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Viktor Belousov wartet auf seine Operation

Noch immer liegt der Biberacher, dem so viele mit Spenden geholfen haben, in Ulm auf der Intensivstation
Viktor Belousov
Viktor Belousov

Biberach sz Rund zwei Wochen sind vergangen, seit Viktor Belousov, der sich in Russland bei einer Rettungsaktion so schwer verletzt hatte, dass er vom Hals abwärts gelähmt ist, wieder zurück in Deutschland ist. Spenden von Bürgern in Höhe von mehr als 30 000 Euro ermöglichten den Rücktransport in einem Spezialjet (SZ berichtete). Nun wartet der 41-Jährige in der Ulmer Uniklinik auf eine notwendige Operation.

Per Anzeige haben sich Viktor und seine Familie am Samstag in der SZ bei den vielen Helfern und Unterstützern bedankt. „Er ist immer noch ganz gerührt über die Hilfsbereitschaft“, sagte Marianne Romer, eine Freundin der Familie, die die Rückholaktion mitorganisiert hat. Noch immer liege Viktor Belousov allerdings mit Fieber auf der Intensivstation in Ulm, sagt sie. Hervorgerufen wird dieses durch eine große Wunde an seinem Rücken, die eigentlich operiert werden müsste. „Das geht aber nicht, solange das Fieber nicht sinkt“, sagt Marianne Romer.

Keine Pflege in russischer Klinik

Tragisch an der Sache ist, dass die Wunde nicht von dem Unfall herrührt, als Viktor Belousov in Russland ein Kind aus einem See retten wollte, sondern von der anschließend nicht erfolgten Pflege in einem russischen Krankenhaus. „Er hat sich dort wund gelegen, weil er nicht regelmäßig gedreht wurde“, sagt Marianne Romer. Aufgrund seiner Lähmung kann er das nicht mehr selbst.

In Ulm versucht man nun alles, dass die Wunde langsam verheilt. Erst dann könne bis in etwa zwei bis drei Monaten auch eine Operation an der Wirbelsäule erfolgen, sagt Marianne Romer. Wie weit die Lähmung dadurch allerdings noch rückgängig gemacht werden könne, sei ungewiss. Derzeit erhalte er regelmäßig Krankengymnastik in der Hoffnung, dass seine Hände zumindest etwas reaktiviert werden können. Viktor Belousovs Arbeitskollegen der Firma Liebherr in Ochsenhausen haben derweil Kontakt zu ihm aufgenommen und wollen eine Spendenaktion für ihn weiterführen.

Seine Frau und die beiden Töchter besuchen ihn von Biberach aus regelmäßig und versuchen, wieder in den Alltag zurückzufinden. „Klar ist aber, dass der Vater zu Hause bei vielen Dingen fehlt“, sagt Marianne Romer. „Er hat ja vorher zu Hause viel gemacht. Seine Familie muss sich jetzt völlig neu organisieren.“

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