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RB Leipzig: Kapitän hat Respekt vor Dorfmerkingen

Waldstetter Dominik Kaiser tritt mit RB Leipzig bei den Sportfreunden Dorfmerkingen an
Dominik Kaiser spielt bereits seit 2012 bei RB Leipzig, hat bereits drei Aufstiege miterlebt und tritt nun als Deutscher Vizemeister beim Fußball-Verbandsligisten Sportfreunde Dorfmerkingen an.
Dominik Kaiser spielt bereits seit 2012 bei RB Leipzig, hat bereits drei Aufstiege miterlebt und tritt nun als Deutscher Vizemeister beim Fußball-Verbandsligisten Sportfreunde Dorfmerkingen an.
RB Leipzig

Aalen sz In den Junioren des TSGV Waldstetten, des 1. FC Normannia Gmünd und des VfL Kirchheim hat er das Kicken erlernt, mittlerweile darf er sich Deutscher Vizemeister nennen. Seit 2012 bereits ist Dominik Kaiser bei RB Leipzig und hat seitdem sensationelle drei Aufstiege miterlebt. Am 13. August nun kehrt Kaiser in heimische Gefilde zurück, wenn er mit seiner Mannschaft in der ersten Runde des DFB-Pokals in der Aalener Ostalb-Arena bei den Sportfreunden Dorfmerkingen antritt – einem Verbandsligisten. Ungleicher könnten die Voraussetzungen wohl nicht sein. Unser Redakteur Timo Lämmerhirt hat sich mit Kaiser unterhalten und wollte unter anderem von ihm wissen, zu welchem Spieler er in Dorfmerkingen noch Kontakt hat, wie er auf die Auslosung reagiert hat und wie viele Tickets er besorgen musste.

In Leipzig haben Sie bislang sehr viel Schönes erlebt. Was war denn ein schöneres Gefühl: die Aufstiege oder die Tatsache, Deutscher Vizemeister zu sein?

(lacht) Das kann ich so pauschal gar nicht beantworten. Die Aufstiege, jeder einzelne, waren sensationell und emotional. Durch unsere Leistungen in der vergangenen Saison hatte sich die Vizemeisterschaft irgendwann ein Stück weit abgezeichnet. Aber noch spektakulärer ist für uns wohl die Tatsache, dass wir nun in der kommenden Saison in der Champions League antreten dürfen.

25 Einsätze in der Bundesliga stehen für Sie bei den Leipzigern zu Buche. Jedoch sind Sie davon nur 18 Mal eingewechselt worden, als Kapitän dieser Mannschaft. Wie sind Sie damit umgegangen?

Das war nicht immer einfach, speziell in der Rückrunde. Ich gebe zu, dass das teilweise enttäuschend für mich war, weil man natürlich immer auf dem Platz stehen möchte. Die Mannschaft hat aber großartige Leistungen vollbracht, häufig gewonnen – da gab es für den Trainer nicht so viele Gründe, durchzuwechseln. Es war ungewohnt und nicht zufriedenstellend für mich. Dadurch aber, dass die Mannschaft solche Leistungen erbracht hat, konnte ich das leichter verdauen.

Hatten Sie Wechselgedanken?

Nein, absolut nicht. Ich denke, dass ich die Qualität habe, die dieser Mannschaft auch weiterhelfen wird. Wenn ich daran nicht glauben würde, dann hätte ich mich sicherlich mit einem Wechsel beschäftigen müssen. Aber ganz ehrlich: da habe ich mich keine Minute mit befasst, denn ich glaube, dass ich innerhalb der Mannschaft immer noch einen hohen Stellenwert habe.

Nun steht die neue Runde vor der Tür und begonnen wird klassisch für die Bundesligisten mit dem DFB-Pokal. In diesem Wettbewerb hat Leipzig noch keine Bäume ausgerissen. Was haben Sie gedacht, als ausgerechnet Dorfmerkingen – was wohl nur Sie und Trainer Hasenhüttl vorher gehört haben – als Gegner ausgelost wurde?

Ich muss zugeben, dass ich die Auslosung gar nicht verfolgt habe, da ich mich zu dieser Zeit im Urlaub befunden habe. Als ich dann vom Strand zurückgekommen bin und auf mein Handy geschaut habe, dachte ich: da muss wohl irgendwas Spektakuläres passiert sein. Ich hatte zig Nachrichten und Anrufe in Abwesenheit, vor allem natürlich aus der alten Heimat. Für mich persönlich ist es ein super Los, ich kann wieder nahe der Heimat Fußball spielen. Für uns als RB ist es sicherlich eine Aufgabe, die wir lösen sollten.

Sie sind ja durchaus ein heimatverbundener Typ. Haben Sie schon viele Anfragen für Karten bekommen?

(schmunzelt) Ja, das habe ich in der Tat. Ich habe mich aber noch nicht großartig darum kümmern können. Vielleicht regeln das aber auch die Zuständigen vor Ort am besten. Es werden aber sicherlich einige Leute meinetwegen ins Stadion kommen, was natürlich ein schönes Gefühl ist.

