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Verwirrung um Postbank-Automaten

Vorstand meldet: in Laupheim unrentabel – aber Pressestelle stellt neuen Standort in Aussicht
Spätestens im ersten Quartal des neuen Jahres soll es in Laupheim wieder einen Geldausgabeautomaten der Postbank geben, schreibt die Pressestelle. Aus dem Vorstand hatte es geheißen, so ein Gerät sei in Laupheim nicht wirtschaftlich.
Spätestens im ersten Quartal des neuen Jahres soll es in Laupheim wieder einen Geldausgabeautomaten der Postbank geben, schreibt die Pressestelle. Aus dem Vorstand hatte es geheißen, so ein Gerät sei in Laupheim nicht wirtschaftlich.
Uwe Zucchi/DPA

Laupheim sz Gibt es in Laupheim bald wieder einen Automaten, an dem Postbank-Kunden gebührenfrei Geld abheben können? Von Seiten des Geldinstituts gibt es dazu jetzt widersprüchliche Aussagen. Während das Beschwerdemanagement des Vorstands einem SZ-Leser schriftlich mitgeteilt hat, dass ein Geldausgabeautomat in Laupheim nicht mehr wirtschaftlich sei, behauptet die Pressestelle das Gegenteil und stellt einen neuen Standort in Aussicht. Die Verhandlungen seien bereits sehr weit gediehen.

Seit August dieses Jahres haben die Postbank-Kunden in Laupheim keine Möglichkeit mehr, an einem Automaten gebührenfrei Geld abzuheben. Grund: Das einzige Geldausgabegerät und der Kontoauszugsdrucker im ehemaligen Postgebäude in der König-Wilhelm-Straße wurden abgebaut, weil sie – so die Pressestelle der Postbank – gegen modernere, auch für Menschen mit Behinderung problemlos zugängliche und bedienbare Geräte ausgetauscht werden müssten (die SZ berichtete). Über die mit baulichen Veränderungen verbundene Umsetzung dieser Maßnahme habe es unterschiedliche Vorstellungen zwischen der Deutschen Post, die als Hauptmieter in dem Gebäude einen Zustellstützpunkt eingerichtet hat, und der Postbank gegeben, hieß es damals. Und deshalb habe man sich entschlossen, einen neuen Standort zu suchen, zumal sich der Geldausgabeautomat in Laupheim bislang durchaus rentiert habe. Auf die Nachfrage der SZ, weshalb die Postbank mit dem Abbau der Automaten nicht gewartet hat, bis ein neuer Standort gefunden ist, hat die Pressestelle bis heute nicht reagiert.

Zu bunt wurde es nun wohl SZ-Leser Sebastian Mahrenholtz aus Laupheim. Da er von der Kundenbetreuung der Postbank auf mehrfache Beschwerden hin keine Antwort erhalten hat, wendete er sich direkt an den Vorstand des Geldinstituts. Und siehe da: Er erhielt Post vom „Beschwerdemanagement für den Vorstand“. Darin heißt es: „Uns liegt Kundennähe sehr am Herzen. Allerdings müssen wir abwägen, wo wir welche Geräte betreiben ... Leider war der Geldautomat in Laupheim nicht mehr wirtschaftlich für uns. Es tut mir Leid, dass Sie nun längere Wege haben, um Bargeld am Geldautomat zu erhalten. Vielleicht helfen Ihnen unsere Tipps weiter.“ So wird in dem Brief auf die Geldautomaten der Cash-Group verwiesen, an denen Postbankkunden gebührenfrei Bargeld abheben könnten. Zu dem Verbund zählen die Deutsche Bank, die Commerzbank, die HypoVereinsbank und die Berliner Bank. Ferner bekomme man auch an 1300 Shell-Tankstellen und in der Filiale der Deutschen Post AG Bargeld. In Laupheim gibt es aber weder eines der genannten Institute der Cash-Group noch eine Shell-Tankstelle. Und die Postfiliale im Feneberg-Markt in der König-Wilhelm-Straße ist natürlich nur zu den Öffnungszeiten zugänglich, „außerdem muss man dort fürs Geldabheben Gebühren zahlen“, sagt Mahrenholtz.

Also gucken die Laupheimer Postbank-Kunden auch künftig in die Röhre? Denkste, sagt die Pressestelle des Unternehmens. Von der Schwäbischen Zeitung mit dem Antwortbrief des Vorstands an Sebastian Mahrenholtz konfrontiert, schreibt Iris Laduch-Reichelt von der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: „Leider hat der Kunde, der uns angeschrieben hat, eine falsche Information aus unserem Haus erhalten ... Nach Rücksprache mit unserer Fachabteilung kann ich Ihnen mitteilen, dass wir einen potenziellen Partner für einen Geldautomaten-Standort gefunden haben.“ Die Gespräche seien schon sehr weit fortgeschritten und die Postbank sei optimistisch, „dass wir unseren Kunden bereits in wenigen Wochen, spätestens aber im Laufe des ersten Quartals wieder einen Geldautomaten für die Bargeldversorgung in Laupheim anbieten können“. Vor der Vertragsunterzeichnung wolle man sich aber nicht zum Partner oder potenziellen Standort äußern. Sobald die Partnerschaft in trockenen Tüchern sei, werde man dies mitteilen.

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