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Berlinger und Lehnen starten auf Hawaii

Fotostrecke: (2 Bilder)
Lena Berlinger hat sich für den Ironman auf Hawaii qualifiziert.
Lena Berlinger hat sich für den Ironman auf Hawaii qualifiziert.

Ravensburg / sz In Frankfurt und in Klagenfurt gingen die größten Triathlonveranstaltungen Europas über die Bühne. Jeweils über 2400 Athleten kämpften um die begehrten Startplätze für den legendären Hawaii Triathlon. Lena Berlinger und Jens Lehnen dürfen dabei sein, wenn es am 9. Oktober beim Ironman auf Hawaii um die Weltmeisterschaft geht.

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und eine Marathonlauf über 42,195 Kilometer sind die Distanzen bei einem Ironman. Die 22-jährige Lena Berlinger aus Baienfurt war weder darauf vorbereitet noch war ein Start über die Langdistanz schon in diesem Jahr geplant. Der Hauptsponsor des Ironman Austria hatte noch einen Startplatz zu vergeben und verloste diesen in einer Fachzeitschrift. Sie freute sich riesig über den Gewinn, aber mehr auf den Kurzurlauf in Klagenfurt als auf den Wettkampf. Der Ausstieg war also eingeplant, aber wann? Nach den Radfahren vielleicht, oder nach ein paar Laufkilometern? Das Rennen allerdings verlief zunächst problemlos, das Schwimmen super in 58:56 Minuten, das Radfahren fast noch besser in 5:31:41 Stunden und auch das Laufen fühlte sich auf den ersten Kilometern gut an.

Ab Kilometer 20 wurde es immer schwerer aber Berlinger wurde langsam klar, dass es kein Zurück mehr gab. Irgendwann ab Kilometer 30 begann die Leidenszeit, sie zog das Ding aber durch. Nach vier Stunden Marathonlauf dann die Erlösung. Sie finishte in 10:37:47 Stunden, das war der Sieg in der Klasse der 18 bis 24 jährigen und der 16. Gesamtrang von 291 gestarteten Frauen.

Die Vorbereitung von Jens Lehnen war gezielter. Er hatte das Ziel Ironman und die Hawaii-Qualifikation fest vor Augen und suchte sich für sein Vorhaben den Ironman Europe in Frankfurt aus. Viele Ravensburger werden ihn noch unter seinem Geburtsnamen Meyer kennen. Schon 1993 gewann er den Ravensburger Triathlon. Noch stärker war sein Auftritt 1994, als er auf Augenhöhe mit dem späteren Silbermedaillengewinner von Athen, Stephan Vuckovic, kämpfte und nur knapp geschlagen wurde. Er war damals in der nationalen Spitze angekommen, steckte dann aber seine sportlichen Ambitionen zugunsten von Studium und Beruf zurück.

Nun scheint bei dem 42 jährigen der sportliche Ehrgeiz wieder erwacht zu sein. Auch für ihn startete der Wettkampf gut mit einer Schwimmzeit von 55:14 Minuten. Nicht ganz optimal verlief das Radfahren. Nach 5:16:22 Stunden stieg er von Krämpfen geplagt vom Rad und war kaum in der Lage selber die Laufschuhe anzuziehen. Er kämpfte sich durch und erzielte unter diesen Umständen noch eine erstaunliche Marathonzeit von 3:22:52 Stunden. Nach 9:42:16 Stunden lief er auf dem Gesamtrang 101 ins Ziel. Der fünfzehnte Platz in der Altersklasse M40 reichte aus, um sich für den Ironman auf Hawaii zu qualifizieren. Mit Alexander Beer ging ein weiterer Ravensburger in Klagenfurt an der Start. Auch er zeigte großen Sportsgeist und erreichte nach 11:00:51 Stunden das ersehnte Ziel. Das war Gesamtrang 752 und in der Altersklasse M35 Platz 170.

(Erschienen: 08.07.2010 12:05)

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