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„Ich bin mit dem Kopf voll beim VfR“

Aalens Neuzugang Philipp Hercher erzählt im Interview, was er für Ziele verfolgt

Philipp Hercher möchte beim VfR Aalen möglichst viel Spielpraxis sammeln und hat auch nichts dagegen, einige Tore und Torvorlagen beizusteuern.
Philipp Hercher möchte beim VfR Aalen möglichst viel Spielpraxis sammeln und hat auch nichts dagegen, einige Tore und Torvorlagen beizusteuern.
Thomas Siedler

Aalen sz Womöglich bleibt er der einzige Winterneuzugang beim Fußball-Drittligisten VfR Aalen. Der 20-jährige Philipp Hercher ist auf Leihbasis vom 1. FC Nürnberg gekommen und möchte nun im schwarz-weißen Trikot auf sich aufmerksam machen. Im Idealfall mit vielen Einsatzzeiten im Offensivbereich, noch idealer mit vielen Toren oder Torvorlagen möchte er im kommenden Jahr durchstarten. Unser Redakteur Timo Lämmerhirt hat sich mit Hercher unterhalten und sich erkundigt, was die Ziele der jungen Offensivkraft sind, persönlich und natürlich mit der Mannschaft.

Von Einleben kann man freilich nicht sprechen nach eineinhalb Wochen, dennoch: Sind Sie schon angekommen auf der Ostalb?

Ich habe mich tatsächlich schon relativ gut eingelebt. Ich bin bei Rico Preißinger eingezogen, der hatte noch ein Zimmer unterm Dach frei. Das Zusammenleben mit uns klappt ganz gut. Wir haben in Nürnberg miteinander gespielt und kennen uns schon einige Jahre. Mit den anderen Spielern bin ich auch schon etwas essen gewesen, da lernt man sich schnell kennen. Wir freuen uns aber jetzt aufs Trainingslager mit super Bedingungen und nicht dem ganzen Schnee. Da werden wir zusätzlich zusammenrücken, das wird auch mir noch einmal gut tun.

Hilft Ihnen Rico Preißinger bei der Eingewöhnung, auch innerhalb der Mannschaft?

Es ist super, dass Rico schon das halbe Jahr gespielt hat, nebenbei super gespielt hat. Natürlich hilft er mir weiter. Außerdem sitze ich abends nicht alleine in meiner Wohnung und kann nichts machen und bin einsam. Ich habe einen Kumpel von früher, der mir den Einstieg enorm erleichtert.

Nun kennen Sie die klimatischen Verhältnisse im Süden Deutschlands ganz gut, sind in Rheinfelden geboren und Franken ist ebenfalls nicht weit weg.

(schmunzelt) Das stimmt, mein Vater hat damals in Rheinfelden gearbeitet, dort bin ich groß geworden, auf der deutschen Seite Rheinfeldens. Als ich drei Jahre alt war, sind wir dann nach Niederbayern gezogen. Dort habe ich dann meine ersten Schritte im Fußball gemacht, in meinem Heimatverein Ihrlerstein.

Danach ging es zu Jahn Regensburg, wo ich auch einige Jahre gekickt habe und dann schon nach Nürnberg.

Aalens Kapitän Markus Schwabls ist bekanntlich Bayer, wird da schon in der Landessprache miteinander gesprochen?

(lacht) Ne, er hat mir schon gesagt, dass für ihn Niederbayern nicht zu Bayern zählt.

Mit Fabian Menig und Alexandros Kartalis verfügt der VfR über zwei Paradebeispiele, wie Leihgeschäfte funktionieren können. War das für Sie ein zusätzlicher Anreiz, zum VfR zu wechseln?

Natürlich, ich habe schon gesehen, dass hier viele junge Spieler aktiv sind. Die beiden haben hier einen Riesenschritt gemacht, spielen regelmäßig. Das ist natürlich auch mein Ziel. Ich möchte regelmäßig Spielzeiten bekommen. Dahingehend sind die beiden Vorbilder, wenn man das so nennen möchte.

Was sind denn neben Spielpraxis weitere Ziele für Sie beim VfR, es geht ja jetzt auch alles recht schnell?

Das halbe Jahr ist schnell um, das stimmt. Ich wollte diesen Schritt aber jetzt unbedingt machen.

Zwar habe ich in Nürnberg schon Zweitligaluft schnuppern dürfen und stand ab und zu im Kader, spielte aber meist in der Regionalliga.

Gerade aber als junger Spieler bringen mir Minuteneinsätze nicht so viel. Ich hoffe, dass ich diese Spielzeiten nun bekomme, auf Profiniveau. Von der Regionalliga zur 3. Liga ist es noch einmal ein großer Sprung. Deswegen hoffe ich natürlich, dass ich den Trainer möglichst schnell von mir überzeugen kann. Ich möchte dann aber auch nicht nur dabei sein, sondern etwas zeigen.

Jetzt sind Sie mehr oder weniger der Ersatz für Firat Sucsuz, der nach Jena ausgeliehen wurde. Ist die linke Offensivbahn Ihre Lieblingsposition?

Es ist mir eigentlich relativ egal, ob ich rechts oder links spiele. Meiner Meinung nach spiele ich rechts besser. Links gefällt es mir aber auch. Ich kann auch zentral vorne spielen, bin relativ flexibel einsetzbar. Ich habe eigentlich keine Lieblingsposition.

In Aalen sehnt man sich gemeinhin nach einem Knipser, der alleine schon für eine stattliche Anzahl an Toren steht. Hat der VfR mit Ihnen nun diesen Knipser gefunden?

(lacht) Das hoffe ich doch. Ich werde mich jetzt aber bestimmt nicht auf eine Anzahl festlegen. Aber klar, ich bin Offensivspieler und als Offensivspieler möchtest du Tore schießen oder Tore vorbereiten. Wenn mir das gelingt, ist es optimal. In der A-Jugend und der Regionalliga hat das eigentlich immer ganz gut geklappt. Hoffentlich geht es beim VfR so weiter.

Hatten Sie in Nürnberg die Möglichkeit, sich mit dem ehemaligen Aalener Jürgen Mössmer zu unterhalten, um sich vielleicht etwas über den VfR zu informieren?

Über Aalen konkret nicht, er hat mir aber früher schon von Aalen berichtet und das hat sich immer recht positiv angehört. Ein Jahr habe ich mit ihm zusammen gespielt, er ist ein cooler Typ.

Nun hat Trainer Peter Vollmann bereits angedeutet, dass Sie auch ausgeliehen wurden, um Sie eventuell über den Sommer hinaus beim VfR zu halten. Käme das für Sie infrage oder zieht es Sie direkt wieder nach Nürnberg?

Ich bin jetzt mit dem Kopf voll beim VfR. Wenn ich gut spiele und es alles passt, wieso sollte ich dann nicht noch ein Jahr hier bleiben?

Meiner Entwicklung schaden wird das sicherlich nicht. Jetzt haben wir uns aber erst einmal auf ein halbes Jahr geeinigt, alles andere wird man dann zu einem späteren Zeitpunkt sicherlich klären können. Da spielen aber immer so viele Faktoren eine Rolle, mit denen ich mich jetzt noch nicht befasse.

Wie sehen denn Ihre Ziele mit der Mannschaft aus?

Die Mannschaft hat schon ordentlich Punkte gesammelt.

Die 28 Zähler sind schon gut. Das nächste Ziel ist natürlich, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen, also die 45 Punkte zu holen. Das ist das Ziel hier im Verein und damit natürlich auch mein Ziel. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen.

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