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ASV Nendingen macht Weg zur Deutschen Ringerliga frei

Ausschuss votiert mit deutlicher Mehrheit für Bruch mit dem Deutschen Ringerbund – Jetzt sollen die Kämpfer passende Verträge bekommen

Markus Scheu berichtet, dass der ASV Nendingen den Weg in Richtung DRL frei gemacht hat.
Markus Scheu berichtet, dass der ASV Nendingen den Weg in Richtung DRL frei gemacht hat.
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Tuttlingen-Nendingen sz Der Weg für den Ringer-Bundesligisten ASV Nendingen in Richtung neu gegründete Deutsche Ringerliga (DRL) ist frei. Dafür votierten am Montag in einer Ausschusssitzung elf Mitglieder, vier enthielten sich. Das teilte Vorstandsmitglied Markus Scheu am Dienstag mit.

Damit steht fest, dass der ASV nach seiner Strafversetzung in die Oberliga durch den Deutschen Ringerbund seine erste Mannschaft jenseits des Verbands an den Start bringen wird. Diesen Weg dürften auch noch die vier Bundesligisten SV Germania Weingarten, KSV Ispringen, KSV Aalen und der VfK 07 Schifferstadt gehen.

Die Strafversetzung durch den DRB war erfolgt, da sich der ASV Nendingen wie auch viele weitere Erst- und Zweitligisten geweigert hatten, eine neue Richtlinie für den Ligabetrieb zu unterzeichnen. Die Frist dafür war am 20. Dezember verstrichen. Laut DRB-Vizepräsident Daniel Wozniak gibt es für die Mannschaften auch keine Fristverlängerung.

Frist verlängert

Doch das hat der DRB, dessen aktuelle Finalisten um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft (KSV Ispringen und SV Germania Weingarten) auf dem Absprung in Richtung DRL sind, wohl nicht für alle Mannschaften so geplant. Ursprünglich hatten die fünf Aufsteiger aus der Verbandsebene bis zum 31. Dezember Zeit, für die neu konzipierte DRB-Bundesliga zu melden. Diese Frist wurde inzwischen auf den 15. Januar verlängert.

Auch sieben Vereine der ehemaligen zweiten Bundesliga Nord, die die Richtlinie nicht unterzeichnet haben, dürften laut eines Berichts der Freien Presse aus Chemnitz auf andere Spielregeln des DRB zurückgreifen. So sollen in der vergangenen Woche Präsident Manfred Werner, Vize-Präsident Günter Maienschein und Sportdirektor Jannis Zamanduridis ein Gespräch mit den Vereinen geführt haben, um diese für die neue Bundesliga zu gewinnen. Allerdings favorisieren die Vereine laut Sachsens Liga-Referent Henning Tröger vor allem aus Kostengründen eine Liga zwischen der Bundesliga und der Regionalliga. Eine Teilnahme an der DRL scheint für die Vereine demnach auch keine Alternative zu sein.

Der DRB steht derzeit mächtig unter Druck. Immerhin haben 19 der 36 Erst- und Zweitligisten die neue Richtlinie nicht unterzeichnet und stehen demnach nicht für die neue Bundesliga zur Verfügung. Von den fünf aufstiegsberechtigten Mannschaften der Verbandsebene haben bisher nur der VfL Neckargartach und der SV Alemannia Nackenheim ihre Teilnahme zugesagt. Der langjährige Bundesligist RWG Mömbris-Königshofen hat bereits abgewunken. Das Gleiche gilt für den Ex-Zweitligisten TSG Herdecke. Das bestätigte sein Vorsitzender Frank Meyer am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Entscheidung beim KSV Au/Hallertau steht aus.

Am Beispiel Nackenheim ist auch eine weitere Entwicklung beim DRB ersichtlich – eine mögliche finanzielle Unterstützung durch den Verband. So schreibt der Südwest Rundfunk (SWR) auf seiner Internetseite, dass der TSV das Drei- bis Vierfache des bisherigen Budgets benötige: „Der Ringerbund habe allerdings seine Unterstützung zugesichert. Mitte Januar soll es Gespräche mit dem Verband geben, wie die Nackenheimer die finanzielle Mehrbelastung schultern können“, heißt es dort.

Sperre durch den DRB droht

Jetzt geht der ASV laut Scheu daran, die Kämpfer für die DRL-Saison unter Vertrag zu nehmen: „Erste Gespräche hat es bereits gegeben.“ Den Sportlern, die in der DRL ringen, droht nach dem Willen des DRB eine Sperre für Turniere auf nationaler und internationaler Ebene, also auch für Europa- und Weltmeisterschaften und Olympische Spiele. Auch hierbei ist der DRB unter Druck, denn etwa Denis Kudla, Bronzemedaillengewinner der Spiele von Rio im vergangenen Jahr, würde laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in der DRL ringen. Und der DRB? Er hat Kudla Anfang des Jahres vom B-Kader in den A-Kader hochgestuft.

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