Schwäbische.de Schwäbische.de
Nebel 2
Tuttlingen
Sport Lokal

Marijan Tucakovic: „Wir waren das eine Tor besser“

SV Geisingen feiert Herbstmeisterschaft – SV Deggenhausertal fehlt Durchblick – Tor des Jahres in Wurmlingen
Der Geisinger Spielertrainer Marijan Tucakovic (Mitte), hier im Zweikampf mit Simon Götz (links) und Alexander Stein, sorgte selbst für den 2:1-Siegtreffer seiner Mannschaft im Spiel beim Verfolger FC Gutmadingen.
Der Geisinger Spielertrainer Marijan Tucakovic (Mitte), hier im Zweikampf mit Simon Götz (links) und Alexander Stein, sorgte selbst für den 2:1-Siegtreffer seiner Mannschaft im Spiel beim Verfolger FC Gutmadingen.
hkb

Tuttlingen sz Das widrige Wetter mit starkem Regen und teilweise Gewitter hat am Wochenende auf den Fußballplätzen im Kreis für die ersten witterungsbedingten Spielabbrüche und Ausfälle gesorgt. Dem SV Geisingen (2:1 im Spitzenspiel beim FC Gutmadingen) und Hattinger SV (8:1 gegen SV Deggenhausertal) machten die Bedingungen nichts aus. Darüber und vom „Tor des Jahres“ durch den Wurmlinger Schlussmann Benjamin Chrismann lesen Sie in der Nachspielzeit.

Schiedsrichter Baiden Valeri aus St. Georen hatte das Spitzenspiel FC Gutmadingen gegen SV Geisingen (1:2) kaum abgepfiffen, da vollführten die Spieler der Gäste am Mittelkreis wahre Freudentänze. „Herbstmeister, Herbstmeister!“, hallte es aus den Kehlen der Kicker. Selbst die ungemütliche Witterung, Dauerregen und böiger Wind bei Temperaturen um die drei Grad, konnte die Freude bei den Fußballern des SV Geisingen nicht bremsen. Sie hatten das Spitzenspiel der Bezirksliga Badischer Schwarzwald beim Tabellendritten FC Gutmadingen 2:1 gewonnen und damit am letzten Vorrundenspieltag den Vorsprung auf den Gegner auf fünf Punkte ausgebaut. So verwunderte es nicht, dass später auch immer wieder das Wort „Landesliga“ bei den Geisingern die Runde machte.

Es war allerdings ein hartes Stück Arbeit, bis die drei Punkte eingefahren waren. Zur Halbzeit lag der Gast noch 0:1 zurück. „Die ersten 30 Minuten waren schlecht von uns. Vielleicht waren wir übermotiviert“, sagte Marijan Tucakovic. Der Spielertrainer meinte aber auch: „Da war Gutmadingen richtig stark.“

Doch mit dem Selbstvertrauen von zuvor fünf Siegen in Folge ergriff der Tabellenführer nach Wiederanpfiff die Initiative. Bis zur 51. Minute hatten die Geisinger das Spiel gedreht, aus dem 0:1 eine 2:1-Führung gemacht. Tucakovic: „Ich habe in der Halbzeit in der Kabine gesagt, dass wir ruhig bleiben müssen, wir haben unsere Qualitäten. Und das haben wir nach dem Seitenwechsel auch gezeigt. Vor allem kämpferisch waren wir ganz stark. Vielleicht wäre ein Unentschieden gerecht gewesen. Aber ich denke, dass wir das eine Tor besser waren.“ Und stolz fügt er hinzu: „Es ist schön, Herbstmeister zu sein. Es ist das erste Mal in der Geschichte des Vereins, dass der SV Geisingen in der Bezirksliga Herbstmeister ist.“

Heinz Jäger, Trainer des FC Gutmadingen, war enttäuscht: „Die Niederlage ist bitter. Zumindest hätten wir nicht verlieren sollen. Jetzt liegen wir fünf Punkte hinter Geisingen.“ Dabei hatte der Coach zurecht auch gute Dinge bei seiner Mannschaft gesehen. „Mit der ersten Hälfte war ich zufrieden. Wir hatten Kontrolle über das Spiel und den Gegner. Die frühe Führung hat uns gut getan. Wir hatten sogar die Möglichkeit zum 2:0“, spricht er Chancen an, die vergeben wurden. So wehrte der Geisinger Keeper Marjan Tomasic einen Schuss aus der Drehung von Manuel Huber mit dem Knie ab.

