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Oberschwaben

Auf die Towerstars-Defensive kommt es an

Ravensburg spielt in der 2. Eishockey-Bundesliga beim Dritten Schwenningen und gegen den Ersten Heilbronn
Tobias Bräuner hat in den vergangenen Wochen laut Ravensburgs Trainer Uli Liebsch offensiv und defensiv überzeugen können.
Tobias Bräuner hat in den vergangenen Wochen laut Ravensburgs Trainer Uli Liebsch offensiv und defensiv überzeugen können. (Foto: Felix Kästle)

Von Thorsten Kern

Ravensburg Von den vergangenen zehn Spielen haben die Ravensburg Towerstars sieben gewonnen. „Dadurch haben wir Selbstvertrauen getankt“, sagt Trainer Uli Liebsch. „Aber wir dürfen nicht blauäugig sein.“ Die kommenden Gegner „stehen zurecht ganz oben“. Es gibt – beim Blick auf die Tabelle – leichtere Wochenenden. Am Freitag um 20 Uhr spielt Ravensburg in der 2. Eishockey-Bundesliga beim Tabellendritten Schwenninger Wild Wings. Mehr als 4000 Zuschauer, darunter viele Ravensburger Anhänger, werden in der Helios-Arena wieder für ausgezeichnete Derby-Stimmung sorgen.

Am Sonntag haben die Towerstars um 18.30 Uhr den momentanen Spitzenreiter, die Heilbronner Falken, zu Gast. „Das sind schwere Aufgaben für uns“, sagt Liebsch. „Wir müssen unsere Top-Leistung abrufen, dann haben wir auch eine Chance.“ Wichtig wären Punkte für die Towerstars im Kampf um die Qualifikation für die Play-offs. Weißwasser, Bremerhaven und Hannover sind für Ravensburg nach wie vor in Reichweite. Doch auch für Schwenningen geht es um wichtige Zähler. Die Wild Wings wollen ihren Rang drei sichern, um im Play-off-Viertelfinale Heimrecht genießen zu können. „Ich erwarte eine Partie mit Play-off-Charakter“, sagt daher Schwenningens Trainer Jürgen Rumrich. „Es wird einen Kampf um jeden Zentimeter Eis geben.“ Das glaubt auch Uli Liebsch, der von seiner Mannschaft fordert, defensiv stark zu stehen.

Nachlässigkeiten wie im dritten Drittel gegen Bietigheim dürfen sich die Towerstars am Freitag in der Abwehr nicht erlauben. Und im Angriff muss Ravensburg gegen die defensivstärkste Mannschaft der Liga (nur 100 Gegentore, Ravensburg hat 151) die Chancen konsequent nutzen. Das ist jedoch auch das Credo von Rumrich: „Wir müssen effizienter und schnörkelloser spielen und nicht versuchen, den Puck ins Tor zu tragen.“ Mit der Chancenverwertung seiner Wild Wings war der Trainer speziell bei der 2:3-Niederlage nach Penalty-Schießen in Bremerhaven nicht einverstanden.

Viel Lob hat in letzter Zeit dagegen Towerstars-Stürmer Tobias Bräuner kassiert. 16 Tore hat der 31-Jährige in dieser Saison bereits geschossen, mehr als in seinen ersten beiden Jahren in Ravensburg zusammen. „Ich habe durch die vielen Verletzungen viel Eiszeit bekommen“, sagt Bräuner. „Dann habe ich die Chancen genutzt, Selbstvertrauen bekommen und dann läuft’s halt“, begründet der Stürmer sein Leistungshoch. Im Vordergrund stünde jedoch immer der Erfolg der Mannschaft. Dazu will Bräuner seinen Teil beitragen. Vor allem auf dem Eis. „Ich bin eher der ruhige Typ, vielleicht sollte ich lauter werden, aber ich versuche, die Leaderfunktion durch Leistung auf dem Eis zu bringen.“ Sein Trainer springt ihm bei: „Leader auf dem Eis sind manchmal wichtiger als in der Kabine.“ Bräuner, sagt Liebsch, habe in dieser Saison immer seine Leistung gebracht, egal in welcher Reihe. „Das will man von solch einem erfahrenen Spieler aber auch sehen.“

Während Bräuner eher der leise Vertreter ist, ist Brian Maloney sozusagen der Lautsprecher im Team der Towerstars. „Er ist ein natürlicher Leadertyp und extrovertiert“, sagt Liebsch. Maloney gehe dorthin, wo es auch mal wehtun könnte. „Von ihm“, so Liebsch, „bräuchten wir noch mehr.“ Mehr sehen wollte der Trainer zuletzt auch von Jeffrey Szwez. Liebsch gefiel die Leistung des Stürmers nicht und ließ ihn in Weißwasser auf der Bank. „Die Denkpause hat er professionell weggesteckt und gegen Bietigheim sein bestes Spiel für uns gemacht.“ Fortsetzung am Wochenende erwünscht.

Verzichten muss Liebsch weiter auf die Stürmer Frederik Cabana und Marko Friedrich. Während Friedrich (Innenbandverletzung) damit rechnet, in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen zu können, sind die Sorgen bei Cabana (Gehirnerschütterung) größer. „Er war kurz auf dem Eis, klagt aber seither wieder über Kopfschmerzen“, sagt Liebsch. „Bei Freddy sieht es gar nicht gut aus.“ Auf Schwenninger Seite fehlen Radek Krestan und Max Prommersberger. Der Einsatz des grippegeschwächten Mirko Sacher ist noch fraglich. Der Ex-Ravensburger Mathias Lange ist zwar nach seiner Verletzung wieder im Training, im Tor der Wild Wings steht gegen Ravensburg jedoch Sinisa Martinovic.

(Erschienen: 23.02.2012 15:55)

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