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Lindau (Bodensee)
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Schaler Nachgeschmack trotz Top-Leistung

Nachwuchskämpfer des TSV Lindau nehmen bei Judo-Bodenseemeisterschaften teil

Emma Roither (rechts) vom TSV Lindau kämpft sich bei den Bodenseemeisterschaften in Bregenz in der Gewichtsklasse bis 32 Kilogramm überraschend auf den dritten Platz.
Emma Roither (rechts) vom TSV Lindau kämpft sich bei den Bodenseemeisterschaften in Bregenz in der Gewichtsklasse bis 32 Kilogramm überraschend auf den dritten Platz.
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Bregenz/Lindau eu Drei Starter, drei Medaillen. Bei den Bodenseemeisterschaften in Bregenz haben die Judoka des TSV Lindau eine super Leistung gezeigt. Und trotzdem endete der lange Wettkampftag ziemlich unbefriedigend für alle.

Für die zehnjährige Emma Roi-ther (U11) ging es bei der starken Konkurrenz aus Österreich, Deutschland und der Schweiz in erster Linie darum, Wettkampferfahrung zu sammeln. Sie traf bereits in der ersten Begegnung auf die haushohe Favoritin und spätere Turniersiegerin aus der Schweiz. Obwohl Emma diesen Kampf erwartungsgemäß verlor, gab sie nicht auf. Sie kämpfte sich ins Turnier zurück, was am Ende den tollen dritten Rang für sie bedeutete.

Der ehrgeizige Judoka Finjas Bonitz (U13) hatte sich für Bregenz viel vorgenommen. Und er war gut in Form: Finjas gewann seine Vorrundenkämpfe souverän und zog verdient ins Finale ein. Dort dauerte der entscheidende Kampf, auf den er fast eine Stunde warten musste, allerdings nur wenige Sekunden: Finjas hatte, ganz ohne das Zutun seines Gegners, verloren. Der Kampfrichter hatte den Lindauer Judoka disqualifiziert, weil dieser vergessen hatte, einen Haargummi abzulegen, den er am Handgelenk trug. Die Enttäuschung war riesengroß – wie auch das Unverständnis über diese harte Bestrafung. Denn darüber schüttelten nicht nur die Lindauer den Kopf, auch das gegnerischen Lager war verärgert: So will niemand gewinnen.

Waage statt Vergleichskampf

Fest steht: Schmuck und ähnliches im Wettkampf zu tragen, ist ein Regelverstoß, der laut Wettkampfordnung so bestraft werden kann. Im Verlauf des Turniers waren jedoch wiederholt Kinder – vor lauter Nervosität – mit Jacken oder eben auch mit einem Haargummi am Handgelenk auf die Matte gegangen. Andere Schiedsrichter ließen es mit einer kurzen Ermahnung und der Aufforderung, diesen abzulegen, bewenden. Auf dieses Verständnis und Fingerspitzengefühl konnte Finjas nicht hoffen. Er wurde nach einer tollen Leistung Zweiter, freuen konnte er sich unter diesen Umständen nicht.

Pech hatte auch sein Bruder Elis Bonitz. Das Lindauer Ausnahmetalent trat in der Altersklasse U15 bis 60 Kilogramm an, wo im Poolsystem jeder gegen jeden kämpfte. Wie erwartet, dominierte Elis lange das Feld, bis er nach einer kleinen Unachtsamkeit einen Kampf abgeben musste. Doch das war nicht weiter tragisch, da seine stärksten Konkurrenten auch alle jeweils eine Begegnung verloren hatten. Am Ende waren drei Kämpfer punktgleich. Anstatt den Sieger durch einen weiteren Vergleichskampf zu ermitteln, entschied sich der Veranstalter dazu, die Kämpfer erneut zu wiegen – und aus einer undurchsichtigen Kombination von Gewicht und Unterbewertung den Sieger zu ermitteln. Am Ende landete Elis Bonitz so auf dem unbefriedigenden dritten Platz.

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