Wie kann man sich als Bundesligist, dazu als Deutscher Vizemeister, auf einen Gegner aus der Verbandsliga einstellen, wie kann man diesen ernst nehmen?

Man muss ihn immer ernst nehmen, das gilt für jeden Gegner. Bei uns weiß doch jeder, was im Fußball alles passieren kann. Vor allem im Pokal ist immer viel möglich. Wir werden diese Partie ganz seriös angehen und gehen nicht davon aus, dass es ein Spaziergang werden wird – diesen Fehler werden wir garantiert nicht machen. Außerdem ist es unser erstes Pflichtspiel, was wir natürlich gewinnen möchten. Deshalb spielt es eigentlich gar keine Rolle, in welcher Liga der Gegner spielt.

Wird selbst ein Verbandsligist seitens Leipzigs vorher beobachtet?

Davon ist bei unserem Trainerteam auszugehen, da wird nichts dem Zufall überlassen. Das wird wie bei jedem anderen Spiel stattfinden – mit einer ausführlichen Videoanalyse. Das ist ein weiterer Grund, warum ich mir sicher bin, dass wir den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen werden. Wenn wir unsere Qualität auf den Platz bringen und konzentriert sind, dann werden wir dieses Spiel gewinnen. In Leipzig wird nichts dem Zufall überlassen.

Christian Zech, Dorfmerkingens Torwart, erinnerte sich bei der Auslosung noch an gemeinsame Zeiten mit Ihnen bei Normannia Gmünd.

(schmunzelt) Christian und ich haben nach wie vor Kontakt, der natürlich rund um die Auslosung noch einmal aktiver wurde. Er freut sich riesig auf das Duell, genau wie ich.

Wenn Sie den Ball vor Zechs Tor bekommen werden, nehmen Sie aber keine Rücksicht, oder?

(lacht) Nein, sicherlich nicht, das habe ich schon früher im Training nicht gemacht. Er wird sicherlich auch keinen Ball freiwillig reinlassen.

Die spektakuläre Saison der Dorfmerkinger mit WFV-Pokalsieg und Landesligameisterschaft ist Ihnen somit nicht verborgen geblieben?

Natürlich habe ich nicht jedes Spiel mitbekommen. Aber klar, spätestens seit dem Verbandspokalsieg gegen die Kickers hat wohl jeder gewusst, was die Sportfreunde geleistet haben.

Jetzt spielen Sie in der Aalener Ostalb-Arena, wo einst (damals noch unter dem Namen Scholz-Arena) Ihr Trainer seine ersten größeren Erfolge als Trainer verbucht und damit vielleicht den Grundstein für seine Karriere gelegt hat. Haben Sie schon mit ihm über die Rückkehr gesprochen?

Wir haben kurz nach der Auslosung darüber gesprochen, da stand aber der Austragungsort noch nicht fest. Ich glaube, dass dieser Ort für ihn besonderer ist als für mich. Ich habe dort vielleicht zwei oder drei Mal gespielt. Einmal mit der Normannia, sogar ebenfalls im DFB-Pokal, damals gegen Alemannia Aachen. Das Stadion spielt für mich also nicht die große Rolle, vielmehr die Tatsache, dass es nahe der Heimat ist und ich sicherlich viele Leute treffen werde, die ich von früher kenne.

Haben Sie noch Erinnerungen an Duelle mit Dorfmerkingen?

Ja, ganz grob. So häufig aber habe ich gegen die Sportfreunde nicht gespielt. Ich weiß aber, dass ich auf deren Sportplatz mal aufgelaufen bin. Ob das nun ein Freundschafts- oder Pflichtspiel gewesen ist, weiß ich wirklich nicht mehr.

Was darf man von Leipzig in der kommenden Saison erwarten?

Wir denken von Spiel zu Spiel. Wir möchten weiterhin unseren attraktiven und durchaus erfolgreichen Fußball auf den Platz bringen und damit hoffentlich weiter für Furore sorgen. Wir wissen, dass diese zweite Saison schwieriger wird, weil die Gegner uns nun kennen und wir zusätzlich in der Champions League antreten werden. Ich denke schon, dass wir die Qualität haben, auch in der kommenden Saison wieder sorgenfrei und erfolgreich zu sein, auch wenn diese Doppelbelastung für die meisten neu sein wird. Für uns wird der Start wichtig sein. Im vergangenen Jahr sind wir ebenfalls sehr gut gestartet.

Wie lauten Ihre persönlichen Ziele neben mehr Spielzeit?

Da gibt es gar nicht so viele andere als in der vergangenen Saison. Ich habe mir noch nie eine bestimmte Anzahl an Toren oder Minuten für eine Saison vorgenommen und werde damit auch nicht anfangen. Ich freue mich aber ungemein auf die neue Runde. In der Champions League zu spielen ist schon etwas Besonderes.

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