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Lindau (Bodensee)
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„Gänsehautfeeling“ beim 3-Länder-Marathon

Die elfte Auflage des Marathons von der Lindauer Insel über St. Margreten nach Bregenz bereichern 51 Nationen

Freuen sich trotz nasskaltem Wetter am Sonntag auf den Marathon (von links): Martin Jäger, Robert Küng und Günter Ernst.
Freuen sich trotz nasskaltem Wetter am Sonntag auf den Marathon (von links): Martin Jäger, Robert Küng und Günter Ernst.
ded

Lindau sz Es war Punkt 13 Uhr, als rund 200 Laufsportbegeisterte das Bregenzer Festspielhaus stürmten, um in den ersten Stock zu gelangen, wo sich die Startnummernausgabe befindet. Auf der Homepage des Sparkasse-3-Länder-Marathons wird die verbliebene Zeit bis zum Startschuss des größten Laufsportevents am Bodensee heruntergezählt, die Flyer versprechen „Gänsehautfeeling“ und „Drei Länder – kein Pass“. Was ja insofern bemerkenswert ist, da die Schweiz bekanntlich nicht zur EU gehört.

OK-Chef Robert Küng, Rennleiter Günter Ernst und Martin Jäger, Vorstandsvorsitzender des Hauptsponsors, waren bei der Pressekonferenz der elften Auflage des Marathons, der etwa 6000 Läufer aus 51 Nationen an den Start bringt (inklusive Halb- und Viertelmarathon), voller Vorfreude. Obwohl die Wettervorhersage so gar keine Freudensprünge zulässt. Das Trio versuchte jedoch im Saal „Propter Homines“, der frei mit „zum Wohle der Menschen“ übersetzt werden kann, gute Stimmung zu verbreiten. Wohl wissend, dass einigen Teilnehmern am Sonntagmittag nach 42,195 Kilometern nicht mehr so wohl sein dürfte. Nicht nur aufgrund der Witterung.

Insgesamt kann die größte Breitensportveranstaltung der Bodenseeregion mit rund 9000 Teilnehmern aufwarten. Deutschland ist mit 2700 Startern nach wie vor die stärkste Nation, gefolgt von Österreich (1700) und der Schweiz (500). Dahinter folgen Island (130), Italien, die USA, Norwegen und Frankreich. Aus Australien ist „Marathon-Man“ Trent Morrow am Start. Er hält den inoffiziellen Weltrekord der meist absolvierten Marathons (160) auf allen Kontinenten in einem Jahr. Start der Königsdisziplin, bei der 25 Pacer eingesetzt werden, ist am Sonntag um 10.30 Uhr am Lindauer Hafen, 650 Helfer (zahlreiche vom TV Reutin und TSV Oberreitnau) sind neben der Strecke im Einsatz.

Bei den Damen sieht Rennleiter Günter Ernst die Vorjahressiegern Ivana Iozzia (ITA, Bestleistung 2.34:07) als Favoritin, gefolgt von Julia Galuschka (GER, 2.40:00) und Karin Freitag (AUT, 2.42:00). Bei den Herren sind der in der Schweiz lebende Kenianer Hirum Mwangi Wandangi (2.18:27) und der Deutsche Andreas Straßner (2.18:40) als Top-Favoriten einzustufen. Aber auch der in Linz lebende Kenianer Isaac Kosgei (2.23.34) kann als Sieganwärter gesehen werden.

Einige Favoriten

Läufer von den nach 2011 und 2008 zum dritten Mal organisierten Österreichischen Marathon-Staatsmeisterschaften dürften kaum ganz vorne zu finden sein (Kosgei gehört dem Verein in Österreich noch keine zwei Jahre an), bei den Damen gelten Karin Freitag (LG Itter, 2.43:25) und Sandra Urach (Im Wald läufts, 2.50:38) als Titelanwärterinnen, bei den Herren vor allem Endris Seid (LC Attnang Vöcklabruck, 2.28:44). Insgesamt sind 1300 Teilnehmer für den Marathon gemeldet (plus 14 Prozent gegenüber 2016), 1000 Finisher hätten die Veranstalter gerne gesehen. Eine Steigerung dürfte wieder 2018 zu erwarten sein, da dann erstmals die Schweizer Meisterschaften im Rahmen des 3-Länder-Marathons über die Bühne geht.

Eine Steigerung des nahezu unveränderten Etats von 400000 Euro ist laut Robert Küng kein leichtes Unterfangen. „Mit Ausnahme der Lindauer Sparkasse haben wir nur österreichische Unternehmen an Bord, obwohl Deutschland mit seinen knapp 3000 Teilnehmern eigentlich einen attraktiven Markt darstellt. Freilich klopfen wir bei Firmen frühzeitig an, doch das Angebot an Events auch in unserer Region wird nicht weniger. Bei den Startgebühren sind wir zwar weit unter denen, die international üblich sind, jedoch dürfen wir nicht von Breite reden und dann elitäre Preise verlangen“, so der OK-Chef im SZ-Gespräch.

Das im Vorjahr gestartete Konzept, die Elite der Veranstalterländer Deutschland, Schweiz (inkl. Liechtenstein) und Österreich in den Vordergrund zu stellen, fand zwar erneut Zustimmung, soll aber überdacht werden. Denn ausschließlich Teilnehmer aus beziehungsweise mit Hauptwohnsitz in diesen Ländern können das Preisgeld mit nach Hause nehmen. Der Halbmarathon, der Viertelmarathon und der Teambewerb starten am Sonntag gemeinsam um 11.15 in Lindau. Nachmeldungen zu allen Bewerben sind auf der Sport-Aktiv-Messe im Festspielhaus in Bregenz bis einschließlich Sonntag, 9.30 Uhr möglich. Die Sport-Aktiv-Messe wird 2018 nach Lindau zurückkehren, wenn die neue Inselhalle wieder Schauplatz des Geschehens sein soll.

Versteigerung zugunsten der Kinderhilfe

Der heutige Samstag, der traditionell ganz im Zeichen der Kinderläufe in Bregenz steht, beginnt in diesem Jahr schon um 8.30 Uhr. Der neue „Hämmerle-Kaffee Breakfast-Run“ über vier Kilometer soll einen schönen Beginn des Lauf-Wochenendes bieten. Ab 10.30 Uhr übernehmen dann aber wieder die Kinder das Kommando im Casino-Stadion Bregenz. Spaß an der Bewegung und das gemeinsame Erlebnis stehen beim „Vorarlberg-bewegt-Kindermarathon“ klar im Vordergrund. 2000 Kinder werden erwartet. Und auch in diesem Jahr ist für Zuschauer die Benutzung von Bahn und Bus im Netz des Vorarlberger Verkehrsverbundes kostenlos. Der dafür notwendige Coupon kann auf www.vmobil.at ausgefüllt werden.

Jedes Jahr stellt sich der Sparkasse 3-Länder-Marathon in den Dienst der Ronald McDonald Kinderhilfe Österreich. In diesem Jahr kann ein eScooter im Design des 3-Länder-Marathons, zur Verfügung gestellt von SNE eMobility aus Lustenau, ersteigert werden. Bis Montag, 9. Oktober, 17 Uhr, können Gebote für den Marathon-Scooter abgegeben werden. Rufpreis ist 1000 Euro. Gebote können an info@sparkasse-3-laender-marathon.at gesendet werden. Telefonisch auch unter +43(0)50100 - 75100. Der komplette Erlös geht an die Kinderhilfe.

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