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Eine Chance für die Jugend

Trainerduo übernimmt ab der neuen Saison beim FC Ostrach

Jugend forsch: Das neue Trainergespann des Landesligisten FC Ostrach: Simon Kober (links) und Lukas Maier (re.).
Jugend forsch: Das neue Trainergespann des Landesligisten FC Ostrach: Simon Kober (links) und Lukas Maier (re.).
Hubert Möhrle

Ostrach sz Fußball-Landesligist FC Ostrach hat einen Nachfolger für Trainer Miroslav Topalusic gefunden, genauer gesagt gleich zwei: Lukas Maier und Simon Kober übernehmen zur neuen Saison beim Dritten der gerade zu Ende gegangenen Saison. Das hat der Verein durch seinen Abteilungsleiter Sebastian Irmler am Rande des Relegationsspiels des SV Sigmaringen gegen den SC Türkiyemspor am Samstagnachmittag bekannt gegeben (die Schwäbische Zeitung berichtete). Maier und Kober sollen sich die Aufgabe gleichberechtigt teilen. Kober, der eigentlich nach der Saison seine Laufbahn beenden wollte, soll, so der Wunsch von Lukas Maier, weiter als Spieler für den Verein aktiv sein.

„Oh nein, bitte nicht, lass ihn bitte, bitte einfach nur so anrufen“, habe er sich gedacht, gesteht Lukas Maier offen und ehrlich, als er im Display seines Mobiltelefons vor einigen Tagen die Nummer seines alten Weggefährten Sebastian Irmler aufblinken sah. Denn da schwante ihm bereits, mit welcher Bitte beziehungsweise mit welchem Angebot Irmler an ihn herantreten würde, hatte doch auch Maier die Trennung des Vereins und Trainer Miroslav Topalusics recht hautnah mitbekommen. Doch Irmler tat ihm nicht den Gefallen, habe ihm angeboten, ab der neuen Runde Trainer des Landesligisten FC Ostrach zu sein - gemeinsam in einem Duo mit Simon Kober.

Langsam freundete sich Lukas Maier, nach seiner Anfangszeit bei den Aktiven beim SV Hoßkirch einst Spieler in der Landesliga beim FV Bad Saulgau und beim FV Biberach und beim FV Ravensburg in der Verbandsliga, mit dem Gedanken an. „Ich musste erst einige Dinge abklären, schließlich habe ich in den vergangenen drei Jahren meinen Meister gemacht, habe begonnen ein Haus umzubauen und wollte eigentlich eine Pause einlegen“, sagt Maier. Auch freundete er sich mit dem Gedanken an, den Job gemeinsam mit Simon Kober, seinem alten Weggefährten aus Auswahlzeiten, zu machen. „Natürlich habe ich auch lange mit Miro (Miroslav Topalusic, d. Red.) gesprochen“, sagt Maier über den Mann, der den FC Ostrach auf Platz drei der Landesliga führte und einst Maiers Trainer in Hoßkirch, Bad Saulgau und Biberach war und damit so etwas wie das Trainer-Vorbild des Angreifers ist. Irgendwann sei er dann vom Projekt überzeugt gewesen, schildert Lukas Maier das Ergebnis der Überlegungen.

Lange Gespräche geführt

Zur Wahl der Trainer, vor allem des „Externen“ Maier, sagt Sebastian Irmler: „Ich kenne Lukas schon lange, hatte ihn eigentlich für unsere zweite Mannschaft im Auge, um ihn langfristig aufzubauen.“ Und auch Lukas Maier sagt: „Inzwischen sehe ich das als Chance für einen jungen Trainer wie mich. Ich meine: Wann kriegt man schon mal die Chance als junge Trainer, wie Simon und ich es sind, bei einem Landesligisten zu arbeiten, der so ein tolles Umfeld hat wie der FCO?“

Auf den ersten Anruf folgten einige lange Gespräche an deren Ende die Einigung stand. „Wir sind viele Stunden zusammengesessen, haben geredet und überlegt, wie wir es anlegen“, sagt Simon Kober, selbst Gymnasiallehrer für Sport und Deutsch und Inhaber der Trainer-C-Lizenz. „Man sollte nicht zu sehr in die Vergangenheit schauen“, warnen beide. „Miro hat zweifelsohne seine Verdienste um die Mannschaft, aber wir schauen vor allem nach vorne. Wir müssen unseren Weg finden. Miro hat uns auch viel Glück gewünscht“, schildert Lukas Maier, beruflich Elektromeister bei den TWS in Ravensburg.

Verjüngung angepeilt

Die Mannschaft sei charakterstark, habe Typen in ihren Reihen, weiß Simon Kober aus eigener Erfahrung. „Wir wollen auch das Feedback der Spieler.“ Immerhin war der 32-Jährige bis vor 14 Tagen selbst Spieler der „Zebras“ - und, geht es nach dem Willen Lukas Maiers, soll das auch in der kommenden Saison bleiben. Der hatte eigentlich vor, in der kommenden Saison zu pausieren, nachdem sein zweites Engagement in Hoßkirch nicht ganz nach Wunsch verlaufen war. „Aber beim ersten Mal war das klasse, eine tolle Zeit, die vom Aufstieg gekrönt wurde“, schildert Maier. Simon Kober hat nach seiner Zeit in der Ostracher Jugend, in der Jugend beim SC Pfullendorf, dann unter anderem beim südbadischen Verbandsligisten SC Konstanz-Wollmatingen, dann beim FC Kreuzlingen in der Schweiz gespielt, ehe er zur Saison 2013/2014 zum FC Ostrach zurückkehrte und zum Rückgrat der Zebras gehörte.

Beide wollen zusammen vor allem den Spaß am Fußball neu entfachen, versuchen junge Spieler einzubauen, auch vor dem Hintergrund des anstehenden Generationenwechsels beim FC Ostrach. „Für uns zählt in der neuen Saison nur den Klassenerhalt zu sichern, und das möglichst zeitig“, sagt Maier. Denn: War der FC Ostrach doch nach dem Aufstieg vor vier Jahren eine der jüngeren Mannschaften, sind die „Zebras“ ein bisschen in die Jahre gekommen, mit etwas über 29 Jahren im Durchschnitt oft genug eines der älteren Teams.

Und so kommt ab Anfang Juli eine spannende Zeit auf das neue, junge Ostracher Trainerduo zu. „Wir starten am 9. Juli mit dem Training und wir versprechen: Der Rasen wird brennen“, sagen beide.

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