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Zurück nach Leutkirch

Die Aichstettener Firma Miller bereitet trotz der anstehenden Fachmesse den großen Umzug vor

Kilian (links) und Josef Miller planen bereits den Umzug nach Leutkirch.
Kilian (links) und Josef Miller planen bereits den Umzug nach Leutkirch.
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Leutkirch/Aichstetten sz Noch einmal Aichstetten. Vom 13. bis 16. Oktober lädt der Maschinen- und Werkzeughändler Miller zu seiner großen Fachmesse ein mit einem Einblick in das Sortiment großer Maschinen zur Holzbearbeitung bis hin zu Zubehörartikeln wie Schrauben. Doch die Tage in der Gemeinde sind gezählt. Die Firma Miller kehrt 2018 zurück nach Leutkirch, wo die Erfolgsgeschichte vor 40 Jahren mit einem kleinen Ladengeschäft in der ehemaligen „Sonne“ in der Memminger Straße begonnen hat.

Die Brüder Kilian und Josef Miller führen in zweiter Generation gemeinschaftlich das Unternehmen, das mit aktuell rund 40 Mitarbeitern laut Kilian Miller „zu den größeren Namen in unserer Branche“ zählt – mit seinem Rund-um-Paket von der Beratung, dem Verkauf, dem Service bis hinzur Logistik. Gerade der letzte Punkt hat in einem Markt, der sich durch das Online-Geschäft in einem rasanten Wandel befindet, an Bedeutung gewonnen. Auch die Firma Miller generiert mittlerweile etwa zehn Prozent des Umsatzes über diesen Zweig. Mehr als 500 Seiten stark ist der aktuelle Katalog der Firma, mehr als 20 000 Artikel finden sich in der Sortimentsliste, die vor Ort vorgehalten wird.

Groß geworden ist Miller durch eine bis heute, für Süddeutschland mit Gebietsschutz abgesicherte Regionalvertretung des Maschinenherstellers Felder, der im Schreinerhandwerk einen exzellenten Ruf besitzt. Insofern hat sich das Unternehmen lange Zeit auf den Großmaschinenhandel konzentriert, jedoch in den vergangenen zehn Jahren Zug um Zug auch andere namhafte Hersteller in sein Angebot mit aufgenommen und damit sein Sortiment ausgeweitet. „Bei uns kaufen neben Betrieben auch Privatkunden ein, die Wert auf höchste Qualität legen und die mit komplexeren Maschinen in der eigenen Kellerwerkstatt umgehen können“, sagt Kilian Miller. Daher stehe das Unternehmen auch nicht in direkter Konkurrenz zu Baumärkten. Vereinfacht ausgedrückt: Wer bei Miller kauft, wer dort Kunde ist, der möchte höherwertige Bohrer, Schleifer oder Sägen und lässt sich das auch mehr kosten.

Die Messe am Wochenende wird noch einmal in Aichstetten die Vielfalt der Firma auf rund 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren. Josef Miller spricht von „fachinteressiertem Publikum, das vom Privat- bis zum Industriekunden reicht“. Rund 2000 Besucher, das haben die vergangenen Jahre gezeigt, werden während der vier Tage erwartet, betreut und mit brandaktuellen Neuigkeiten aus dem Markt konfrontiert. „Beratung besitzt für uns zentrale Bedeutung“, sagt er. Immerhin geht die Anschaffung einer großen neuen Einrichtung für eine Schreinerwerkstatt schnell in den sechsstelligen Euro-Bereich – ein bisschen mehr als nur der Aufwand für einen Akkubohrer gehobener Qualität.

Doch die Zukunft wird wieder auf Leutkircher Gemarkung liegen. 1993 hat die Firma, damals mit Sitz in Adrazhofen, mangels ausreichender Flächen für eine Erweiterung die Große Kreisstadt verlassen. Aichstetten dagegen bot ausreichend Platz. Und es hätte nicht viel gefehlt, dort den nächsten Neubau zu bauen. Ein Grundstück besitzen die Millers noch, die Bauvoranfrage war bereits gestellt.

Auf Leutkirch als nächste Ausbaustufe gekommen ist die Firma durch ein passendes Gebäude, das durch die Insolvenz von Uniprint Knauer zum Verkauf stand. Seit 1. Juli besitzen die Millers nun das frühere Azur-Solar-Gebäude im westlichen Firmengürtel der Stadt, in dem aktuell die Allpack-Uniprint mit ihren serbischen Besitzern Folien für die Lebensmittelbranche produziert.

Dieses Unternehmen wird aber im kommenden Jahr einen Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft errichten – der aktuelle Standort ist zu groß. „Wir haben gute Lösungen gefunden“, meint Kilian Miller dazu, dass im Frühjahr 2018 ein Neben- und ein Miteinander der beiden Unternehmen umsetzbar sei. Miller wird demnach im Juni 2018 komplett wieder in Leutkirch vertreten sein. Allpack-Uniprint aber wird für die Produktion eine große Halle noch bis Jahresende zur Verfügung stehen, ehe die serbische Gruppe ihren Neubau fertiggestellt hat.

„Raumkonzepte werden derzeit noch entwickelt“, sagt Kilian Miller. Es steht aber schon fest, dass die zur Verfügung stehende Ausstellungsfläche in dem modernen Leutkircher Gebäude deutlich größer ausfallen wird als in Aichstetten.

Wie der serbische Nachbar sind auch die Millers bereits auf Mitarbeitersuche. Mittelfristig soll der Personalbestand auf dann 50 Stellen ausgeweitet werden.

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