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Fünf Jahrzehnte an der Pfeife

Ehrungen beim Kameradschaftsabend der Fußball-SRG Saulgau in Friedberg
„Wiese“ mit seinem neuen Trikot: Anton Guth (links), Obmann der Schiedsrichtergruppe Saulgau, überreicht Alois „Wiese“ Steiner sein ganz besonderes Jubiläumstrikot zu 50 Jahren an der Pfeife und ernennt ihn zum Ehrenschiedsrichter der Gruppe Saulgau.
„Wiese“ mit seinem neuen Trikot: Anton Guth (links), Obmann der Schiedsrichtergruppe Saulgau, überreicht Alois „Wiese“ Steiner sein ganz besonderes Jubiläumstrikot zu 50 Jahren an der Pfeife und ernennt ihn zum Ehrenschiedsrichter der Gruppe Sa
Fotos (2): Marc Dittmann

Bad Saulgau mac Die Schiedsrichtergruppe Saulgau (SRG) hatbei ihrem Kameradschaftsabends am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus in Friedberg sieben Unparteiische geehrt. Drei Schiedsrichter, Erich Schebetka, Fernando Winter und Michael Jahnel erhielten Auszeichnungen des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV), die Stephan Gerster, Mitglied im Verbandsschiedsrichterausschuss, überreichte. Zwei Schiedsrichter, Alois Steiner und Georg Scheffold, erhielten Auszeichnungen der Gruppe für ihr jahrzehntelanges Engagement, da der Verband nur Auszeichnungen bis 25 Jahre vorsieht. Behzad Javor (1000 Spiele) und Florian Guth (500) wurden für „runde“ Spieljubiläen geehrt.

Obmann Anton Guth überraschte Alois Steiner: Ex-Bundesligaschiedsrichter Knut Kircher, der seine Teilnahme am Kameradschaftsabend als Ehrengast wegen einer DFB-Verpflichtung absagen musste, hatte eine Videobotschaft für seinen langjährigen Freund und Weggefährten Alois Steiner geschickt. Kircher erinnerte sich an gemeinsame Leistungstests und verglich die Laufbereitschaft Steiners mit der eines berühmten Werbemaskottchens. „Den Wiese konntest du, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, auf die Bahn stellen: Der ist gelaufen wie ein Duracell-Hase. 50 Jahre an der Pfeife, das ist eine tolle Geschichte“, sagte Kircher. „Standesgemäß“ (O-Ton Kircher) schloss Kircher seine Laudatio ab, öffnete eine Flasche Weißbier und prostete „Wiese“ via Video zu.

SRG-interne Ehrungen

Alois Steiner (SV Uttenweiler) leitet seit 50 Jahren Fußballspiele. Er begann seine fußballerische Laufbahn beim SV Uttenweiler, unter anderem als aktiver Spieler, und legte 1967, im Alter von 18 Jahren die Schiedsrichterprüfung ab. Er pfiff Spiele Partien bis zur Landesliga (Aufstieg 1989), in dieser fast zehn Jahre. „Alois war einige Jahre unser einziger Amateurliga-Schiedsrichter“, sagte Obmann Anton Guth und lobte Steiners Fitness, mit der er sich beim alljährlichen Leistungstest präsentiere, so auch in dieser Saison, als er mit 68 Jahren die zwölf Runden des Fitnesstests in 35:45 Minuten lief. Steiner sei pflichtbewusst und lasse sich auch von Rückschlägen (Verletzungen, Unfälle) nicht zurückwerfen. Inzwischen rangiert Steiner mit 1960 Spielleitungn an Position drei der Bestenliste der Saulgauer Gruppe. Derzeit leitet Steiner 40 Spiele pro Jahr bis zur Bezirksliga, der ehemalige Gemeinderat hat alle Verbandsauszeichnungen bis Gold erhalten, ebenso wie Vereinsehrungen und engagiert sich bei Musik- und Reservistenverein. Guth ernannte Steiner im Namen der SRG zum Ehrenschiedsrichter.

Georg Scheffold (Eintracht Seekirch) aus Ahlen leitet seit 45 Jahren Fußballspiele. Er spielte für seinen Heimatverein und in der Jugend für den SV Oggelshausen. Scheffold legte 1972 die Schiedsrichterprüfung ab und leitete Spiele bis zur Kreisliga A. Derzeit ist er noch im Jugendbereich eingesetzt, rund 20 bis 30-mal im Jahr. „Georg Scheffold gilt als sehr ruhiger und sachlicher Kamerad“, so Anton Guth. Im Verein übte Scheffold, der sich auch als Feuerwehrmann engagiert, gleich mehrere Positionen aus: Mitglied im Spielausschuss (6 Jahre), Vereinswirt (10), Mannschaftsbetreuer (5) und Platzkassierer (5). Von Seiten des Verbandes erhielt er alle Auszeichnungen bis Gold (25 Jahre), ist seit 1992 Ehrenmitglied in Seekirch und erhielt die internen Ehrungen der Gruppe.

