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Zufriedenheit ist der Schlüssel zum Glück

Das Ehepaar ist seit 38 Jahren verheiratet und führt ein unkonventionelles Leben
Roswitha und Roland Kleiner fühlen sich in ihrem großen Obstgarten besonders wohl.
Roswitha und Roland Kleiner fühlen sich in ihrem großen Obstgarten besonders wohl.
Werner Knubben

Sigmaringen sz Das Laizer Ehepaar Roswitha und Roland Kleiner lebt nach dem Motto: „Seid auch zufrieden!“ Roland Kleiner (67) fühlt sich ganz und gar als Laizer „Aboriginal“ und zählt die wenigen Urlaizer Familien der Reihe nach auf. Roswitha, geb. Baur (67) stammt aus einer bekannten Fußballer-Familie aus Bingen und war in den 70iger Jahren mit ihren Schwestern zusammen in der damaligen Fußballmannschaft Bingens Bezirks- und württembergische Vizemeisterinnen.

Jeden Morgen walkt sie mit ihren Freundinnen die Fünf-Kilometer-Donaurunde und danach gibt es eine gemütliche Einkehr beim Bäcker an der Donaubrücke in Laiz. Seit 38 Jahren ist das Ehepaar verheiratet und die beiden erzählen gerne davon, was sie unterscheidet und was sie verbindet, worüber sie „diskutieren“ und worüber auch nicht.

Dass die beiden lebensfrohen Menschen allen Grund haben, zufrieden zu sein, wird schnell deutlich, wenn man sie in ihrem Hektargroßen Obstgarten sitzen und glücklich auf die Laizer Kirche und das Sigmaringer Schloss blicken sieht. Wenn die Apfelbäume wenig Früchte bringen wie in diesem Jahr, gibt’s weniger Arbeit doch einen guten Preis. Wenn die Ernte groß ist, bis zu zehn Tonnen sind es schon gewesen, müssen sich das Ehepaar und seine Helferinnen tausende Male bücken, doch der Erlös lohnt nicht die harte Arbeit. „Man muss zufrieden sein!“, das war das Lebensmotto ihrer beiden Eltern und das ist zu ihrem eigenen geworden.

Roland Kleiner macht gerne auch einen Spaß daraus: „ Ich habe meiner Frau schon zu Lebzeiten den großen Garten vermacht, da darf sie ganz alleine arbeiten. Sie macht die niederen Arbeiten, sie ist ja auch kleiner als ich.“ Aber auch er ist alles andere als faul. Der große Grund- und Immobilienbesitz kommt nicht nur aus dem bäuerlichen Erbe der Laizer Eltern. Die großen Äcker sind nicht verkauft, nur verpachtet. Roland Kleiner geht morgens, um 11 Uhr zu seinem Stammtisch, mal in den Hasen in Laiz, mal in den Alten Fritz in Sigmaringen und mittags hat er seinen Blaumann an und fühlt sich darin wohler als im „Kittele“, wie er den feinen Anzug nennt, den er als Versicherungsfachmann lange Jahre im Dienst getragen hat. Und wenn das Paar dann in seinem Garten ihre Tochter Vanessa mit den ihr anvertrauten Kindern vom Haus Nazareth tollen und baden sieht, dann ist es im Glück.

Hausmeister und Hausmann

Er ist der Hausmeister seiner vermieteten Wohnungen und zusammen machen sie die Hausverwaltung. Diese Arbeitsteilung galt schon in den 13 Jahren, in denen er der Kommandant der Laizer Feuerwehr war und sie die heimliche Schriftführerin. Sie war über 40 Jahre beim Vermessungsamt Sigmaringen und viele Jahre die Chefsekretärin. Er war im Büro zuhause, war für Kochen und die Kinderbetreuung zuständig und hat abends seine Kunden besucht.

Dass er schon immer einen Autotick gehabt hat – sogar einen großen – und diesen an den Sohn Michael und auch an die Töchter Elke und Vanessa weitervererbt hat, sieht man an den Oldtimern und zahlreichen Vespas, die hier und da gelagert sind. Roland Kleiner hat nach seiner Ausbildung im Landesbauamt zwölf Jahre bei der Bundeswehr in Sigmaringen, auf Sardinien und an der Ostsee gedient und danach noch eine Ausbildung als Automechaniker absolviert. Ein Allroundtalent, so wird deutlich, das mit Menschen und Maschinen geschickt umgehen kann.

Als Allrounder baute sich Kleiner seine eigene Alterssicherung auf. Das ist gut gelungen, sieht man, und das ist sicher ein großer Baustein seiner Zufriedenheit. Gefragt nach dem Rezept ihrer so offensichtlich gelungenen Ehe, antwortet Roswitha Kleiner ohne lange nachdenken zu müssen: „Manchmal muss ich ihn schon schimpfen und aufpassen muss ich auch ein wenig auf ihn!“ Er widerspricht nicht. „Wenn mich andere fragen, wie lange musst du noch?“ und damit mich fragen wollen, wie lange ich noch unsere Ehe aushalten müsse, dann antworte ich aus voller Überzeugung: „ Mir machet so no gar naus!“

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