Nach der Pause leisteten sich die Gastgeber dann einige Unkonzentriertheiten. Mit fatalen Folgen. Jäger: „Wir sind schlecht aus der Kabine gekommen, waren in den ersten sechs, acht Minuten unsortiert. Geisingen haben zwei in der Entstehung Halbchancen gereicht. Beim tollen Schuss von Federle aus der zweiten Reihe hätte ich mir gewünscht, dass wir früher rausgehen, dass wir blocken können. Beim zweiten Tor war es ein Diagonalball in unsere Schnittstellle. Da kann der Torwart hin, aber auch der Abwehrspieler hin. Dann zögern beide. Marijan Tucakovic mit seiner Erfahrung hat das gerochen und mit dem Tor zu seinen Gunsten gelöst.“

Die beiden schnellen Gegentore hinterließen bei den Platzherren Wirkung. Die Gutmadinger waren nicht in der Lage, den Gegner unter Druck zu setzen. Jäger: „Wir waren in Ballbesitz zu hastig, zu unruhig. Die klaren Aktionen nach vorne haben gefehlt. Chancen waren zwar noch da, aber nicht so viele.“ Abschließend sagte Jäger: „Ich empfand uns heute nicht schlechter als den Gegner. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, das auch anders ausgehen kann.“

Viel Zeit, die Niederlage zu verdauen, bleibt den Gutmadingern nicht. Am Samstag geht es mit dem ersten Rückrundenspiel gegen den FV Tennenbronn weiter. „Ein Gegner, der schwer zu bespielen ist“, denkt Jäger an die 2:3-Niederlage aus dem Hinspiel zurück.

Hattinger SV sieht auch ohne Tachenlampen gut

Richtig gut drauf ist derzeit der Hattinger SV in der Fußball-Bezirksliga Bodensee. Seit neun Spielen ist die Mannschaft von Trainer Slobodan Maglov ungeschlagen und feierte in dieser Zeit sieben Siege. Der Lohn ist der dritte Platz. Bei der trüben und dämmrigen Witterung am Sonntag schienen die Gäste vom SV Deggenhausertal in Hattingen den Durchblick verloren zu haben und kassierten acht Treffer (Endstand 8:1). Im Liveticker dieser Partie gab es dazu einen amüsanten Auszug (81. Spielminute): „Autos leuchten den Platz aus, dazu die Beleuchtung vom Nebenplatz… Fehlen nur noch Taschenlampen“.

Doch ganz so schlimm kann es ja nicht gewesen sein, denn zumindest die Platzherren hatten den Ball und das gegnerische Tor gut im Blick. Und die zwei Flutlichmasten auf dem Hauptplatz taten ihren Dienst.

Thomas Gaßner, der Vorsitzende des HSV: „Die Gäste hatten schon vor dem Einsetzen der trüben Dämmerung den Durchblick verloren.“ 3:0 führten die Platzherren bereits zur Pause. Und Gaßner ergänzt: „Die Platzverhältnisse in der zweiten Hälfte wurden zwar immer schlechter, doch wir haben diese Bedingungen angenommen, auf dem schwierigen Untergrund richtig gut Fußball gespielt und auch kämpferisch überzeugt.“

Torhüter Benjamin Chrismann trifft mit Abschlag

Das gibt’s nicht alle Tage, ein „Tor des Jahres“. Wurmlingens Spielertrainer Benjamin Raidt sah es zumindest so: „Das war ein Tor des Jahres, so wie es unserem Torwart Benjamin Chrismann geglückt ist. Das kommt nicht alle Spiele vor“, war sich der Coach des SV Wurmlingen sicher. Der Ball, ein Abschlag aus den Händen des SVW-Keepers auf das Tor seines Gegenübers Marco Runge von der zweiten Mannschaft der SpVgg Trossingen brachte das Tor zum 3:2-Heimsieg in der 85. Minute. Der wuchtige Schuss sprang im Trossinger Strafraum nochmals auf und landete im Netz des Gäste-Tores. Bis sich die Gäste von diesem Schock erholt hatten, war das Spiel abgepfiffen. „2:3 verloren“, war die nicht berauschende Feststellung der Gäste, die beim neuen Tabellenzweiten vor der 85. Minute auf einen Zähler auf dem Wurmlinger Kunstrasenplatz gehofft hatten.

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/sport/regionalsport_artikel,-Marijan-Tucakovic-Wir-waren-das-eine-Tor-besser-_arid,10769132_toid,705.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.