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ZF-Betriebsrat will alle mitnehmen

Betriebsratschef Dietrich: Beim Konzernumbau aufs richtige Tempo achten

Neues Logo, alte Konfliktlinien.
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ZF

Friedrichshafen sz ZF-Betriebsratschef Achim Dietrich hat vor einem zu schnellen Umbau des Konzerns gewarnt. Man laufe sonst Gefahr, Arbeitsplätze zu verlieren, sagte er vor rund 3000 Mitarbeitern bei einer Betriebsversammlung am Montag in der Messe.

Grundsätzlich sei ZF bei den Themen Digitalisierung und autonomes Fahren gut aufgestellt, erklärte Dietrich nach der Versammlung auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“. Man müsse aber auf das richtige Tempo achten und alle Beschäftigten mitnehmen. Geschehe das nicht, setze man Jobs aufs Spiel und grenze bestimmte Mitarbeitergruppen aus.

„Tempo hoch, aber nötig“

ZF-Chef Stefan Sommer habe nach Auskunft des Betriebsrats bei der Versammlung betont, dass auch die Fahrzeuge der Zukunft nicht ohne mechanische Komponenten auskämen. Genau der Bereich sei eine der Stärken der ZF. Dietrich begrüßte eine Qualifizierungsoffensive, die Standortleiter Dirk Hanenberg erläuterte. Ein Unternehmenssprecher teilte auf Anfrage mit, dass man sich der hohen Anspannung im Konzern bewusst sei. „Das Tempo der Veränderung ist hoch, aber nötig“, sagte er mit Blick auf die anstehenden Umbrüche in der Automobilbranche.

Nach Auskunft Dietrichs hat ZF 130 Mitarbeiter eingestellt, vor allem für die Montage des Lkw-Getriebes Traxon. Das überrascht, weil wegen angekündigter Stückzahlverminderung des Kunden MAN mit weniger Personalbedarf gerechnet worden war. Die Stellen seien aber notwendig, um zusätzliche Aufträge abzuarbeiten. Weil der Beschluss von MAN aber feststeht, seien die Verträge alle auf drei Jahre befristet.

Ein Thema der Versammlung war auch die angekündigte Aufteilung des Betriebsrats nach der nächsten Wahl im kommenden Jahr. Laut Dietrich ist der Schritt nötig, weil die Interessen der vielen Bereiche nicht mehr unter einen Hut zu bringen seien. Künftig werde es ein Gremium für die Produktion der Nutzfahrzeuggetriebe und Sonderantriebstechnik sowie den Kundendienst (etwa 5000 Mitarbeiter), eines für die Konzernverwaltung, die zentrale Forschung und die Pkw-Entwickler (etwa 4000) geben.

„Kein Grund für Zurückhaltung“

Die Gewerkschaftsbevollmächtigte, Helene Sommer, von der IG Metall habe die Versammlung auf die anstehende Tarifrunde eingestimmt. Es gebe keinen Grund für Zurückhaltung, der Branche gehe es gut. Man werde mehr Gehalt fordern, aber auch die Möglichkeit, seine Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum absenken und später wieder voll einsteigen zu können.

Achim Dietrich kündigte an, dass die IG Metall ihre Liste für die kommende Betriebsratswahl über eine Urwahl, an der alle ZFler teilnehmen können, aufstellen will.

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