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Oberliga Süd: zweigeteilte Klassengesellschaft auf Eis

TEV Miesbach verliert auf einen Schlag seine Kontingentspieler – Fabio Carciola hört in Sonthofen auf
Kleine akrobatische Einlage vor den Fans: Jeff Smith nach dem 8:5-Heimsieg gegen Miesbach.
Kleine akrobatische Einlage vor den Fans: Jeff Smith nach dem 8:5-Heimsieg gegen Miesbach.
Christian Flemming

Lindau sz Ende September waren zwölf Klubmannschaften in der Eishockey-Oberliga Süd in die neue Saison gestartet, am vergangenen Wochenende wurden der 18. und 19. Spieltag absolviert. Nach einer anfänglichen Flaute vor der Deutschland-Cup-Pause Mitte November mischen die EV Lindau Islanders im Kampf um die Teilnahme an den Play-offs mittlerweile kräftig mit und stehen vor dem Heimspiel gegen den EV Landshut am Freitag, 8. Dezember (erstes Bully: 19.30 Uhr, Eissportarena) aktuell auf dem achten Tabellenrang (LZ berichtete). Sehr gut im Rennen um einen Play-off-Platz, der gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Klassenerhalt ist, liegen – neben den Islanders – derzeit auch der punktgleiche Tabellennachbar ERC Bulls Sonthofen (Rang sieben, 24 Zähler), die Blue Devils aus Weiden (Tabellenneunter, 21), die zehntplatzierten Memminger Indians (18) und, mit einigen Abstrichen, der EHC Waldkraiburg (11. Platz, 12 Punkte).

So gut wie abgeschrieben gilt momentan der Aufsteiger TEV Miesbach, der sich in den vergangenen Spielzeiten mit den Islanders heftige Duelle in der Bayernliga geliefert hatte. Gerade einmal vier Pünktchen nach 19 Spiele sind viel zu wenig, um den Abstand zu den davorliegenden Mannschaften bis zum Ende der Oberliga-Vorrunde am 14. Januar wettmachen zu können. Nun haben jüngst sogar die beiden Kontingentspieler den Verein verlassen: Sowohl James Hall als auch Christopher Stemke haben das Handtuch geworfen. „Die beiden US-Amerikaner seien ohne vorheriger Zustimmung von Vereinsseite und Vertragsauflösung in ihre Heimat zurückgekehrt“, vermeldete das Magazin „Eishockeynews“ am Mittwochnachmittag auf seiner Homepage. Am Dienstag hätten beide nachmittags mitgeteilt, „dass sie ihre Verträge auflösen möchten, da sie eine Option in den USA hätten, um dort Eishockey zu spielen. Da man sich über die Bedingungen der Vertragsauflösung nicht einigen konnte, stimmte der Verein einer Auflösung nicht zu. Trotzdem fanden die Verantwortlichen am Mittwoch eine geräumte Wohnung vor, sodass man davon ausgeht, dass sie die Heimreise ohne Genehmigung angetreten haben. Der Sportliche Leiter des TEV Miesbach, Stefan Moser, hat daraufhin Kontakt mit dem DEB aufgenommen, um die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen“, berichtet „Eishockeynews“ weiter. Damit dürfte die Talfahrt der Miesbacher kurzfristig nicht aufzuhalten sein, der TEV somit ein heißer Kandidat für die Verzahnungsrunde der leistungsschwächeren Oberligisten mit den stärksten Teams der Eishockey-Bayernliga.

Auch beim Lindauer Nachbarn ERC Sonthofen hat sich die vergangenen Tage personell etwas getan. Dort muss man künftig auf Fabio Carciola verzichten. „Der Stürmer bat um Vertragsauslösung und wechselt mit sofortiger Wirkung zum Landesligisten Königsbrunn. Der 32-Jährige wolle sich aus familären Gründen aus dem Profi-Geschäft zurückziehen, teilte der Oberligist laut „Eishockeynews“ mit. Für ihn rückt der Kanadier Kyle Just von den Lausitzer Füchsen, der in 17 Partien für den DEL2-Club in der laufenden Saison sechs Tore erzielt und sechs Treffer vorbereitete, in den Kader der Bulls nach. Da ERC-Verteidiger Vladimir Kames einen deutschen Pass erhalten hatte, konnten die Allgäuer einen zusätzlichen Kontingentspieler verpflichten. „Wir wissen, was wir an Vladimir Kames haben, gratulieren zur erworbenen Staatsbürgerschaft und freuen uns, dass unsere Nummer 97 zwei weitere Spielzeiten gemeinsam mit uns bestreiten will“, verkündete ERC-Geschäftsführer Alexander Neubert, die vorzeitiger Vertragsverlängerung des Verteidigers. Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel treffen die Bulls und die Islanders binnen 48 Stunden im Doppelpack aufeinander. Für beide Mannschaften werden es wegweisende Partien im Kampf um eine Platzierung „über dem Strich“.

Ansonsten zeigt ein flüchtiger Blick aufs derzeitige Tabellenbild, dass die Oberliga Süd der Saison 2017/18 in der Vorrunde krass zweigeteilt ist. Vorneweg marschieren die Traditionsklubs mit den Starbulls Rosenheim (45), dem punktgleichen Deggendorfer SC und den Selber Wölfen (42). Zwischen Platz sechs (Regensburg, 33) und Rang sieben (Sonthofen, 24) klafft eine Lücke von satten neun Punkten. Eine Zweiklassengesellschaft lässt somit grüßen.

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