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Obermarchtal
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Veronica Kraneis und Gregor Simon imponieren durch präzises Zusammenspiel

International renommierte Flötistin musiziert im Obermarchtaler Münster
Gregor Simon und Veronica Kraneis sind das perfekte Duo für das Zusammenspiel von Querflöte und Orgel.
Gregor Simon und Veronica Kraneis sind das perfekte Duo für das Zusammenspiel von Querflöte und Orgel.
SZ- kurt efinger

Obermarchtal sz Gemeinsam mit der Flötistin Veronica Kraneis aus Kassel hat Organist Gregor Simon, der Kustos der Obermarchtaler Holzhey-Orgel, am Sonntag unter der Bezeichnung „Meditationen“ ein Münsterkonzert der Extraklasse gegeben. Bis auf eine Ausnahme spielte er dabei eine kleine Truhenorgel mit vier Registern.

Wer schon als Musikstudent von überragenden Dirigenten wie Sergiu Celibidache und Karl Richter verpflichtet wurde, muss wahrlich mehr als gut sein. Das trifft für Veronica Kraneis ohne Einschränkung zu. Für Gregor Simon gilt: Wer mit Veronica Kraneis zusammen musiziert, muss zu den echten Könnern seines Fachs gehören. „Gregor Simon ist ein wunderbarer Kollege“, beschreibt die Flötistin, die gelegentlich mit dem Orgelphänomen Matthias Eisenberg auftritt, mit der ihr eigenen Präzision den Mann, der in Obermarchtal an ihrer Seite eine Stunde lang den Orgelpart übernommen hat und dabei den Eindruck vermittelt, dass es wohl nicht das erste Mal war. War es auch nicht, wie man der Aussage der Ausnahmekünstlerin Veronica Kraneis und ihrem Internet-Eintrag entnehmen kann. Hier zählt sie Gregor Simon als ersten der mit ihr gemeinsam die Zuhörer in ihren Bann ziehenden Organisten auf.

Wer mit Veronica Kraneis musiziert, muss aber ein Instrument zur Verfügung haben, das in der Tonhöhe zu ihrer Flöte passt. Das trifft für die große Münsterorgel leider nicht zu, denn sie ist um eine viertel Note tiefer gestimmt. So weit kann sich die versierte Musikerin mit ihrer Konzertflöte aus Gründen der reinen Intonation nicht herablassen. Dafür tat die vor dem Altar aufgestellte Truhenorgel beste Dienste.

Musik aus sich selbst heraus zu zaubern, ist das Bestreben von Veronica Kraneis. Das Spiel in kleiner Besetzung zieht sie der Einbindung in ein Orchester vor. Ihre Freiheit des künstlerischen Ausdrucks geht einher mit einer unvorstellbar genauen Kontrolle der für die Tonbildung entscheidenden Schneidefrequenz. „Ein bisschen Fleiß gehört auch dazu“, ergänzt die Künstlerin ein diesbezügliches Kompliment. Von Händel bis Piazzolla reicht das stilistische Spektrum ihres Repertoires. Der Rhythmus schwingt mit, die große melodische Linie steht ihm Vordergrund.

Auf „seiner“ großen Orgel brachte Gregor Simon in einem Satz der der Partita über „Christ ist erstanden“ des kanadischen Komponisten Reinhard von Berg das „Vox Humana“-Register leise zum Klingen.

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