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Achstetten
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Wachstum fordert Achstetten heraus

Bei der Bürgerversammlung standen die Infrastruktur, vor allem aber der Schulhausumbau im Fokus

So sieht künftig das Achstetter Schulhaus aus. Die rot gestrichelte Linie kennzeichnet den Neu- beziehungsweise Erweiterungsbau.
So sieht künftig das Achstetter Schulhaus aus. Die rot gestrichelte Linie kennzeichnet den Neu- beziehungsweise Erweiterungsbau.
Grafiken: Schirmer und Partner

Achstetten sz Die Gemeinde Achstetten wächst stetig. Die Zahl der Einwohner ist binnen sechs Jahren von rund 4200 auf 4700 gestiegen – also um mehr als zehn Prozent. Was das für die Infrastruktur bedeutet, machte Bürgermeister Kai Feneberg am Mittwochabend bei einer allerdings nur mäßig besuchten Bürgerversammlung in der Georg-Seif-Halle klar. Dabei lag der Fokus der Veranstaltung auf dem anstehenden Umbau der Grundschule.

Im landesweiten Vergleich wachse Achstetten überdurchschnittlich, meinte Feneberg, und das sei von der Gemeindeverwaltung auch gezielt gesteuert gewesen. So habe man in den vergangenen zehn bis 14 Jahren insgesamt 331 Bauplätze (188 in Achstetten, 74 in Stetten, 41 in Bronnen und 28 in Oberholzheim) geschaffen. „Wir sind dabei, über neue Baugebiete zu verhandeln“, sagte der Bürgermeister. Dabei wolle man auch den Umstand nutzen, dass die Landesregierung wegen der allgemeinen Wohnungsnot zumindest vorübergehend wieder mehr Bebauung im Außenbereich ermöglichen wolle. Das sei aber mit einigen Hürden verbunden und daher „nicht ganz einfach“.

Besonders deutlich wird das Wachstum im Bereich der Kinderbetreuung. Sechs Einrichtungen (je zwei in Achstetten und Stetten, je eine in Bronnen und Oberholzheim) stehen mittlerweile zur Verfügung. Auf den 2016 abgeschlossenen Bau der Kita „Christoph Martin Wieland“ in Oberholzheim (Kosten: 1,6 Millionen Euro) folgt innerhalb der nächsten zwei Jahre der Neubau des Kindergartens in Stetten für 1,3 Millionen Euro. Von den aktuell 301 Plätzen sind 271 belegt. Insgesamt 27 Betreuungskräfte teilen sich die 20 Stellen.

Die Grundschule wird derzeit von rund 230 Kindern in elf Klassen besucht. Rektor Ferdinand Thanner dankte der Gemeinde dafür, dass man mit der Einstellung einer Schulsozialarbeiterin den gestiegenen sozialen Anforderungen Rechnung getragen habe. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Seit Januar 2016 nimmt Anna Kinateder diese vielfältige Aufgabe wahr. Sie sei Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen und Vermittlerin bei Problemen, erklärte sie den Besuchern der Bürgerversammlung.

Sonderbusse helfen aus

Thanner zeigte den Zuhörern nochmals die Vorteile auf, welche die beschlossene Auflösung der drei Außenstandorte und die Zentralisierung in Achstetten mit sich brächten. Einer davon ist die Organisation der Ganztagesschule, die immer mehr an Bedeutung gewinne. „Auch wir in Achstetten haben steigende Zahlen“, sagte er. Der Schulumbau habe, wenn auch von außen noch kaum sichtbar, bereits Fahrt aufgenommen. Während des Umbaus werden vier erste und zwei zweite Klassen in Achstetten, die beiden dritten Klassen in Stetten und die beiden vierten Klassen in Oberholzheim unterrichtet. Da Ganztages- und Nachmittagsbetreuung ausschließlich in Achstetten stattfinde, müsse man zu den Linienbussen auch Sonderbusse einsetzen. „Die Zusammenarbeit mit den beiden zuständigen Busunternehmen läuft hervorragend“, sagte Thanner.

Ab dem Schuljahr 2020/21 wird dann nur noch an am Standort Achstetten unterrichtet – wenn Erweiterung und Umbau des bestehenden Gebäudes nach Plan verlaufen. Diesen stellte Bernd Schirmer vom beauftragten Architekturbüro Schirmer und Partner aus Ertingen vor. Ende November dieses Jahres soll mit dem – bereits genehmigten – Abbruch des alten Pavillons begonnen werden. „Der Neubau steht kurz vor der Genehmigung“, berichtete Schirmer. Die Rohbauarbeiten sollen Anfang des Jahres 2018 begonnen und bis zum Sommer abgeschlossen werden. Danach starte man mit dem Innenausbau des neuen Erweiterungstraktes, den technischen Installationen und dem Umbau des alten Erdgeschosses. „Im Herbst 2019 kann dann der Umzug vom Altbau in die fertigen Räume des Neubaus erfolgen und die Sanierung des Altbaus beginnen“, erklärte der Architekt. „Und im Sommer 2020 wären wir dann fertig.“

Nebst Ganztagesbereich mit Mensa – die auch von Vereinen bei Veranstaltungen genutzt werden könne – stehen dann zehn Klassenzimmer sowie mehrere Fach- und Gruppenräume zur Verfügung. Von letzteren könnten zwei problemlos in Klassenzimmer verwandelt werden, falls die berechnete Zweieinhalbzügigkeit bei starken Jahrgängen mal nicht ausreichen sollte, meinte Schirmer.

Sprich: Fürs Wachstum sieht man sich in Achstetten auch im Schulbereich gewappnet.

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