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Isny im Allgäu
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Der FC Isny ist in Lauerstellung

In der Fußball-Bezirksliga steht die Mannschaft auf Platz sechs – Nur drei Punkte fehlen zum Tabellenzweiten

David Berg (im Vordergrund) sorgte mit zwei Treffern für den Heimsieg des FC Isny gegen den SV Kressbronn.
David Berg (im Vordergrund) sorgte mit zwei Treffern für den Heimsieg des FC Isny gegen den SV Kressbronn.
Michael Panzram

Isny sz Mit dem überzeugenden 3:1-Erfolg gegen den spielstarken Tabellendritten SV Kressbronn hat der FC Isny am Sonntagnachmittag auf dem heimischen Kunstrasenplatz bewiesen, dass er die besten Mannschaften der Fußball-Bezirksliga schlagen kann. Die bisherige Saison läuft für den FCI aber noch zu inkonstant, um selbst ganz vorne zu stehen. Doch ist das Team von Trainer Uwe Hansen nur zwei Punkte von Platz zwei entfernt in Lauerstellung.

Beim FC Isny haben die vergangenen Jahre ihre Spuren hinterlassen. Vor diesem Hintergrund ist der letzte Satz der Spielanalyse auf der Facebook-Seite der Isnyer nach dem Sieg zum Rückrundenbeginn gegen Kressbronn zu lesen. Da heißt es wörtlich:„Ein wichtiger Dreier, der den Abstand zu den Abstiegsrängen vergrößert und mit einer Distanz von lediglich drei Punkten auf den zweiten Platz.“ Spuren deshalb, weil sie beim FCI auch schon einmal zu früh und zu laut davon sprachen, ganz unbedingt wieder in die Landesliga aufsteigen zu wollen.

Eine Mannschaft mit viel Erfahrung

Vor zwei Jahren hieß die Quittung dafür: fünf Niederlagen zu Saisonbeginn, Trainer entlassen, die Spielzeit irgendwie ordentlich rumkriegen, wieder neu ansetzen. Vom möglichen Aufstieg spricht im Moment eigentlich keiner beim FCI, rund um den Sportplatz ist fast schon so etwas wie Gemütsruhe zu spüren. Es scheint, als habe sich der FC Isny in der Bezirksliga eingerichtet. Jedenfalls fast. Denn so ganz ohne Ambitionen sind sie beim langjährigen Landesligisten, der sogar zwei Spielzeiten in der Verbandsliga verbrachte, natürlich nicht. Der Vereinsvorsitzende Konrad Schüle sagt: „Im Frühjahr wollen wir nochmal richtig was bewegen und voll angreifen.“

Mit dem aktuellen Kader hat der FC Isny allen Grund, sich zu den stärksten Teams in der Bezirksliga zu zählen. Die Mannschaft ist erfahren, sie zeichnet eine gute Mischung aus robusteren und technisch feineren Kickern aus – und dann ist da noch David Berg. Elf Saisontore hat der Mittelstürmer, der vor der Saison vom Ligakonkurrenten SV Mochenwangen ins Allgäu wechselte, bisher vorzuweisen, gegen Kressbronn waren es allein zwei. Zur Treffsicherheit kommt bei Berg eine Ballbehandlung, die ihn zu einer Allzweckwaffe im letzten Drittel vor dem gegnerischen Tor macht. Wird er angespielt, kann er etwas mit dem Ball anfangen; im Abschluss klappt es zusätzlich sehr gut. Mit solch einem Torjäger lässt sich ganz oben angreifen.

Alles prima also beim FC Isny? Nicht ganz. Die aktuellen Ausfälle drücken schwer – wenn auch Innenverteidiger Marc Ludwig gegen Kressbronn nach überstandenem Kreuzbandriss sein Comeback feierte. „Meine Mannschaft stellt sich im Moment fast von allein auf“, beklagte Trainer Uwe Hansen jüngst. Apropos Hansen. Mit ihm hat sich der FC Isny vor etwas mehr als einer Saison einen geholt, der zuvor lange Jahre mit dem SV Amtzell an Bezirksliga-Luft gewöhnt und erfolgreich war. Auch auf dieser Position kann der FCI also Erfahrung vorweisen.

Schon vier Heimniederlagen – unter anderem gegen Beuren

Was in dieser Saison noch fehlt, ist die Konstanz: Wieder ging das fürs Isnyer Selbstvertrauen so immens wichtige Derby gegen den SV Beuren verloren – eine von gleich vier Heimniederlagen. „Das war letzte Saison unsere Stärke. Da haben wir daheim kein Spiel verloren“, sagt Schüle. Zudem setzte es gegen den zu diesem Zeitpunkt extrem schwachen SV Haisterkirch eine äußerst schmerzhafte Pleite. Trotz dieser fünf Niederlagen ist der FC Isny in der Tabelle nicht abgehängt. Im Gegenteil. Da die Bezirksliga extrem ausgeglichen ist, ist weiterhin alles möglich.

Bis auf die Ausnahme vor zwei Spielzeiten, als der Saisonstart sauber in die Hose ging, hat der FCI über Jahre immer eine gute Rolle in der Bezirksliga gespielt. Neben einem dritten Platz schaffte es Isny zweimal in die Aufstiegsrelegation – dort war aber jeweils nach dem ersten Spiel schon Feierabend.

Und dann war da noch die Saison 2012/2013, in der der FC Isny erst in der Relegation den Absturz in die Kreisliga A vermied. Im Verein hat dieses Herzschlagspiel in Wolfegg gegen den VfL Brochenzell (2:1) bis heute wohl niemand vergessen. Und genau deshalb ist es zu verstehen, warum sie in Isny nicht nur nach oben schauen, auch wenn sie in Lauerstellung sind, sondern auch den Abstand auf die unteren Ränge stets im Blick behalten.

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