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Vermeintlicher Virus kursiert über Whatsapp

Polizei klärt auf: Das steckt wirklich hinter der Warnmeldung „Ute Lehr“
Angeblich soll zurzeit ein Whatsapp-Virus unterwegs sein. Alles Quatsch, klärt die Polizei auf.
Angeblich soll zurzeit ein Whatsapp-Virus unterwegs sein. Alles Quatsch, klärt die Polizei auf.
Daniel Reinhardt/dpa

Aalen sz Vor einigen Tagen ist sie wieder aufgetaucht, die Warnmeldung über einen Virus, der sich via Whatsapp verbreiten soll. Auch die Redaktion der Aalener Nachrichten/Ipf- und Jagst-Zeitung haben diese Nachrichten seit Anfang des Jahres mehrfach erreicht. Das Polizeipräsidium Aalen klärt nun auf: Es handelt sich hierbei um eine Falschmeldung, einen sogenannten Hoax, der schon seit Jahren kursiert.

Das ist die Meldung im Originalwortlaut: „Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt ,Ute Lehr’ nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über whatsapp) der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!!“

Entwarnung

Auf Anfrage stellt Rudolf Bihlmaier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen, klar: „Das ist eine Hoax-Meldung, die schon seit Jahren leicht abgewandelt kursiert und sich dem Namen nach immer wieder verändert.“ Tatsächlich hieß der angeblich gefährliche Kontakt in den vergangenen Jahren bereits Ute Christoff, Marcel Hohmann, Christian Wick und Domenik Beuting. Der Text bleibt im Grunde der gleiche, auch die Telefonnummer ist die selbe geblieben. Wer die Nummer anwählt, hört allerdings eine freundliche Frauenstimme, die dem Anrufer mitteilt, dass die Nummer nicht vergeben ist.

Zahlreiche Onlinemedien haben bereits über die neue Falschmeldung berichtet, darunter das Magazin Stern. Dieses gibt grundsätzlich Entwarnung: Es habe bisher noch keinen Virus gegeben, der sich auf Smartphones über die Kontaktliste verbreitet. Den Smartphone-Speicher könne ein Virus ohnehin nicht zerstören. Auch ein Handy per Anruf zu knacken, sei bisher nicht gelungen.

Vorsicht ist geboten

Bihlmaier ist Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken gewohnt. Zwar betreffe die aktuelle Meldung die Polizei nicht, weil sie nicht strafrechtlich relevant sei, so der Polizist. Doch aus Erfahrung weiß er: „Immer wieder kursieren Gerüchte, die wir verifizieren müssen.“ Dazu reiche manchmal sogar eine einfache Google-Recherche. Besonders beliebt seien Falschmeldungen über Kinder, die von Fremden angesprochen worden sein sollen. „Das ist der Klassiker.“

Bihlmaier rät dringend, diese und andere Warnmeldungen nicht ungeprüft weiterzuleiten: „Es ist immer Vorsicht geboten, wen man eine Nachricht bekommt, von der man nicht weiß, woher sie ursprünglich kommt“, sagt er. Denn so würden Gerüchte immer weitergereicht, so werde unnötig eine Hysterie losgetreten. Indem man solche Kettennachrichten nicht weiterleite, durchbreche man aber den Ring der Panikmache.

Im Zweifelsfall aber rät der Polizeisprecher: „Wenn man sich unsicher ist, sollte man recherchieren oder bei der Polizei nachfragen.“ Das gelte vor allem dann, wenn es sich um eine Sammelmeldung handle, die strafrechtlich relevant sei – auch, wenn sich die Meldung hinterher als Hoax herausstellt.

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