Ostalb
Lechleiter trifft und trifft und trifft

„Dass ich so gut treffe, ist auch ein Verdienst der Mannschaft“, sagt Lechleiter und es klingt nicht wie eine Floskel. Wenn der gelernte Kfz-Mechaniker vor einem sitzt und spricht, wirkt er so, wie seine Sätze klingen. Ehrlich, bescheiden und bodenständig. Wenn er über sich reden soll, scheint es, als ob es ihm ein bisschen unangenehm ist. „Mannschaft“ – dieses Wort fällt dann meist stattdessen.
„Es sind in der Mannschaft viele Freundschaften entstanden“
Es sei immer etwas Besonderes ein Tor zu schießen, sagt der Angreifer. „Ein super Gefühl.“ Aber: „Ich freue mich auch, wenn andere eins machen. Denn das, was am Ende zählt, ist der Erfolg der Mannschaft.“ Die beschreibt der 31-Jährige als eine „homogene Truppe“, in der es „keine Egoisten gibt“. Das ist scheinbar der Grundstein für den Erfolg des VfR. Nach 25 Spielen steht Aalen auf dem zweiten Platz, nur die um einen Treffer bessere Tordifferenz erlaubt es derzeit Sandhausen, den Platz an der Sonne einzunehmen. Dass es nur Spieler im Kader gibt, die sich zuallererst im Dienst der Mannschaft sehen, sieht Lechleiter neben den Motivationskünsten und exakten Spielvorbereitungen als das wesentliche Verdienst des Trainerstabs um Ralph Hasenhüttl, den er schon aus gemeinsamen Unterhachinger Zeiten kennt. Gibt es somit 11 Freunde im VfR-Trikot? „Obwohl wir in einer Leistungsgesellschaft leben und jeder von uns spielen will, sind in der Mannschaft viele Freundschaften entstanden. Viele gehen zusammen essen oder gucken abends gemeinsam Champions League.“
Das Lechleiter-Lob dafür, dass es beim VfR kollegial zugeht, gibt Cheftrainer Ralph Hasenhüttl postwendend an seinen Stürmer zurück: „Über den Menschen Robert muss man nicht viel reden: Er ist ein absoluter Teamplayer, der respektvoll mit seinen Kollegen umgeht.“ Und in Sachen Sport gerät der Übungsleiter ins Schwärmen: Schon als er aus der Bayernliga nach Haching gekommen sei, sei Robert sehr schnell gewesen. „In den letzten Jahren hat er aber technisch und fußballerisch enorm zugelegt. Er ist jetzt ein kompletter Stürmer, der immer noch die Gier und den Hunger mitbringt, um Topleistungen abzurufen.“
Torjägerkanone interessiert kaum
Diese Leistungen könnten Lechleiter, der seit 2009 auf der Ostalb spielt, die Torjägerkanone und Aalen den Aufstieg bringen. Der Bayer leugnet den schönen Anblick der Tabelle zwar nicht und sagt auch: „Der Erfolg schweißt zusammen und lässt vieles leichter von der Hand gehen.“ Aber er weicht auch nicht von der Denkweise ab, die derzeit im Klub vorherrscht. „Wir haben einen Grundsatz in der Kabine: Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Es bringt nichts, über Dinge nachzudenken, die in vier oder sechs Wochen sind.“ Damit fahre man seit 26 Spieltagen gut. Beim VfR fokussieren sich alle auf die Hauptaufgabe, alles andere wird weitgehend ausgeblendet. So interessiert die Auszeichnung als bester Liga-Schütze den gebürtigen Rosenheimer, der in Hüttlingen mit seiner Frau und seiner zweieinhalbjährigen Tochter wohnt, nur am Rande. Es sei ein „schöner Nebeneffekt“, wenn er im Mai ganz oben im Torjäger-Tableau stünde. Dann lenkt Lechleiter das Gespräch wieder vom Thema Lechleiter weg: „Es ist wichtig, dass ich der Mannschaft mit vielen Treffern helfe.“
Drei, vier Jahre möchte der Stürmer noch als Profi auflaufen. Am liebsten mit Aalen in der zweiten Liga. „Das muss für jeden Ansporn sein.“ Einen kleinen Gedanken verschwendet er also doch an den Aufstieg. Nur träumen wird der Stürmer davon wohl nicht. Höchstens von Treffern wie gegen Burghausen. Aber der war ja auch eine wirkliche Mannschaftsleistung.
