Bodensee
Die Fußballer vom See hadern mit Schnee und Kälte
So oder so ähnlich ergeht es derzeit wohl allen Spielern und Trainern der Fußballmannschaften aus dem Bodenseeraum, wenn sie eine Trainingseinheit abhalten wollen. Der massive Kälteeinbruch macht den Trainern einen gewaltigen Strich durch ihren Vorbereitungsplan und zwingt sie zu spontanen Änderungen.
„Ich habe mich bereits anderweitig umgeschaut“, sagt zum Beispiel Stefan Traut, Trainer des SV Kressbronn. Der Tabellenführer der Kreisliga A2 musste bereits ein Testspiel absagen und trainiert derzeit nicht auf dem Platz. „Das ist derzeit einfach nicht drin. Wenn das Thermometer -6 Grad oder weniger zeigt lasse ich meine Jungs nicht in die Kälte“, so Traut. Stattdessen werden nun im Warmen Box- und Spinningeinheiten absolviert.
Auch beim Ligakonkurrenten TSV Eriskirch sieht sich Trainer Holger Koch nach Alternativen um: „Ich werde neben Vorbereitungsspielen auch Trainingseinheiten absagen, wenn das Wetter so extrem ist. Das Risiko ist mir einfach zu hoch“, so Koch. Taktische Übungen seien derzeit sowieso unmöglich, die eine oder andere Laufeinheit sei aber machbar. Neben dem Hallentraining hat Koch mit seiner Mannschaft auch eine Wasserjoggingeinheit geplant.
Der Landesligaaufsteiger SV Kehlen trainierte am vergangenen Wochenende in Wangen. Neben ein paar Einheiten in der dortigen Fußballhalle fand am Samstag auch ein Freundschaftsspiel zwischen dem SVK und dem FC Wangen auf dem Kunstrasen statt (Endstand: 2:2). Die Spieler befreiten den Platz am Vormittag gemeinsam von einer Schneeschicht. „Ich möchte so wenig wie möglich absagen, leider mussten wir die Ausauerläufe witterungsbedingt ausfallen lassen“, berichtet Trainer Steve Reger, der trotzdem ein positives Fazit über das Kurztrainingslager im Allgäu zog: „Wir hatten hier tolle Bedingungen, auf unserem eigenen Sportgelände hätten wir nicht in diesem Umfang trainieren können.“
In Oberteuringen gestaltet sich die Lage ebenfalls schwierig. „Im Prinzip ist derzeit außer Laufen nichts machbar“, sagt Abteilungsleiter Hartmut Brandl. Als die Vorbereitung in der vergangenen Woche anfing, trainierte der A-Ligist zwar noch einmal auf dem Platz, doch danach wurde es „zu gefährlich. Es wäre fahrlässig, auf vereistem Untergrund zu trainieren“, so Brandl. Auch der SVO wird vermutlich seine vereinbarten Testspiele vorerst absagen, um keine Verletzungen aus der Vorbereitung mit in die Anfang März beginnende Rückrunde zu nehmen.
Kälte greift Bronchien an
Der Tenor ist also überall derselbe. Doch was passiert eigentlich, wenn man trotz -10 Grad für knapp zwei Stunden auf dem Trainingsplatz aktiv ist? „Es gibt keine klassische Temperaturgrenze, bei der man sagen kann, dass Fußballspielen im Freien unmöglich ist“, erklärt der Allgemeinmediziner Dr. Karl-Heinz Klein. Das komme ganz auf den Spieler an, wie er die Kälte verträgt. „Bei Spielern, die anfällige Bronchien haben, kann es zu Atembeschwerden kommen. Asthmapatienten rate ich ebenfalls vom Trainieren ab“, so Klein. Die Kälte trockne die Schleimhäute aus und kann zu Hustenreiz führen. Intervalltraining sollte keinesfalls gemacht werden, Ausdauertraining mache jungen Menschen aber in der Regel auch in der Kälte nichts aus.
Bleibt nur zu hoffen, dass die nächsten Tage und Wochen deutlich milder und niederschlagsärmer sind, beginnt doch in etwa einem Monat die Rückrunde in den meisten Ligen der Region.
