Südfinder
Südfinder JOB
Südfinder AUTO
Südfinder IMMO
Südfinder TICKET
Südfinder HANDWERK
bodensee
Lakeparty
Regio-TV
inserieren
abo
e-paper
Schwäbisch.Media

Biberach/Ulm

Uwe Stark: Je weiter oben, desto mehr Spaß

Spaß an der Pfeiferei: Verbandsliga-Schiedsrichter Uwe Stark.
Spaß an der Pfeiferei: Verbandsliga-Schiedsrichter Uwe Stark.

Region Ehingen / sz - Mehr gescholten als gelobt: Schiedsrichter im Sport haben oft eine undankbare Aufgabe. Dennoch opfern viele für das Hobby ihre Freizeit. Grund genug für die Schwäbische Zeitung, diese Menschen in einer losen Serie vorzustellen. Heute geht es um Uwe Stark, den höchstklassig pfeifenden Fußball-Schiri im Raum Ehingen.

Von unserem Redakteur  Bernd Treffler

Während der Fußball im Bezirk Donau an diesem Wochenende ruht, geht es bei Uwe Stark rund. Der Schiedsrichter vom SC Lauterach ist für die heutige Verbandsliga-Partie zwischen dem VfB Friedrichshafen und dem FC Gärtringen eingeteilt und repräsentiert dabei als höchstklassig pfeifender Unparteiischer auch den Bezirk Donau. Eine Aufgabe, die ihm selbst nach knapp 20 Jahren als Schiri noch immer Laune macht. „Klar, man ist dazu verdonnert, unpopuläre Entscheidungen zu treffen“, sagt der 36-Jährige. „Aber es überwiegt bei dem Job auf jeden Fall die Freude.“

Die Freude war am Anfang die Neugierde. Und nach dem Neulingskurs der hehre Vorsatz eines 18-Jährigen. „Ich wollte es besser machen als mancher Schiri, den ich in meiner Jugend erlebt habe.“ Das hat bislang ganz gut geklappt. Nach sieben Jahren im Jugendbereich -- Stark war bis zum Abstieg in die B-Klasse sonntags immer selbst für den Sportclub am Ball -- begann in der Saison 2001/02 ein rasanter Aufstieg. Innerhalb von zwei Jahren schaffte Uwe Stark den Sprung in die Landesliga, seit 2006 pfeift er in der Verbandsliga.

Damit ist der Lauteracher momentan das Aushängeschild der Ehinger Schiedsrichtergruppe. Eine Ehre und eine Herausforderung, der sich der Unparteiische Woche für Woche stellen muss. „Je höher die Klasse, desto höher das Tempo, desto körperbetonter das Spiel und desto schwieriger für einen Schiedsrichter.“ Aber, so Stark: „In den oberen Amateurklassen gibt es bei den allermeisten Freistoßentscheidungen keine Diskussionen, weil die Spieler dazu gar keine Zeit haben.“ Was die Lust des Lauterachers am Pfeifen noch steigert: „Je weiter oben, desto mehr Spaß.“

Plausch mit Olli Kahn

Besonders viel Spaß kommt dann auf, wenn ein nicht alltägliches Fußballspiel auf dem Programm steht. So durfte Uwe Stark als Linienrichter dabei sein, als der FC Bayern zum Abschiedsspiel von Mehmet Scholl in Ulm antrat. „Mit Olli Kahn konnte ich bei der Seitenwahl kurz plaudern, von Andi Görlitz habe ich das Trikot geschenkt bekommen“, erinnert sich Stark und grinst. „Als Bayern-Fan hat das gepasst.“

Es sind auch solche Höhepunkte, die einen den wöchentlichen (Frei-)Zeitaufwand vergessen lassen. 50 Spiele pro Saison werden von Unparteiischen in diesen Klassen erwartet. Das heißt 50 Mal im Jahr bis zu sechs Stunden für Fahrt und Spiel, meist am Wochenende. Dafür gibt es dann 40 Euro plus Fahrtkosten. Und manchmal den Stress gratis dazu. So musste Stark in einem relativ belanglosen Landesliga-Kick viermal die Rote und zwölfmal die Gelbe Karte ziehen.

Solche Spiele hatten zwar bislang für den Lauteracher Seltenheitswert, aber auch aus solchen Spielen hat er gelernt, das Positive herausgezogen. „Als Schiedsrichter musst du charakterfest sein, eine stabile Psyche haben“, sagt der Lehrer an der Ehinger Längenfeldschule. „Die Erfahrungen aus dem Sport helfen dir auch im Beruf und im Privatleben weiter.“ Auch, wenn Stark selbst für den SC Lauterach gegen das runde Leder tritt. „Wenn ich als Spieler mit dem Schiri spreche, dann kriege ich vielleicht Gelb, dann ist der Fall aber für mich auch erledigt. Eine Rote Karte habe ich noch nie gesehen.“

Noch fünf Jahre

Als Aktiver, als Bezirksfunktionär und als Schiedsrichter wird Stark wohl noch eine ganze Weile dem Fußball erhalten bleiben. Wenn die Beobachtungswerte stimmen, will er „vielleicht noch fünf Jahre“ auf Verbandsliga-Niveau weiterpfeifen. „Das ist eine Ehre, man muss diese Zeit genießen.“

(Erschienen: 13.03.2010 14:00)

- Anzeige -
Artikelfunktionen
drucken
Bewertungen
0.0
0,0 (0 Stimmen)
Das könnte Sie auch interessieren
- Anzeige -
- Anzeige -

Schwaben11.de

Die Rückrunde beginnt. Seid dabei: alle Spielergebnisse, aktuelle Bilder, Fouls und rote Karten. Auf Schwaben11.de findet ihr alles Wichtige zu eurer Lieblingsmannschaft. mehr

Towerstars

Hier geht´s zu unserem Special mit allen Artikeln, Fotos und Videos zu den Towerstars... mehr

radinsider

- Anzeige -