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Ellwangen (Jagst)
Lokales

Von wegen alte Leier

Beim dritten Ellwanger Alamannen-Forum steht ein mittelalterliches Zupfinstrument im Mittelpunkt

Ellwangen db Museen sind dazu da, Geschichte spannend und lebendig zu vermitteln. Wie das gehen kann, wurde beim dritten Ellwanger Alamannen-Forum gezeigt. Besucher konnten tief eintauchen in alte Handwerkskünste. Und auch in mittelalterliche Musik: Zu den Höhepunkten zählte ein hochkarätig besetztes Leierkonzert.

Beim dritten Ellwanger Alamannen-Forum gaben unter anderem Drechlser und Bierbrauer interessante Einblicke in das Leben der Menschen im Mittelalter. Weshalb sogar eine Archäologie-Schul-AG aus Kirchheim/Teck extra zu der Veranstaltung anreiste.

Auch drei renommierte Leierbauer waren beim diesjährigen Alamannen-Forum dabei. Darunter Julian Cuvilliez aus der Bretagne, der gemeinsam mit seiner Familie nach Ellwangen gekommen war, um hier vor den Augen der Museumsbesucher eine Leier zu bauen. Wobei Cuvilliez darüber aufklärte, dass jede Leier unterschiedlich klingt und aussieht. Und auch über die lange Geschichte des Leierspiels erfuhr man vom Franzosen viel. Wie Cuvilliez ausführte, fungierten einst vor allem Lehrer und Journalisten als Barden, die ihre Zuhörer sowohl zum Weinen wie zum Tanzen brachten. Im Zuge der Christianisierung seien die Leierspieler dann aber verfolgt und regelrecht ausgemerzt worden. Höhepunkt von Cuvilliez’ Gastspiel im Alamannenmuseum war dann sein Vortrag auf einer elektrischen Leier – auch so etwas gibt es heutzutage. Wie ein Rockmusiker legte der Franzose los, löste im Publikum regelrechte Begeisterungsstürme aus und musste zahlreiche Zugaben geben.

Im Rahmen des Alamannen-Forums wurden natürlich auch Führungen durch das Haus angeboten. Auch hier spielte das mittelalterliche Zupfinstrument eine gewichtige Rolle. Jürgen Heinritz lotste dabei als als alamannischer Gefolgsmann die Gäste durch das Museum und imponierte dabei nicht nur mit Geschichten zur Geschichte, er untermalte seinen spannenden Vortrag auch noch musikalisch – auf einer Leier.

Stimmungsvolles Konzertin der Nikolauskapelle

Unumstrittener Höhepunkt des dritten Alamannenforums war schließlich ein stimmungsvolles Leierkonzert in der Nikolauskapelle, bei dem neben Julian Cuvilliez und Jürgen Heinritz, auch noch Georg Däges aus Ulm auftrat, der seit vielen Jahren im Alamannenmuseum Leierbau-Kurse anbietet. Däges spielte bei diesem Konzert auch einige selbst komponierte Stücke, was beim Publikum – das allen drei Musikern andächtig lauschte – bestens ankam. Ein durch und durch gelungenes Konzert, für das es am Ende tosenden Beifall gab.

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