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Landesliga-Aufsteiger TSG Ehingen: Energieschub auf der Zielgeraden

Fußball: Mit einem eindrucksvollen Schlussspurt erreicht die TSG Ehingen ihr Saisonziel

Ehingen sz Die TSG Ehingen spielt nach einem Jahr Abwesenheit wieder in der Fußball-Landesliga. Damit erreichte der Verein sein Ziel, wenn auch über drei zusätzliche und nervenaufreibende Spiele – mit dem Höhepunkt beim 5:2-Erfolg in der Relegation gegen Uttenweiler. Gerade noch rechtzeitig fand die Mannschaft der TSG in der Schlussphase der Saison zu der meisterlichen Form zurück, die sie zum Ende der Hinrunde gezeigt hatte und die dann über die Winterpause verloren gegangen war.

So hatte man Udo Rampelt in dieser Saison noch nicht erlebt. Der Trainer der TSG, der im Winter seinen Abschied zum Saisonende verkündet hatte, vergoss nach dem fulminanten Schlusspunkt seiner Mannschaft in Neufra Tränen der Freude und der Rührung. Von Anfang an hatte es für ihn und den Verein, der vor einem Jahr unglücklich abgestiegen war, nur ein Ziel gegeben: die sofortige Rückkehr in die Landesliga. Nach durchwachsenem Saisonstart in der Bezirksliga schien die TSG den direkten Weg in die Landesliga gefunden zu haben, am Ende der Vorrunde stand Ehingen in der Tabelle ganz oben.

„Niemand glaubte mehr an uns“

Nach der Winterpause lief es nicht mehr nach Wunsch. Der Zweikampf mit Altheim um Platz eins ging verloren und am vorletzten Spieltag, nach dem 0:1 gegen Mengen, fielen die Ehinger auch noch auf Rang drei zurück. Doch sie hatten Glück: Weil der FC Mengen, der nun vor der TSG lag, am letzten Spieltag spielfrei war, hatte die TSG den Einzug in die Relegation noch selbst in der Hand. Dazu musste ein Sieg in Ebenweiler her, der mit 1:0 auch gelang. „Nach dem Spiel gegen Mengen hatte niemand mehr an uns geglaubt“, erinnert sich Trainer Rampelt. „Aber nach dem Spiel gegen Ebenweiler war die Mannschaft wieder an der Steckdose.“

Die Energiezufuhr brach nicht mehr ab. Gegen den SV Sulmetingen im ersten Entscheidungsspiel hatten die Ehinger etwas Glück: Nach einer innerhalb von fünf Minuten verspielten 2:0-Führung wackelte die Mannschaft kurz und musste am Ende ins Elfmeterschießen, setzte sich aber mit 6:5 durch. Den zweiten Schritt auf dem Umweg Richtung Landesliga setzte die TSG wenige Tage später mit dem souveränen 2:0 gegen Trillfingen, der letzte folgte nun mit dem eindrucksvollen 5:2 gegen Uttenweiler. „Es war das Tüpfelchen auf dem i, das haben wir uns verdient“, sagt Rampelt.

Es war am Ende der perfekte Abschied für den Trainer, der vor eineinhalb Jahren in fast aussichtsloser Situation bei der TSG Ehingen eingesprungen war und mit der Mannschaft fast noch den Verbleib in der Landesliga erreicht hätte. Rampelt blieb auch nach dem Abstieg und wollte nur eines: Ehingen zurück in die Landesliga führen. Dies gelang, weil Mannschaft und Trainer in den entscheidenden Spielen noch enger zusammenrückten. „Es war eine unglaublich tolle Zeit bei der TSG und ein optimaler Abschluss“, so Rampelt.

Dies machte er den Spielern auch noch einmal deutlich, als er sie nach dem ersten großen Jubel nach dem Schlusspfiff in Neufra in einem Kreis um sich scharte. Rampelt hielt eine kurze Rede, wies auf den Erfolg hin und bedankte sich bei den Spielern. Eine große Verbundenheit war zu spüren. Später feierten die Spieler ihren Trainer mit Sprechchören und warfen ihn immer wieder in die Luft.

Welcher Geist im Team herrscht, war auch schon in der letzten Minute des Spiels zu spüren. Der Schiedsrichter hatte nach einem Foul im Strafraum von Uttenweiler auf Elfmeter entschieden und es gab nicht die leiseste Diskussion in der Mannschaft, dass nicht der Strafstoßschütze Nummer eins der TSG, Narciso Filho, antreten würde, sondern Kapitän Jonas Brotbeck. Für den Verteidiger war es das letzte Spiel für den Verein, er hört aus beruflichen Gründen auf. Brotbeck verwandelte den Elfmeter und war hernach ebenfalls sichtlich gerührt. Vor mehr als 3000 Zuschauern den Aufstieg noch geschafft und selbst mit dem letzten Ballkontakt ein Tor erzielt zu haben, „das war wirklich ein schöner Abschluss“.

„Nervlich der Wahnsinn“

Das Spiel in Neufra bildete für den gesamten Verein den Abschluss einer aufreibenden und am Ende zugespitzten Saison. „Nervlich ist eine Relegation der Wahnsinn“, sagte TSG-Spielleiter Michael Schleicher. Zumal die Mannschaft wieder mit Rückschlägen fertig werden musste – wie so oft in dieser Saison. Zweimal lag die TSG gegen Uttenweiler in Rückstand, zudem schied nach 20 Minuten Mittelfeldspieler Jan Hadamitzky verletzt aus. Die Ehinger, die schon seit dem Sulmetingen-Spiel auf den ebenfalls verletzten Thomas Schubert verzichten mussten und gegen Uttenweiler einige angeschlagene Leistungsträger aufboten, steckten alles weg.

Spielleiter Schleicher war beeindruckt von den Auftritten der Mannschaft am Saisonende. „Brutal, was die Mannschaft in der Relegation geleistet hat.“ Der Wunsch und der Wille der Spieler, auch den letzten Schritt zu setzen und eine komplizierte Saison zu einem guten Ende zu führen, waren groß. So erreichte die TSG Ehingen doch noch ihr Saisonziel, das sie wenige Wochen zuvor fast schon verpasst hatte.

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