geschickt. Große Freude herrschte im Publikum und bei den TG-Verantwortlichen, während die Volleyballer von der Ostalb Erklärungen für ihr schlimmes Abschneiden suchten.

Aufseiten der Gastgeber wird man sich schwer tun, dieses Ergebnis richtig einzuordnen. Man erlebte aufseiten der Ostälbler eine ganze Reihe guter bis sehr guter Volleyballer, wenngleich klare Schwächen im Zuspiel ausgemacht werden müssen. Vor allem aber vermisste man bei den Gästen die mannschaftliche Geschlossenheit. Einzig im Aufschlagbereich überzeugten die Gäste.

Starke Leistung in der Defensive

Dem gegenüber setzte Bad Waldsee Angriffsschwung und Nervenstärke. Jeder TG-Spieler brachte seine vollen Möglichkeiten ein, einige durchaus noch mehr. Will man aus der geschlossenen Mannschaftsleistung einen herausheben, so galt dies am Samstag für Kapitän und Außenangreifer Jan Herkommer. Es könnte sein bestes Spiel für die TG gewesen sein. Nur ein Aufschlagfehler stand zu Buche, alles andere, Annahme wie Punktequote im Angriff, gelangen ihm fast hundertprozentig. Die große Stärke der TG aber war die Defensive. Was in der Abwehrarbeit geleistet wurde, brachte die Beobachter immer wieder zum Staunen. Auch Bälle, die vom Block nicht aufgehalten wurden, gerieten meist zur Beute der Bad Waldseer. Nur selten gelang es den Gästen, einen Ball klar auf den Boden der TG zu platzieren.

Andererseits zeigte sich die Annahme der Oberschwaben mit Hannes Lampert, Jan Herkommer und Libero Pascal Eisele sehr stabil, was den Spielaufbau des Zuspielers Simon Scheerer beflügelte. Ihm gelang es ein ums andere Mal, die Angreifer mit schnellen und präzisen Pässen freizuspielen. Diese nahmen die Vorlagen dankend an, ob es sich nun um Pirmin Dewor auf der Diagonalen, um die Außenangreifer oder die jungen Mittelblocker Simon Bergmann und Tim Knaus handelte. Beide brillierten zusätzlich mit Nervenstärke und mit für ihr junges Alter eiskalter Abgebrühtheit. Längere Einsätze der Einwechselspieler Lucas Romer und Axel Bloching ermöglichten den Akteuren ein gewisses Durchschnaufen, brachten den Spielfluss aber nicht ins Stocken.

Deutliche Überlegenheit

Im ersten Satz ging es eng zu, wenngleich bei 10:13 ein kleiner Vorsprung der Gäste zu verzeichnen war. Doch gelang es den Waldseern, schnell und hart zu reagieren – beim Stand von 17:14 sah sich der Gästetrainer zu seiner ersten Auszeit gezwungen. Diese fruchtete, die SG glich wieder aus, hatte aber in der Folge dem Angriffsdruck der TG nahezu nichts mehr entgegenzusetzen. Ein hoch verdienter 25:20-Satzgewinn, der in der Folge eine noch deutlichere Überlegenheit der TG nach sich zog.

Im zweiten Durchgang schlich sich ins Spiel der Gäste eine immer mehr um sich greifende Unordnung ein, freilich ausgelöst durch einen unwiderstehlichen Angriffswirbel der TG. Die wenigen gut aufgebauten Offensivbemühungen der SG versandeten entweder am stabilen Bad Waldseer Block oder in der aufopferungsvollen Abwehr der Platzherren. Ein Ass von Bergmann setzte den Schlusspunkt zum 25:15.

Durcheinander beim Matchball

Nach zwei gewonnenen Sätzen fragte man sich auf den Rängen, ob es wohl wieder so kommen würde wie bei den beiden 3:2-Erfolgen in eigener Halle. Beides Mal musste die TG Einbrüche in Satz drei verkraften, die schlussendlich in den Tiebreaks landeten. Doch nicht am Samstagabend. Zwar wehrten sich die Ostalb-Männer zu Satzbeginn mit aller Kraft, konnten aber von einer leichten Schwächeperiode der TG zur Satzmitte nur bedingt profitieren. Als spielentscheidend erwiesen sich die Anweisungen von TG-Trainerin Evi Müllerschön, die in dieser Phase die richtigen Maßnahmen traf. Befeuert durch clever gesetzte Aufschläge von Hannes Lampert setzte sich die TG in der Folge immer deutlicher ab. Lucas Romer, eingewechselt um aufzuschlagen, setzte den Erfolgskurs fort, während Jan Herkommer mehrere Angriffe durch erfolgreiches Blockanschlagen vollendete. Bezeichnend für den Spielverlauf war die Schlussszene: Nach einem Aufschlag von Herkommer herrschte bei der SG ein fatales Durcheinander, die TG verwandelte den Matchball zum 25:17.

„Wir haben ein Zeichen gesetzt“, freute sich Müllerschön. Doch die TG-Spieler sollten nach diesem klaren Erfolg nicht abheben, sondern auf dem Boden der harten Regionalligarealitäten bleiben.

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/sport/regionalsport_artikel,-TG-Volleyballer-setzen-Ausrufezeichen-_arid,10772385_toid,86.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.