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MTG-Handballer wachen im Bezirksderby zu spät auf

Württembergliga Süd: 24:27 beim TV Gerhausen
Sebastian Staudachers Einsatz ist letztlich vergebens.
Sebastian Staudachers Einsatz ist letztlich vergebens.
Thorsten Schneider

Wangen uc Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: Im Bezirksderby und Kellerduell der Württembergliga Süd haben die Wangener Handballer nur in der Schlussviertelstunde eine passable Leistung gezeigt. So verlor die MTG am Samstagabend in der Blaubeurer Dieter-Baumann-Halle mit 24:27 (10:16) beim grundsoliden TV Gerhausen. „Vor allem unsere Abwehr war enttäuschend“, grantelte MTG-Coach Markus Rosenwirth.

Am nötigen Selbstvertrauen hatte es nicht gemangelt nach dem 27:25-Derbysieg eine Woche zuvor gegen den TSV Bad Saulgau. Doch befanden sich die Wangener schon im Training in einer personell permanenten Schieflage. Unter anderem muss Lukas Paul, hinten wie vorne eine seriöse Stütze, wegen einer gegen Bad Saulgau erlittenen Knöchelblessur wohl längere Zeit passen. Und irgendwie passt ins ohnehin schemenhaft gezeichnete Bild, dass manche Oberliga-A-Junioren, Marvin Kruzinski etwa, einer kaum zu kompensierenden Doppelbelastung ausgesetzt sind – MTG-Kapitän Sebastian Staudacher inklusive, als Nachwuchscoach gleichermaßen gefragt.

„Richtig gut gemacht“

Gleichwohl klarzustellen ist, dass Markus Rosenwirth nicht zu jenen Trainern zählt, die sich bei missglücktem Matchplan sogleich bündelweise Ausreden zurechtlegen. Trotz der mittlerweile siebten Saisonniederlage – bei lediglich drei Siegen und einem Remis –, bevorzugt der MTG-Trainer die exakte Analyse. „Wir haben schlecht ins Spiel gefunden und Gerhausen aufgrund unserer schwachen Abwehr zu Toren förmlich eingeladen“, kritisierte der gestresste Übungsleiter. Für den es sportlich-fair aber genauso eine leichte Übung war, den Gastgeber zu loben: „Die haben das richtig gut gemacht.“

Nach dem deutlichen 16:10-Pausenstand lag Gerhausen, von Trainer Jochen Trinkner minutiös motiviert, in der 44. Minute gar 24:13 in Front. Elf Tore vorn, selbst im unwägbaren Handballsport fast eine Welt! Im Zeichen des vermeintlich sicheren Sieges jedoch vergaßen plötzlich schwächelnde Gastgeber wohl, den Deckel frühzeitig drauf zu machen am Blautopf. Hellwach hingegen die Wangener. „Endlich haben wir in Abwehr und Angriff all das abgerufen, was wir eigentlich können“, zeigte sich Markus Rosenwirth angetan von der enormen Willenskraft seines Teams, im Ligabetrieb dafür gefürchtet.

„Ein Punkt war drin“

Nur noch 24:26 stand es anderthalb Minuten vor Schluss. Nicht wenige TVG-Fans rutschten bereits nervös auf ihren Sitzen herum. „Drei oder vier Minuten mehr, und wir hätten vielleicht sogar gewinnen können. Zumindest aber ein Punkt war drin.“ Nun, auch ein Trainer darf mal träumen. Zumal Markus Rosenwirths allzu spät erwachtes Team zu keiner Zeit führte oder den Gleichstand genoss. „Es war unterm Strich dann doch zu wenig, was uns gelungen ist“, gestand Wangens stets sortiert wirkender Coach.

„Was soll’s, weiter machen und weiter kämpfen“, lautet Rosenwirths schlichte Dauerdevise im beschwerlichen Bestreben um den Klassenerhalt.

MTG: Nerger, Kucera (beide Tor); Elia Mayer (7/1), David Paul (5/2), Straub (4), Schnitzer (3), Kuttler, Staudacher (je 2), Fischer (1), Kruzinski, Natterer. Beste TVG-Torschützen: Deckwitz (8), Sauter (7). Zuschauer: 280.

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