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Steeples: Wochen der Wahrheit brechen an

Basketball, ProA: Team Ehingen Urspring ist zu Gast bei den Hanau White Wings

Der Einsatz von Yasin Kolo (r.) im Spiel der Steeples am Samstag in Hanau ist fraglich.
Der Einsatz von Yasin Kolo (r.) im Spiel der Steeples am Samstag in Hanau ist fraglich.
SZ- Manfred Scherwinski

Ehingen sz Erneut mit einem Play-off-Anwärter bekommen es die Basketballer des Teams Ehingen Urspring in der Zweiten Bundesliga ProA zu tun. Anders als zuletzt die Crailsheim Merlins gelten die auf Rang sieben gelisteten Hanau White Wings jedoch nicht als Kandidat für Meisterschaft und BBL-Aufstieg, weshalb sich die Steeples etwas ausrechnen im Gastspiel bei den Südhessen am heutigen Samstag (19 Uhr). Allerdings zeichnet sich ab, dass der Tabellenvorletzte einmal mehr nicht in Bestbesetzung antreten wird.

Am vergangenen Sonntag in eigener Halle gegen Crailsheim (85:105) musste Ehingen Urspring auf Center Jonathan Malu wegen einer Verletzung verzichten, Aufbauspieler Sebastian Schmitt, im Kader bisher der Mann mit der besten Assist-Quote (5,1 pro Spiel), war grippegeschwächt und wurde in der zweiten Halbzeit nicht mehr eingesetzt, und auch Yasin Kolo war gesundheitlich angeschlagen.

Malu wieder im Training

Schmitt lag auch zu Beginn der Trainingswoche im Bett, auch Kolo fehlte zunächst, während Malu wieder mittrainierte – und wohl auch mit nach Hanau fahren wird. „Er hat gut und voll trainiert, aber es fehlt ihm die Spritzigkeit“, sagt Steeples-Cheftrainer Domenik Reinboth. Kein Wunder, denn Malu „war von den letzten fünf Wochen viereinhalb Wochen raus“. Vor der Verletzung plagte den von Alba Berlin gekommenen Big Man schon eine Erkältungskrankheit. Sollte Kolo ausfallen, was nicht auszuschließen ist (Reinboth: „Er wird wohl eher nicht spielen“), wäre ein Mitwirken von Malu umso wichtiger, da sonst die Auswahl für die großen Positionen nicht üppig ist.

Auch wenn die Steeples gegen Crailslheim geschwächt waren, war der Trainer mit der Vorstellung des Teams zufrieden. Mit 85 Punkten waren sie im Angriff deutlich erfolgreicher als zuvor (in den ersten sieben Spielen der Saison kam Ehingen Urspring im Schnitt auf 70 Punkte pro Partie). „85 sind ein guter Wert, aber Crailsheim zeigte eine super Offensivleistung“, sagte Reinboth. In Verbindung mit weiter vorhandenen Defiziten in der Defensive führte das am Ende doch zu einer deutlichen Niederlage.

Dass es die siebte Niederlage war im achten Spiel der Saison, bringt Domenik Reinboth nicht um den Schlaf – zumal seine Mannschaft zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison die exakt gleiche Bilanz vorzuweisen hatte. Gleichwohl war es ihm ein Bedürfnis, schon bei der öffentlichen Pressekonferenz nach dem Crailsheim-Spiel die Ergebnisse einzuordnen. Dies wiederholte er Tage später noch einmal im kleinen Kreis. Er wolle nichts beschönigen, aber man dürfe nicht vergessen, gegen wen sein Team bisher gespielt habe, sagte Reinboth: gegen die ersten vier der Tabelle, wobei gegen die drittplatzierten Hamburger der einzige Sieg heraussprang, gegen den starken Aufsteiger und Tabellensechsten Karlsruhe, die ambitionierten Kölner, die gestandenen Paderborner und das Ulmer Farmteam Orange Academy – wobei die Niederlage zum Ligaauftakt in Ulm wohl die einzige ist, die noch richtig schmerzt.

Reinboth weiß aber auch, dass man sich viele weitere Niederlagen in den nächsten Wochen nicht leisten darf und am besten – wie vor einem Jahr – eine kleine Serie starten sollte, um nicht den Kontakt zum Tabellenmittelfeld zu verlieren. Nach Hanau treffen die Steeples auf das punktlose Schlusslicht Baunach und danach auf den Tabellenvierzehnten Nürnberg. Wochen der Wahrheit für das Team Ehingen Urspring.

Vier neue US-Amerikaner

Für das Selbstvertrauen vor den wegweisenden Spielen gegen Baunach und Nürnberg wäre ein Erfolg in Hanau gut. In der vergangenen Saison gewannen die Steeples zu Hause gegen die White Wings, auswärts schrammten sie nur knapp an einem Erfolg vorbei. Die Mannschaft der Südhessen hat sich allerdings verändert – während die meisten der deutschen Spieler geblieben sind, stießen alle vier US-Amerikaner neu zum Verein. Somit ist auch Kruize Pinkins nicht mehr dabei, einer der Topscorer der Liga im Vorjahr. An dessen Werte (17,9 Punkte pro Spiel) kommen die neuen US-Profis bisher nicht heran – bester ist Luqon Choice mit 13.

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