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Von der Köchin zur Tagesmutter

Ehingerin hat ihren Traumberuf gefunden, der auch genug Zeit für die eigenen Kinder lässt
Ein Paradies auch für die eigenen Kinder: Heike Mittermeier mit ihrem Sohn Luca im Spielzimmer für Tageskinder.
Ein Paradies auch für die eigenen Kinder: Heike Mittermeier mit ihrem Sohn Luca im Spielzimmer für Tageskinder.
SZ- dtp

Ehingen sz Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für junge Eltern meist eine Herausforderung. So war das auch für Heike Mittermeier aus Ehingen-Dettingen, als sie vor vier Jahren ihr erstes Kind bekam. Damals war sie noch Köchin in der Luxus-Gastronomie in München, arbeitete zwölf Stunden am Tag und auch ihr Mann arbeitete lang. Schließlich entschied sich die 35-Jährige für die Familie und hing den Job an den Nagel. Doch mittlerweile hat sie eine neue Aufgabe gefunden: Sie arbeitet als Tagesmutter und hat dadurch genug Zeit für ihre eigenen wie auch für die Kinder anderer Eltern.

Im Wohnzimmer bei Mittermeiers stehen mehrere Fahrzeuge, ein Bagger für Kinder neben einem Traktor. Der nächste Raum ist wahrhaftig ein Spielzeug-Paradies: Puppenhaus, Parkgarage, Duplo, Barbies – es fehlt an nichts. Es ist ein extra Spielzimmer für die Tageskinder, die zu Heike Mittermeier kommen. Zurzeit betreut die zweifache Mutter drei Tageskinder, im Januar kommt ein viertes hinzu. Die Kinder kommen unterschiedlich lang und zu verschiedenen Tageszeiten. Mittermeiers Bezahlung setzt sich aus einem festen Betrag vom Landratsamt, aus einem Zuschuss der Stadt Ehingen und einem selbst festgelegten Betrag pro Stunde zusammen.

Zu dem Beruf der Tagesmutter kam sie, weil sie selbst ihre Tochter in München zu einer Tagesmutter gegeben hatte – vier bis sechs Stunden in der Woche. Die Tochter fünf Tage in der Woche in die Kita zu geben, sei für sie nicht infrage gekommen, sagt Mittermeier.

„Jetzt ist Mama für uns da“

Vor zwei Jahren, nach dem Umzug nach Dettingen, hat Mittermeier dann die Ausbildung zur Tagesmutter beim Landratsamt in Ulm begonnen und schließlich die Pflegeerlaubnis erhalten – und sie bereut es nicht: „Wie die Kinder sich freuen, im Schnee zu wühlen – das sind Momente, die einen selber erfreuen“, sagt sie. Die unterschiedlichen Fortschritte der Kleinen mitzubekommen, fasziniere sie. Und die eigenen Kinder würden sich auch über den Besuch der Tageskinder freuen. Klingle es an der Tür, wüssten sie: „Jetzt ist Mama für uns da“, erklärt Mittermeier. Denn dann kümmere sie sich nicht um den Haushalt und sie putze nicht. Stattdessen genießen die Kinder ihre volle Aufmerksamkeit.

Sie selbst genieße es auch, ihre Tochter vom Kindergarten abholen zu können, sagt Mittermeier. Kinder zu Hause betreuen oder schon mit einem Jahr in die Kita geben – das sei immer ein Thema, besonders im ländlichen Raum, ist sie sich sicher. Die Vorteile einer Tagesmutter im Vergleich mit einer Kita sieht die 35-Jährige zum einen in der Flexibilität: „Man kann einzelne Tage buchen“, erklärt sie. „Arbeiten die Eltern in Schicht, können die Kinder an unterschiedlichen Tagen zu verschiedenen Zeiten kommen.“ Zum anderen sei der Kontakt zwischen Eltern und Tagesmutter ein ganz anderer, erklärt Mittermeier. „Er ist viel persönlicher und die Eltern bekommen viel mehr vom Tagesablauf der Kinder mit.“ Als sie beispielsweise mit den Kindern einmal mit Fingerfarben die Tischdecke bemalt habe, hätten sie so einen Spaß gehabt, „da wollte ich die Eltern auch teilhaben lassen“. Also schickte sie ihnen ein Foto per WhatsApp. „Bilder sagen mehr als tausend Worte“, ist sie sich sicher, weshalb sie den Eltern öfters Fotos schickt. Den Kurznachrichtendienst nutze sie auch, wenn mal eine Frage aufkomme.

Die Arbeit als Tagesmutter will Mittermeier mindestens noch so lange machen, bis ihre Kinder mit der Schule fertig sind. Dann könne sie sich vielleicht sogar vorstellen, als Kinderfrau in andere Haushalte zu gehen. Die Arbeit als Köchin habe ihr schon Spaß gemacht, sagt sie. „aber sie ist mit Familie einfach nicht vereinbar“. Ein wenig Köchin ist die Ehingerin aber noch: Sie kocht für die Kinder und manchmal auch mit ihnen: Gnocchi etwa oder Lebkuchenhäuser.

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