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Erfolgreiches Riss-Jahr auf der Insel

Hauptsächlich in Großbritannien waren die Motorsportler Mark und Erik in diesem Jahr unterwegs

Nach nur kurzer Pause steigen Mark (links) und Erik Riss bereits wieder in die Vorbereitungen für 2018 ein. 2017 feierten sie ihre Erfolge vor allem in den beiden britischen Ligen.
Nach nur kurzer Pause steigen Mark (links) und Erik Riss bereits wieder in die Vorbereitungen für 2018 ein. 2017 feierten sie ihre Erfolge vor allem in den beiden britischen Ligen.
Susi Weber

Bad Wurzach sz Eine lange Saison ist vorüber. Um die 100 Rennen hat Erik Riss in diesem Jahr absolviert, verletzungsbedingt etwas weniger sein Bruder Mark. Den Erfolg nicht an Titeln festgezurrt sehen wollen, möchten beide Riss-Brüder. Beide haben sich im Speedwayland Großbritannien deutlich weiterentwickelt. Beide haben auch bereits für 2018 einige Interessenten, die sie gerne unter Vertrag haben möchten.

„Average“ ist das Zauberwort, das in der internationalen Speedwayszene Klang hat. Der Punktedurchschnitt eines Rennens ist schließlich jenes Parameter, das für die Clubs zählt. Ob in Polen, Skandinavien oder Großbritannien starren Team-Verantwortliche, Sponsoren und Fans gleichermaßen auf diese Listen. Und was sie bei Erik und Mark Riss entdecken, ist nicht von schlechten Eltern. Beide traten 2017 sowohl in der ersten wie in der zweiten englischen Liga an. Beide haben ihren Average in beiden Ligen mindestens gehalten bis knapp verdoppelt.

Fingerverletzung nach Sturz im Juni

„Für mich war es die erste volle Saison als Profi“, sagt Mark Riss. Der 23-Jährige war in der ersten Liga bei Wolverhampton unter Vertrag und am Ende mit dem Team Vizemeister. Mit Edinburgh, wo er gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Erik zum Zweitligateam der „Monarchs“ gehörte, schied er denkbar knapp in den Playoffs im Halbfinale aus.

Tiefpunkt der Saison war für Mark Riss ein Sturz Mitte Juni, der gerissene Sehnen an zwei Fingern und zwei Monate Zwangspause bedeutete: „Danach habe ich in einem Monat 22 Rennen gefahren.“ Mit dem AC Landshut wurden Mark und Erik Riss Deutsche Mannschaftsmeister, mit Herxheim im Speedway Team Cup, einer Art zweiten Liga, Dritte. In den Prädikats-Einzelmeisterschaften lief es für den Älteren der Riss-Brüder nicht ganz optimal: „In der WM-Quali bin ich bereits in der ersten Runde ausgestiegen, bei der Deutschen Speedwaymeisterschaft Sechster geworden.“

Einen Rang besser war Bruder Erik platziert. Während Mark Riss verletzungsbedingt auf einen Einsatz in der Speedway-Nationalmannschaft verzichten musste, verunfallte Erik Riss auf dem Weg nach Riga und kam ebenfalls nicht zum Einsatz. Trotzdem sein britisches Erstligateam, die Leicester Lions, am Ende das Tabellenschlusslicht bildeten, waren sowohl das Management als auch er selbst sehr zufrieden: „Für die Premierleague-Vereine ist es immer riskant, jemanden aus der zweiten Liga zu verpflichten, da der Average aus der zweiten Liga übernommen wird.“ Heißt: Der Club kauft sich sozusagen eine wenig einschätzbare Unbekannte, deren Schnitt in den maximal möglichen Mannschafts-Average zählt. Erik Riss bestätigte das in ihn gesetzte Vertrauen: „Ich konnte die hohe Einstufung tatsächlich halten.“

Den Schritt, 2017 voll auf Großbritannien gesetzt zu haben, bereuen Mark und Erik Riss nicht. „Was mich betrifft: Ich habe viel gelernt“, sagt Mark Riss. Körperlich, mental und logistisch müsse und möchte er 2018 noch besser vorbereitet sein. Seit Sommer setzt er zudem auf einen Vollzeitmechaniker, um selbst mehr Zeit für andere Bereiche zu haben. Überzeugt ist Mark Riss davon, dass man auf den anspruchsvollen Bahnen auf der Insel „das Speedwayfahren erst so richtig lernt“.

Mit „ziemlich zufrieden“ bewertet Erik Riss seine Saison. Fast alle selbst gesteckten Ziele hat er – mit einer Ausnahme – erreicht: „Ich wollte Deutscher Meister werden. Das hat nicht ganz funktioniert.“ Sich in der Premierleague zu etablieren und dort dauerhaft einen Platz zu sichern, bezeichnet Erik Riss als nächste zu bewältigende Hürde auf dem angestrebten Weg in den Speedway Grand Prix und damit der Meisterschaft der Top-Piloten dieser Welt. Bereits unterzeichnet sind Verträge in der ersten dänischen und schwedischen Liga sowie beim AC Landshut. Noch offen ist, wo genau die Riss-Brüder in Großbritannien antreten werden. Dafür herrscht für Erik Riss in anderer Hinsicht Klarheit: „Ich werde mich wie Mark voll auf die kürzere Speedwaybahn konzentrieren und will dort vorankommen“.

Trotz der vielen Rennen mussten die Brüder 2017 übrigens nur viermal gemeinsam zum familieninternen Duell ans Startband rollen. Wer der Bessere war? Beide schmunzeln: „Es ging unentschieden aus.“

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