Oberschwaben
Deutschland verliert unglücklich in der Overtime

Von unserem RedakteurAlexander Tutschner
Nationalhymne, Schlachtenbummler, Fangesänge – alles war gestern Abend im Ravensburger Eissportstadion angerichtet für einen tollen Länderspielabend beim MLP Nations Cup. Die Vorzeichen waren ohnehin klar: Nur wer dieses Spiel gewinnt, kommt ins Halbfinale, Gruppengegner Kanada ist auf Platz eins in der Gruppe B programmiert. Und die rund 1700 Zuschauer wurden gleich im ersten Drittel mit fünf Toren für ihr Kommen belohnt. In der dritten Minute nahm sich die deutsche Abwehr die erste Auszeit: Den Schuss von Stefanie Marty konnte die deutsche Torfrau Viona Harrer noch zur Seite abwehren, doch gegen den Nachschuss von Christine Meier war sie machtlos, 1:0 für die Schweiz.
Aber die deutsche Mannschaft zeigte sich nicht geschockt. Nur eine Minute später nahm sich Britta Schröder ein Herz und die Scheibe mit, startete ein Solo über rechts und erwischte die Schweizer Torfrau im kurzen Eck, 1:1. In der Folge bestimmten die Schweizerinnen das Spiel. Folgerichtig gab es weitere Tore für die eidgenössische Auswahl. In der 11. Minute tankte sich die starke Stefanie Marty durch die deutsche Abwehr und drückte die Scheibe fast im Fallen ins Tor. Nur 30 Sekunden später zog Melanie Hafliger einige Meter nach der blauen Linie freistehend ab und Harrer langte an der Scheibe vorbei, 3:1, dieses Tor musste sich die deutsche Torfrau ankreiden.
Der deutschen Mannschaft war der große Druck anzumerken. Aber das Team von Peter Kathan kam wieder zurück. Beim Spiel vier gegen vier passte Susan Götz klasse von rechts auf's lange Eck, Bettina Evers hielt den Stock rein und der Puck sprang ins Kreuz eck, nur noch 2:3. Evers bildete mit Franziska Busch und Andrea Lanzl die erste deutsche Sturmreihe. Mit diesem Stand ging es in die erste Pause.
Im zweiten Drittel legten die deutschen Mädchen ihre Nervosität ab und sie erwischten gleich einen erstklassigen Start. Nach einem schnellen Angriff über Ronja Richter und Nina Kamenik stand Lisa Schuster goldrichtig und machte aus kurzer Entfernung das Tor zum 3:3-Ausgleich. Wenig später zeigte die deutsche Mannschaft dann einen Bilderbuch-Angriff: Jessica Hammerl passt auf rechts zu Julia Zorn, die schiebt die Scheibe weiter in die Mitte, wo Manuela Anwander wartet, die Scheibe annimmt und sie überlegt ins Eck schiebt. 4:3, erstmals ging Deutschland in Führung. Der Schweizer Trainer Rene Kammerer wechselte jetzt seine Torfrau, für Sophie Anthamatten kam Florence Schelling.
Die Schweiz fing sich jetzt wieder und die Deutschen fingen sich Strafzeiten. Zweimal in Folge war Deutschland in Unterzahl, doch Viona Harrer war jetzt der gewohnt starke Rückhalt im Tor. Als die zweite Unterzahl vorbei war, kassierte sie dann aber doch noch den Ausgleich. Nach einem Pass vors Tor stand Anja Stiefel völlig frei und hämmerte die Scheibe rechts oben ins Eck zum 4:4.
Deutschland kam jetzt immer mehr unter Druck und konnte sich nur noch mit vereinzelten Kontern befreien. Nach einem solchen hatte Lisa Schuster kurz vor Drittelende die Führung auf dem Schläger aber Schelling parierte klasse für die Schweiz.
Im Schlussabschnitt erwischte Deutschland wieder den besseren Start. Lisa Schuster hatte nach 43 Minuten eine gute Chance. In der 48. Minute dann Glück für Deutschland, ein Schuss von Katrin Nabholz knallte gegen den Pfosten. Jetzt entwickelte sich ein offenes Spiel, keine Mannschaft wollte den entscheidenden Fehler machen. Die Spannung stieg, die Schweiz hatte leichte Vorteile, aber Deutschland blieb mit Kontern gefährlich.
„Deutschland, Deutschland“, das Ravensburger Publikum gab kurz vor Schluss nochmal Vollgas. In der letzten Spielminute musste dann Manuela Anwander in die Kühlbox, aber Deutschland rettete sich in die Overtime. Bereits nach 56 Sekunden, immer noch in Unterzahl, entschieden die Schweizerinnen dann aber das Spiel mit dem Sudden-Death-Treffer zum 5:4.
Deutschland -- Schweiz 5:4 (2:51) (2:3, 2:1, 0:0, 0:1). Tore: 0:1 Christine Meier ( Marty, Leimgruber), 1:1 Britta Schröder (4:06), 1:2 (10:28) Stefanie Marty (Lehmann, Leimgruber), 1:3 Melanie Häfliger (11:06), 2:3 (15:34) Bettina Evers (Götz, Busch), 3:3 (41:03) Lisa Schuster (Richter, Kamenik), 4:3 (44:46) Manuela Anwander (Zorn, Janzen), 4:4 (51:43) Anja Stiefel (Nabholz), Strafen: Deutschland 22 Minuten, Schweiz 16 Minuten, Zuschauer: 1700.