(Erschienen: 07.02.2012 11:30)
So oder so ähnlich ergeht es derzeit wohl allen Spielern und Trainern der Fußballmannschaften aus dem Bodenseeraum, wenn sie eine Trainingseinheit abhalten wollen. Der massive Kälteeinbruch macht den Trainern einen gewaltigen Strich durch ihren Vorbereitungsplan und zwingt sie zu spontanen Änderungen.
„Ich habe mich bereits anderweitig umgeschaut“, sagt zum Beispiel Stefan Traut, Trainer des SV Kressbronn. Der Tabellenführer der Kreisliga A2 musste bereits ein Testspiel absagen und trainiert derzeit nicht auf dem Platz. „Das ist derzeit einfach nicht drin. Wenn das Thermometer -6 Grad oder weniger zeigt lasse ich meine Jungs nicht in die Kälte“, so Traut. Stattdessen werden nun im Warmen Box- und Spinningeinheiten absolviert.
Auch beim Ligakonkurrenten TSV Eriskirch sieht sich Trainer Holger Koch nach Alternativen um: „Ich werde neben Vorbereitungsspielen auch Trainingseinheiten absagen, wenn das Wetter so extrem ist. Das Risiko ist mir einfach zu hoch“, so Koch. Taktische Übungen seien derzeit sowieso unmöglich, die eine oder andere Laufeinheit sei aber machbar. Neben dem Hallentraining hat Koch mit seiner Mannschaft auch eine Wasserjoggingeinheit geplant.
Der Landesligaaufsteiger SV Kehlen trainierte am vergangenen Wochenende in Wangen. Neben ein paar Einheiten in der dortigen Fußballhalle fand am Samstag auch ein Freundschaftsspiel zwischen dem SVK und dem FC Wangen auf dem Kunstrasen statt (Endstand: 2:2). Die Spieler befreiten den Platz am Vormittag gemeinsam von einer Schneeschicht. „Ich möchte so wenig wie möglich absagen, leider mussten wir die Ausauerläufe witterungsbedingt ausfallen lassen“, berichtet Trainer Steve Reger, der trotzdem ein positives Fazit über das Kurztrainingslager im Allgäu zog: „Wir hatten hier tolle Bedingungen, auf unserem eigenen Sportgelände hätten wir nicht in diesem Umfang trainieren können.“
In Oberteuringen gestaltet sich die Lage ebenfalls schwierig. „Im Prinzip ist derzeit außer Laufen nichts machbar“, sagt Abteilungsleiter Hartmut Brandl. Als die Vorbereitung in der vergangenen Woche anfing, trainierte der A-Ligist zwar noch einmal auf dem Platz, doch danach wurde es „zu gefährlich. Es wäre fahrlässig, auf vereistem Untergrund zu trainieren“, so Brandl. Auch der SVO wird vermutlich seine vereinbarten Testspiele vorerst absagen, um keine Verletzungen aus der Vorbereitung mit in die Anfang März beginnende Rückrunde zu nehmen.
Kälte greift Bronchien an
Der Tenor ist also überall derselbe. Doch was passiert eigentlich, wenn man trotz -10 Grad für knapp zwei Stunden auf dem Trainingsplatz aktiv ist? „Es gibt keine klassische Temperaturgrenze, bei der man sagen kann, dass Fußballspielen im Freien unmöglich ist“, erklärt der Allgemeinmediziner Dr. Karl-Heinz Klein. Das komme ganz auf den Spieler an, wie er die Kälte verträgt. „Bei Spielern, die anfällige Bronchien haben, kann es zu Atembeschwerden kommen. Asthmapatienten rate ich ebenfalls vom Trainieren ab“, so Klein. Die Kälte trockne die Schleimhäute aus und kann zu Hustenreiz führen. Intervalltraining sollte keinesfalls gemacht werden, Ausdauertraining mache jungen Menschen aber in der Regel auch in der Kälte nichts aus.
Bleibt nur zu hoffen, dass die nächsten Tage und Wochen deutlich milder und niederschlagsärmer sind, beginnt doch in etwa einem Monat die Rückrunde in den meisten Ligen der Region.
(Erschienen: 07.02.2012 11:30)
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