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Wangen im Allgäu
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MTG müht sich zum hauchdünnen Sieg

Wangener Handballer schlagen TSV Bad Saulgau im hitzigen Württembergliga-Duell 27:25

Marc Kuttler versucht sich gegen die Saulgauer Abwehr durchzutanken. Später sah der Wangener die Rote Karte.
Marc Kuttler versucht sich gegen die Saulgauer Abwehr durchzutanken. Später sah der Wangener die Rote Karte.
Sascha Riethbaum

Wangen uc Nichts für schwache Nerven und schon gar nichts für Handballästheten ist das hitzige Derby und Kellerduell der Württembergliga Süd gewesen. In der Summe zweier recht unterschiedlicher Hälften erwies sich die MTG Wangen beim schwer erkämpften 27:25 (13:8)-Sieg gegen den TSV Bad Saulgau am Samstagabend in der proppevollen Argenhalle haarscharf um diese zwei Tore besser.

„Hauptsache, wir haben die zwei Punkte“, sprach MTG-Funktionär Ulrich Bader, ein Emotionsbündel par excellence, den wie lange nicht euphorisierten Wangener Fans wohl aus dem Herzen. „Wir hatten Bock, die Halle war geil, und dann haben wir einfach einen rausgehauen“, strahlte der hinten wie vorne superbe Martin Schnitzer. Der faire Verlierer-Coach Csaba Horvath: „Wangens Sieg war verdient, weil es uns nicht mehr gelungen ist, die schwache erste Hälfte mit zu vielen Einzelaktionen nach der Pause auszubügeln.“

Irgendwie schien sich an diesem aufregenden Abend einiges auszugleichen. Auf der einen Seite des hoch emotionalen Kellerduells, das seinen Namen ohne Abstriche verdiente, erheblich geschwächte Bad Saulgauer (fünf Stammkräfte fehlten). Auf der anderen Seite bis in die Haarspitzen motivierte Wangener, die jedoch früh zwei umstrittene Zeitstrafen (sechste/achte Minute) ihres Kapitäns und unumstrittenen Führungsspielers Sebastian Staudacher durchschleppten. „Für uns eigentlich nicht zu ersetzen“, wie MTG-Coach Markus Rosenwirth monierte.

Verletzungen bei Paul und Bächle

Dazu gesellten sich neben Staudachers sporadischem Intermezzo die mehr oder minder schweren Verletzungen von Rechtsaußen Lukas Paul und Rückraumstratege Marc Bächle sowie die Rote Karte (Disqualifikation) für Wangens wichtigen 2,10-Meter-Schlaks Marc Kuttler in Minute 42. Nun, auch Bad Saulgaus unkonventioneller Kreisläufer Jochen Schäfer sah nach einer rüden Attacke gegen Bächle Rot (54.).

Obwohl die Gastgeber mit dem Pausenpfiff einen direkt verwandelten Freiwurftreffer kassierten durch Istvan Gaspar, schien beim bis dahin beruhigenden 13:8 kaum Gefahr im Verzug. Zumal Sebastian Nerger grandios hielt. „Heute einer unserer Besten. Er hat uns vor allem in der ersten Hälfte im Spiel gehalten“, beschenkte Markus Rosenwirth den MTG-Keeper symbolisch mit dem selektiven Fleißkärtchen. Wobei auch Bad Saulgaus Torhüter Jonas Engler so manchen Wangener Ball gekonnt weg fischte.

Nun, ganz ohne Zittern und Zaudern geht die Chose nicht bei der MTG, die sich überdies an der lieblos zupackenden 5:1- und 4:2-Abwehr der Gäste oft lösungsresistent abarbeitete. Bleibt die Gewissheit nach dem erst dritten Saisonsieg, über 13:7, 15:9, haariges 21:20 (50.) und 26:22 mühsam zustande gekommen, dass noch mehr geht für die MTG Wangen. Wenn vorrangig die Führungsaufgaben besser verteilt werden – können (im neuen Jahr wieder mit Taktgeber Aaron Mayer).

Aber auch Bad Saulgau sollte im Kampf um den Klassenerhalt nicht baden gehen. Was den Handballsport bei aller Rivalität aber besonders auszeichnet: Selbst eine Niederlage wird hinterher einfach weg gelächelt, wie etwa vom „schaffigen“ Jochen Schäfer („unglücklich ja, mehr aber nicht“). Beim gemeinsamen Bierchen hatten sich alle wieder lieb.

MTG: Nerger, Kucera (beide Tor); Elia Mayer (7/4), Schnitzer (6), Straub (4), Bächle, Kuttler (je 3), David Paul (2), Lukas Paul, Staudacher (je 1), Hannes Fischer, Michel Fischer, Kilian, Kruzinski. - TSV: Engler, Bakos (beide Tor); Kaumann (7), Schäfer (5), Fuchs (4), Czuka (3), Engler, Tovmasyan (je 2), Bulan, Gaspar (je 1), Aldica, Kohler, Reck. - Zuschauer: 700.

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