(Erschienen: 06.01.2010 23:40)

Von unserem RedakteurAlexander Tutschner
Nationalhymne, Schlachtenbummler, Fangesänge – alles war gestern Abend im Ravensburger Eissportstadion angerichtet für einen tollen Länderspielabend beim MLP Nations Cup. Die Vorzeichen waren ohnehin klar: Nur wer dieses Spiel gewinnt, kommt ins Halbfinale, Gruppengegner Kanada ist auf Platz eins in der Gruppe B programmiert. Und die rund 1700 Zuschauer wurden gleich im ersten Drittel mit fünf Toren für ihr Kommen belohnt. In der dritten Minute nahm sich die deutsche Abwehr die erste Auszeit: Den Schuss von Stefanie Marty konnte die deutsche Torfrau Viona Harrer noch zur Seite abwehren, doch gegen den Nachschuss von Christine Meier war sie machtlos, 1:0 für die Schweiz.
Aber die deutsche Mannschaft zeigte sich nicht geschockt. Nur eine Minute später nahm sich Britta Schröder ein Herz und die Scheibe mit, startete ein Solo über rechts und erwischte die Schweizer Torfrau im kurzen Eck, 1:1. In der Folge bestimmten die Schweizerinnen das Spiel. Folgerichtig gab es weitere Tore für die eidgenössische Auswahl. In der 11. Minute tankte sich die starke Stefanie Marty durch die deutsche Abwehr und drückte die Scheibe fast im Fallen ins Tor. Nur 30 Sekunden später zog Melanie Hafliger einige Meter nach der blauen Linie freistehend ab und Harrer langte an der Scheibe vorbei, 3:1, dieses Tor musste sich die deutsche Torfrau ankreiden.
Der deutschen Mannschaft war der große Druck anzumerken. Aber das Team von Peter Kathan kam wieder zurück. Beim Spiel vier gegen vier passte Susan Götz klasse von rechts auf's lange Eck, Bettina Evers hielt den Stock rein und der Puck sprang ins Kreuz eck, nur noch 2:3. Evers bildete mit Franziska Busch und Andrea Lanzl die erste deutsche Sturmreihe. Mit diesem Stand ging es in die erste Pause.
Im zweiten Drittel legten die deutschen Mädchen ihre Nervosität ab und sie erwischten gleich einen erstklassigen Start. Nach einem schnellen Angriff über Ronja Richter und Nina Kamenik stand Lisa Schuster goldrichtig und machte aus kurzer Entfernung das Tor zum 3:3-Ausgleich. Wenig später zeigte die deutsche Mannschaft dann einen Bilderbuch-Angriff: Jessica Hammerl passt auf rechts zu Julia Zorn, die schiebt die Scheibe weiter in die Mitte, wo Manuela Anwander wartet, die Scheibe annimmt und sie überlegt ins Eck schiebt. 4:3, erstmals ging Deutschland in Führung. Der Schweizer Trainer Rene Kammerer wechselte jetzt seine Torfrau, für Sophie Anthamatten kam Florence Schelling.
Die Schweiz fing sich jetzt wieder und die Deutschen fingen sich Strafzeiten. Zweimal in Folge war Deutschland in Unterzahl, doch Viona Harrer war jetzt der gewohnt starke Rückhalt im Tor. Als die zweite Unterzahl vorbei war, kassierte sie dann aber doch noch den Ausgleich. Nach einem Pass vors Tor stand Anja Stiefel völlig frei und hämmerte die Scheibe rechts oben ins Eck zum 4:4.
Deutschland kam jetzt immer mehr unter Druck und konnte sich nur noch mit vereinzelten Kontern befreien. Nach einem solchen hatte Lisa Schuster kurz vor Drittelende die Führung auf dem Schläger aber Schelling parierte klasse für die Schweiz.
Im Schlussabschnitt erwischte Deutschland wieder den besseren Start. Lisa Schuster hatte nach 43 Minuten eine gute Chance. In der 48. Minute dann Glück für Deutschland, ein Schuss von Katrin Nabholz knallte gegen den Pfosten. Jetzt entwickelte sich ein offenes Spiel, keine Mannschaft wollte den entscheidenden Fehler machen. Die Spannung stieg, die Schweiz hatte leichte Vorteile, aber Deutschland blieb mit Kontern gefährlich.
„Deutschland, Deutschland“, das Ravensburger Publikum gab kurz vor Schluss nochmal Vollgas. In der letzten Spielminute musste dann Manuela Anwander in die Kühlbox, aber Deutschland rettete sich in die Overtime. Bereits nach 56 Sekunden, immer noch in Unterzahl, entschieden die Schweizerinnen dann aber das Spiel mit dem Sudden-Death-Treffer zum 5:4.
Deutschland -- Schweiz 5:4 (2:51) (2:3, 2:1, 0:0, 0:1). Tore: 0:1 Christine Meier ( Marty, Leimgruber), 1:1 Britta Schröder (4:06), 1:2 (10:28) Stefanie Marty (Lehmann, Leimgruber), 1:3 Melanie Häfliger (11:06), 2:3 (15:34) Bettina Evers (Götz, Busch), 3:3 (41:03) Lisa Schuster (Richter, Kamenik), 4:3 (44:46) Manuela Anwander (Zorn, Janzen), 4:4 (51:43) Anja Stiefel (Nabholz), Strafen: Deutschland 22 Minuten, Schweiz 16 Minuten, Zuschauer: 1700.
(Erschienen: 06.01.2010 23:40)
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