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Oberschwaben

Schweiz gegen Kanada heißt das Finale

Kanada besiegte Schweden mit 6:5 nach Verlängerung.
Kanada besiegte Schweden mit 6:5 nach Verlängerung.

Ravensburg / at/sz Kanada gegen die Schweiz heißt das Finale heute Abend (20 Uhr) beim MLP Nations Cup. Kanada konnte sich gestern im ersten Halbfinale mit 4:3 nach Verlängerung gegen Schweden durchsetzen, die Schweiz besiegte sensationellerweise Russland mit 6:5 n. V. Beide Halbfinalspiele boten erstklassiges Fraueneishockey.

Überraschend stark präsentierten sich die Schweizerinnen gestern Abend im zweiten Halbfinale gegen die favorisierten Russinnen. Obwohl der schweizer Trainer Rene Kammerer krankheitsbedingt nur noch vier Verteidigerinnen und acht Angreiferinnen aufbieten konnte, hielten seine Mädchen gegen die mit vier Reihen voll besetzten Russinnen klasse dagegen. Hochmotiviert kämpfte die Schweiz um jede Scheibe, der Lohn folgte in der 7. Minute: Kathrin Lehmann machte das 1:0 für die Schweiz.

Erst jetzt wachte Russland auf und setzte immer wieder gefährliche Konter. Russland konnte drei Überzahlsituationen im ersten Drittel nicht nützen, obwohl die technisch starken Russinnen klasse kombinierten. Endstation war immer die starke eidgenössische Torfrau Dominique Slongo. Im zweiten Drittel schaltete Russland einen Gang hoch. In der 22. Minute hämmerte Alexandra Kapustina die Scheibe von der blauen Linie ins schweizer Tor, in der 24. war es Svetlana Terenteva, die aus kurzer Distanz die Führung für Russland machte. Nur wenige Sekunden später legte Tatiana Sotnikova mit einem überlegten Schuss ins Eck das 3:1 nach.

Melanie Häfliger setzte sich aber wenig später im Powerplay sauber durch und machte das 2:3 für die Schweiz. Kurz darauf stellte Ekatarina Lebedeva mit dem 4:2 den alten Spielstand wieder her. Nach den Treffern von Claudia Riechsteiner für die Schweiz und Svetlana Kolmykova für Russland stand es 5:3. Wer jetzt dachte, die Schweiz sei geschlagen, täuschte sich gewaltig. In Überzahl machte Sandra Thalmann den Anschluss und kurz vor Drittelende Christine Meier den Ausgleich. Im Schlussdrittel war Russland drückend überlegen, konnte aber gegen die jetzt müden Schweizerinnen kein Tor machen. Dominique Slongo hielt weiter überragend. In der dritten Minute der Overtime, gerade als Russland eine Unterzahl überstanden hatte, machte Claudia Riechsteiner den sensationellen Sieg für die Schweiz mit dem Sudden-Death-Treffer perfekt.

Kanada mit Traumstart

Gleich mit der ersten Überzahl ging Kanada gestern Nachmittag im ersten Halbfinale durch Bailey Bram in Führung. Schweden hingegen brachte in seinem ersten Powerplay wenig zuwege. Als die Kanadierinnen wieder vollzählig waren, setzten sie zu einem schnellen Konter an, den erneut Bailey Bram zum 2:0 abschloss. In der 32. Minute war Schweden zwar nach einer Strafzeit wieder komplett. Doch die Kanadierinnen wirbelten weiter als wären sie unverändert eine Spielerin mehr auf dem Eis. Die Konfusion in der Hintermannschaft war groß und Brianne Jenner musste die Scheibe nur noch ins leere Tor drücken.

Im zweiten Drittel lief eine völlig andere schwedische Mannschaft aufs Eis. Plötzlich wurde der Spielaufbau der Kanadierinnen schon im Ansatz gestört und konzentriert nach vorne gespielt. Kanada ließ sich beeindrucken und verlor den Rhythmus. Nur konsequent war es, dass in der 25. Minute das 1:3 fiel, als ein Schuss von Gunilla Andersson halbhoch neben dem Pfosten einschlug. Fast identisch die Szene zum 2:3 in der 32. Minute, als Emma Nordin erfolgreich war.

Im Schlussabschnitt entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit Einschussmöglichkeiten auf beiden Seiten. Obwohl Schweden allmählich die Zeit davonlief, wirkten die Aktionen nie hektisch oder überhastet. Das zahlte sich in den Schlusssekunden dieses Spiels aus. Nach einer Strafe gegen Kanada nahm Schweden die Torhüterin vom Eis und spielte mit sechs gegen vier Feldspielerinnen. Als eine weitere Kanadierin auf die Strafbank musste, hob endgültig ein munteres Scheibenschießen aufs kanadische Gehäuse an. Elf Sekunden vor Schluss wurde ein Schuss unhaltbar zum 3:3 abgefälscht. In der 7. Minute der Verlängerung war Natalie Spooner aus kurzer Distanz zum glücklichen 4:3 für Kanada erfolgreich.

Russland -- Schweiz 5:5 n.V. (0:1, 5:4, 0:0, 0:1). Tore: 0:1 (7.) Lehmann (Meier, Leimgruber), 1:1 (22.) Kapustina (Terenteva), 2:1 (24) Terenteva (Burina), 3:1 (25.) Sotnikova (Kolmykova), 3:2 (29.) Nussbaum (Häfliger), 4:2 (31.) Lebedeva (Kolmykova), 4:3 (32.) Riechsteiner (Lehmann, Leimgruber), 5:3 (33.), 5:3 Kolmykova (Sotnikova), 5:4 (38.) Thalmann (Leimgruber, Meier), 5:5 (40.) Nabholz (Meier), 5:6 Riechsteiner (Meier, Lehmann). Strafen: Russland zwölf Minuten, Schweiz 18 Minuten, Zuschauer: 800.

Schweden-Kanada 3:4 n.V. (0:3, 2:0; 1:0). Tore: 0:1 (4:43) Bailey Bram (Bendus, Larocque) (5-4), 0:2 (7:47) Bailey Bram (Bendus, Scanzano), 0:3 (11:15) Brianne Jenner (Bettez), 1:3 (24:44) Gunilla Andersson (Timglas, Jordansson), 2:3 (31:06) Emma Nordin (Rooth, Jordannsson), 3:3 (59:49) Grahm Jordansson) (5-3); 3:4 (66:06) Natalie Spooner (Guay, Rougeau). Strafen: Schweden 22 Minuten, Kanada 14 Minuten. Zuschauer: 440.

(Erschienen: 08.01.2010 23:10)

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