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Vogelgeschnatter hält Laichinger Alb in Atem


Anwohner der Laichinger Alb wundern sich seit Dienstagabend über lautes Vogelgeschnatter. Ein SZ-Redakteur hat diesen Schnappschuss von den Tieren am Mittwochmorgen zwischen Heroldstatt und Laichingen gemacht.
Anwohner der Laichinger Alb wundern sich seit Dienstagabend über lautes Vogelgeschnatter. Ein SZ-Redakteur hat diesen Schnappschuss von den Tieren am Mittwochmorgen zwischen Heroldstatt und Laichingen gemacht.
Steidle

Laichingen sz Anwohner der Laichinger Alb wundern sich seit Dienstagabend über lautes Vogelgeschnatter. Zu vernehmen war das Geschnatter unter anderem in Laichingen, Westerheim, Heroldstatt, Suppingen und Machtolsheim. Bei den Vögeln handelt es sich um Kraniche. In den sozialen Netzwerken lösten die Tiere eine Welle der Verwunderung aus.

Am Dienstag um 20.50 Uhr schrieb erstmals ein Facebook-Nutzer in einer Laichinger Facebook-Gruppe, dass er das laute Geschnatter in der Laichinger Hirschstraße wahrgenommen habe. Darauf folgten mehrere Kommentare anderer Nutzer. Sie diskutierten unter anderem darüber, wo die Vögel schon überall waren und wohin sie womöglich ziehen könnten.

Nabu bestätigt: Es sind Kraniche

Es ging in der Facebook-Diskussion aber auch darum, ob es sich bei den Vögeln um Kraniche oder Wildgänse handelt. Weil es am Dienstagabend schon dunkel war, konnte wohl niemand die Vögel genau erkennen. Wie Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) der Laichinger Alb aber auf SZ-Nachfrage bestätigten, handelt es sich bei den Vögeln um Kraniche. Gänse machen keinen so lauten Lärm.

Späße über die Facebook-Diskussion

Manch einer erlaubte sich bei Facebook aber auch einen Spaß über die aufkommende, heitere Diskussion. So schrieb ein Nutzer zum Beispiel: „Wir dachten schon unsere Nachbarn haben Nachwuchs“ – und setzte einen lachenden Smiley dahinter. Ein anderer kommentierte mit den Worten: „Die sind auf der Durchreise in den Süden. Wünschte ich könnte mitfliegen. Nils Holgersson“. Eine weitere Nutzerin berichtete davon, dass vor wenigen Wochen ein ganzer Schwarm im Nachbarsgarten gewesen sein soll. Der Nachbar sei deshalb genervt und klatschend im Garten umher gerannt, um die Tiere zu verscheuchen.

Nutzer äußern auch Ängste

Doch bei all dem Spaß gibt es auch Nutzer, die vom Lärm der „tausend Vögel“ – wie eine Facebook-Nutzerin schrieb – erschrocken sind: „Voll gruselig... Kam mir wie in nem Hitchcock Film vor, als ich vom netto nach hause bin.“

Eine weitere Facebook-Nutzerin hat am Mittwochvormittag ein Video gepostet, auf dem die Kraniche zu sehen, aber vor allem auch zu hören sind. Ein Augenzeuge berichtet der „Schwäbischen Zeitung“, es seien zwischen 200 und 300 Vögel gewesen. Schwärme mit 1000 Vögeln sind bei Kranichen aber auch keine Seltenheit. Wie lange die Kraniche noch zu Gast auf der Laichinger Alb sind, ist unklar. In anderen Ländern ist die Freude groß, tauchen dort Kraniche auf. In China steht der Vogel für ein langes Leben und Weisheit. In Japan ist er ein Symbol des Glücks und der Langlebigkeit.

Baden-Württemberg lag bisher nicht auf der Route

Der Zug der Kraniche gehört zu den besonders beeindruckenden Naturschauspielen, ist für gewöhnlich aber im nördlichen Deutschland zu beobachten. Baden-Württemberg lag bis vor wenigen Jahren noch nicht auf der Reiseroute. Das scheint sich nun geändert zu haben. Denn mittlerweile sprechen Vogelexperten bereits von einer „Südroute“. 

Die Tiere sammelten sich bisher auf ihrem Weg von Skandinavien, aus dem Baltikum und Russland im Herbst an den großen Rastplätzen im Nordosten Deutschlands. Dort tanken sie Energie für die Weiterreise in ihre Winterquartiere.

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