(Erschienen: 22.02.2012 18:50)

„Dass ich so gut treffe, ist auch ein Verdienst der Mannschaft“, sagt Lechleiter und es klingt nicht wie eine Floskel. Wenn der gelernte Kfz-Mechaniker vor einem sitzt und spricht, wirkt er so, wie seine Sätze klingen. Ehrlich, bescheiden und bodenständig. Wenn er über sich reden soll, scheint es, als ob es ihm ein bisschen unangenehm ist. „Mannschaft“ – dieses Wort fällt dann meist stattdessen.
„Es sind in der Mannschaft viele Freundschaften entstanden“
Es sei immer etwas Besonderes ein Tor zu schießen, sagt der Angreifer. „Ein super Gefühl.“ Aber: „Ich freue mich auch, wenn andere eins machen. Denn das, was am Ende zählt, ist der Erfolg der Mannschaft.“ Die beschreibt der 31-Jährige als eine „homogene Truppe“, in der es „keine Egoisten gibt“. Das ist scheinbar der Grundstein für den Erfolg des VfR. Nach 25 Spielen steht Aalen auf dem zweiten Platz, nur die um einen Treffer bessere Tordifferenz erlaubt es derzeit Sandhausen, den Platz an der Sonne einzunehmen. Dass es nur Spieler im Kader gibt, die sich zuallererst im Dienst der Mannschaft sehen, sieht Lechleiter neben den Motivationskünsten und exakten Spielvorbereitungen als das wesentliche Verdienst des Trainerstabs um Ralph Hasenhüttl, den er schon aus gemeinsamen Unterhachinger Zeiten kennt. Gibt es somit 11 Freunde im VfR-Trikot? „Obwohl wir in einer Leistungsgesellschaft leben und jeder von uns spielen will, sind in der Mannschaft viele Freundschaften entstanden. Viele gehen zusammen essen oder gucken abends gemeinsam Champions League.“
Das Lechleiter-Lob dafür, dass es beim VfR kollegial zugeht, gibt Cheftrainer Ralph Hasenhüttl postwendend an seinen Stürmer zurück: „Über den Menschen Robert muss man nicht viel reden: Er ist ein absoluter Teamplayer, der respektvoll mit seinen Kollegen umgeht.“ Und in Sachen Sport gerät der Übungsleiter ins Schwärmen: Schon als er aus der Bayernliga nach Haching gekommen sei, sei Robert sehr schnell gewesen. „In den letzten Jahren hat er aber technisch und fußballerisch enorm zugelegt. Er ist jetzt ein kompletter Stürmer, der immer noch die Gier und den Hunger mitbringt, um Topleistungen abzurufen.“
Torjägerkanone interessiert kaum
Diese Leistungen könnten Lechleiter, der seit 2009 auf der Ostalb spielt, die Torjägerkanone und Aalen den Aufstieg bringen. Der Bayer leugnet den schönen Anblick der Tabelle zwar nicht und sagt auch: „Der Erfolg schweißt zusammen und lässt vieles leichter von der Hand gehen.“ Aber er weicht auch nicht von der Denkweise ab, die derzeit im Klub vorherrscht. „Wir haben einen Grundsatz in der Kabine: Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Es bringt nichts, über Dinge nachzudenken, die in vier oder sechs Wochen sind.“ Damit fahre man seit 26 Spieltagen gut. Beim VfR fokussieren sich alle auf die Hauptaufgabe, alles andere wird weitgehend ausgeblendet. So interessiert die Auszeichnung als bester Liga-Schütze den gebürtigen Rosenheimer, der in Hüttlingen mit seiner Frau und seiner zweieinhalbjährigen Tochter wohnt, nur am Rande. Es sei ein „schöner Nebeneffekt“, wenn er im Mai ganz oben im Torjäger-Tableau stünde. Dann lenkt Lechleiter das Gespräch wieder vom Thema Lechleiter weg: „Es ist wichtig, dass ich der Mannschaft mit vielen Treffern helfe.“
Drei, vier Jahre möchte der Stürmer noch als Profi auflaufen. Am liebsten mit Aalen in der zweiten Liga. „Das muss für jeden Ansporn sein.“ Einen kleinen Gedanken verschwendet er also doch an den Aufstieg. Nur träumen wird der Stürmer davon wohl nicht. Höchstens von Treffern wie gegen Burghausen. Aber der war ja auch eine wirkliche Mannschaftsleistung.
(Erschienen: 22.02.2012 18:50)
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