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Wangen im Allgäu
Lokales

Wohnungsnot für Bedürftige immer schlimmer

Stadt muss Mutter mit einem neugeborenen Baby unterbringen – Erneuter Aufruf an Vermieter
Die Stadt tritt für Bedürftige selbst als Mieter auf und sorgt für die Zahlungen.
Die Stadt tritt für Bedürftige selbst als Mieter auf und sorgt für die Zahlungen.
Armin Weigel

Wangen sz Die Wohnungsnot von Bedürftigen wird offenbar immer prekärer: Das Ordnungs- und Sozialamt steht laut städtischer Mitteilung gerade in diesen Tagen wieder vor der Herausforderung, für Menschen in Not ein Dach über dem Kopf finden zu müssen. Amtsleiter Kurt Kiedaisch bittet Vermieter, die Stadt als Mieter in Erwägung zu ziehen, wenn irgendwo eine günstige Wohnung frei ist.

„Wir müssen Menschen unterbringen, wenn sie obdachlos sind“, sagt er. Das kann im Grunde jeden treffen. Allein in den ersten Wochen des neuen Jahres wurden von den Gerichtsvollziehern beim Ordnungs- und Sozialamt mehrere Zwangsräumungen angekündigt. Auch wenn letztlich nicht in allen Fällen die Stadt für ein entsprechendes Obdach sorgen musste, so seien diese Notfälle für die Stadt doch stets eine besondere Herausforderung.

Verschiedene Gründe für drohende Obdachlosigkeit

Man könne jedoch sein Obdach auch anders verlieren. Kiedaisch erinnert in diesem Zusammenhang an das Lkw-Unglück vor einigen Jahren am Bahnhof Ratzenried. Das Fahrzeug war damals in das Gebäude gerammt und hatte es soweit in Mitleidenschaft gezogen, dass die Bewohner umgehend ausziehen mussten.

Und außerdem gebe es viele einkommensschwache Menschen in der Stadt, die sich auf dem derzeit hochpreisigen Immobilienmarkt keine Wohnung leisten können. So ergehe es einer alleinerziehenden Frau, die nun mit einem wenige Wochen alten Baby auf der Straße stehe. Auch in diesem Fall sieht sich die Stadt laut Kiedaisch zur Hilfeleistung veranlasst.

Stadt verspricht: verlässlicher Vertragspartner

Seit einiger Zeit tritt die Stadt für Menschen wie diese deshalb selbst als Mieter auf. Vorteil, laut Verwaltung: Für Vermieter sei die Stadt ein verlässlicher Vertragspartner, denn egal, wie lange jemand eine Wohnung nutze, die Miete komme regelmäßig und weiter ohne Unterbrechung – auch bei einem Mieterwechsel. „Die Stadt begleitet das Mietverhältnis zudem aktiv“, sagt Kurt Kiedaisch und ergänzt: „Wir schauen sehr darauf, dass wir an unsere Vermieter Personen vermitteln, die das Angebot auch wertschätzen.“

Wer Angebote machen kann, der wende sich bitte an das Liegenschaftsamt bei der Stadt Wangen, Ansprechpartner ist Sven Christberger. Email: sven.christberger@wangen.

Telefon: 0 75 22 / 74-154

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Was in Wangen im Wohnungsmarkt abgeht ist unglaublich! Völlig überzogene Mieten, es wird nur noch abgezockt wo es geht. Leerstehende Wohnungen wo das Auge hinblickt. Liebe Eigentümer der Wohnungen, Eigenetum berechtigt nicht nur, es verpflichtet auch! Aber jeden Sonntag heuchlerisch in die Kirche , gibt es eigentlich kein soziales Gewissen mehr?
Helft der jungen Frau und auch den anderen Wohnungssuchenden, vermietet aber zu vernünftigen Preisen! Die BI Wittwais sollte sich schämen mit der Einstellung zum geplanten Vorhaben in der Wittwais! Matthias Müller Wangen mehr

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