Ehrungen des Verbandes

Erich Schebetka (FV Bad Waldsee) ist vom WFV mit der Verbandsehrennadel in Gold für 25 Jahre ausgezeichnet worden. Schebetka stammt aus Ertingen, spielte dort und legte seine erste Schiedsrichterprüfung ab. 1992 zog Schebetka nach Bad Waldsee und wechselte zum dortigen FV, legte in diesem Jahr erneut die Prüfung ab und pfiff – trotz Wohnsitz Bad Waldsee – der die SRG Saulgau. Schebetka leitete Spiele in der Bezirksliga, schaffte 1996 den Aufstieg in die Landesliga, wo er zwei Jahre blieb. Danach war er gefragter Assistent, acht Jahre lang bei Andreas Reichle (Bad Waldsee), bis zur Verbandsliga. Ab der Saison 2003/2004 war er als Beobachter in der Bezirksliga, seit 2006/2007 in der Landesliga eingesetzt. Er coacht im Förderkader Nachwuchsschiedsrichter und gehört im Futsal zum Expertenteam der Gruppe. Pro Saison leitet er 30 Spiele und Beobachtungen. „Obwohl er in Bad Waldsee wohnt, hält er an der SRG Saulgau fest, fährt viele Kilometer zu den Schulungen“, sagte Guth. Schebetka erhielt bereits die Ehrennadeln des Verbandes in Silber und Bronze.

Fernando Winter (SV Herbertingen) erhielt ebenfalls die Verbandsehrennadel in Gold. Winter begann 1979 mit dem Fußballspielen und übernahm nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn Aufgaben im Verein. Seit 2002 ist er Vereinsschiedsrichterbeauftragter (VSRB), er war stellvertretender Jugendleiter, Spielleiter Aktive, stellvertretender Abteilungsleiter und Abteilungsleiter beim SVH. Seit 2010 ist er außerdem Jugendstaffelleiter im Bezirk bei den Mädchen. Die Schiedsrichterprüfung legte er im Jahre 1992 ab, pfiff einige Jahre in der Bezirksliga unter Beobachtung und stand als Assistent in Gespannen bis zur Verbandsliga an der Linie. Auch er coacht im Förderkader. „ Fernando ist ein sehr zuverlässiger und konsequenter Kamerad, der uns Einteilern auch oftmals kurzfristig Spiele übernimmt“, lobte ihn Guth. In der vergangenen Saison leitete Winter rund 60 Spiele. 2011 war er einer der Ehrenamtspreisträger im Bezirk Donau, erhielt die Verbandsehrennadeln Silber und Bronze.

Michael Jahnel (SV Bolstern) aus Boms erhielt die Verbandsehrennadel in Silber. Er begann im Alter von sechs Jahren mit dem Fußball beim FV Bad Saulgau, wechselte 1992 als Aktiver zum SV Ebenweiler und nach acht weiteren Jahren zum SV Bolstern. 2008 wurde er Jugendleiter des Vereins. 1997 legte Jahnel die Schiriprüfung ab, trat in die Fußstapfen seines Bruders Jürgen Jahnel. Michael Jahnel leitet Spiele bis zur Bezirksliga. Außerdem ist er höherklassig als Assistent eingesetzt. Er ist Futsalexperte der SRG und seit der vergangenen Saison mit Lothar Müller Jugendeinteiler der Gruppe. „Dieses Team hat sich zur Zufriedenheit aller bestens bewährt“, sagte Guth. Jahnel coacht ebenfalls im Förderkader. Im September 2012 erhielt er die Ehrennadel in Bronze.

1000 und 520 Spiele

Behzad Javor (FV Altshausen) wurde von Obmann Anton Guth gruppenintern für 1000 Spielleitungen (aktueller Stand: 1018) geehrt. Javor ist seit 1979 Schiedsrichter und wird bis zur Kreisliga B eingesetzt. „Er pfeift seine Spiele in einer ruhigen Art zur besten Zufriedenheit der Vereine“, sagte Guth. 40 bis 50 pro Saison.

Florian Guth (FV Altheim) aus Riedlingen hat bis heute 520 Spiele geleitet. Er legte die Schiedsrichterprüfung im Jahr 2008 ab, pfiff in der vergangenen Saison Spiele in der Bezirksliga unter Beobachtung und schaffte den Aufstieg in die Landesliga (die Schwäbische Zeitung berichtete). „Trotz Beruf und Abendschule hat er es in der vergangenen Saison auf 47 Spieleinsätze gebracht“, sagte Obmann Anton Guth mit etwas Stolz in der Stimme über seinen Sohn.

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