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Leutkirch im Allgäu
Lokales

Verkehrsleitsystem: Entscheidung vertagt

Stadträte diskutieren über ein mögliches Konzept – Prioritätenliste gefordert

Solche Schilder könnten künftig mit dynamischen Anzeigentafeln ergänzt werden.
Solche Schilder könnten künftig mit dynamischen Anzeigentafeln ergänzt werden.
Nill

Leutkirch sz Noch keine Entscheidung in puncto Verkehrs-, Park- und Fußgängerleitsystem: Die Leutkircher Stadträte haben am Montag über das im April vorgestellte Konzept diskutiert, eine Entscheidung wurde allerdings vertagt.

Das neue Leitsystem soll sämtliche Besucher mit einem klaren Konzept durch die Leutkircher Innenstadt führen. Zudem könnten freie Parkplätze leichter gefunden werden. Vorteile gibt es laut Stadtverwaltung auch beim Umwelt- und Lärmschutz, denn mit dem Konzept soll sich der „Parksuchverkehr“ deutlich minimieren. Die große Hoffnung der Beteiligten ist, dass dadurch die Kernstadt für Gäste attraktiver wird.

„Gewaltiger Handlungsbedarf“

Vor allem bei der Beschilderung in Leutkirch gebe es „gewaltigen Handlungsbedarf“. Das zeigte ein Experte schon im April anhand mehrerer Beispiele auf. Einige Wegweiser führten die Gäste derzeit „in die Irre“, bekräftigte auch Stadträtin Hedwig Seidel-Lerch (CDU). Darin, dass an diesen Stellen Handlungsbedarf besteht, waren sich die Mitglieder des Gremiums am Montag einig.

Unterschiedliche Auffassungen gab es derweil unter anderem zu den verschiedenen Varianten, mit denen ein Leitsystem installiert werden könnte. So stand beispielsweise eine Lösung zur Debatte, die den Parkplatz der Bahnhofsarkaden in das sogenannte teildynamische System einschließt. Nach diesem Konzept gibt es Sensoren an den drei Ein- und Ausfahrten sowie eine Anzeigentafel, die sämtliche freien Parkplätze ausweist. Kostenpunkt für den Ausbau an den Leutkircher Bahnhofsarkaden: 115 000 Euro.

Für ein gesamtes teildynamisches System in der Innenstadt (inklusive Bahnhofsarkaden) werden nach aktuellem Stand 595 000 Euro fällig. Große Posten sind etwa die Installierung von sechs dynamischen Wegweiserstandorten, das Fußgängerleitsystem und mögliche Schrankenanlagen für die Tiefgaragen „Salzstadel“ und „Löwenzentrum“.

Ein vorformulierter Beschlussantrag der Stadtverwaltung für die Gemeinderatssitzung sah vor, dass die Lokalpolitiker der Errichtung des Leitsystems zustimmen, damit die Planung und Umsetzung vorangetrieben werden kann. Daraus wurde nichts. Die Stadträte diskutierten vor allem darüber, ob und zu welchem Zeitpunkt ein Parkleitsystem generell in diesem Umfang Sinn macht.

„Wir sollten nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen“, erklärte etwa Gottfried Härle (Fraktionsvorsitzender Bürgerforum). Er plädierte dafür, dass im Gremium zunächst einmal geklärt wird, ob ein neues Parkhaus benötigt wird. Beim Leitsystem eine Entscheidung zu treffen, ohne andere mögliche Maßnahmen für die Belebung der Innenstadt im Blick zu haben, hält Härles Fraktion für nicht sinnvoll. Es fallen unter anderem die Begriffe „Prioritäten festlegen“.

Hedwig Seidel-Lerch ist hingegen der Ansicht, dass Punkte des Leitsystems nach einer zügigen Umsetzung „schreien“. Sie meinte: „Das sollte man in Angriff nehmen.“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Joachim Krimmer plädierte dafür, einen Teil des Parkleitsystems (ohne Einbindung Bahnhofsarkaden) zu beschließen. Darüber hinaus forderte auch er eine Prioritätenliste für die „Vielzahl an Aufgaben“, die in der Innenstadt anstehen.

Schreck über Höhe der Kosten

Erschrocken über die hohen Kosten ist die Fraktion „Die Unabhängigen“ um ihren Vorsitzenden Bernd Schosser. Trotzdem hält sie eine Umsetzung des Leitsystems für „nötig“. Denn an einer Steuerung fehle es im Moment. Ein Effekt der Einführung des Leitsystems könnte nach Aussage von Schosser sein, dass die Beteiligten merken, dass gar nicht so viele neue Parkplätze benötigt werden.

Kritisch gegenüber den Plänen äußerte sich Berthold König (Bürgerforum): „Von der Sinnhaftigkeit bin ich noch nicht ganz überzeugt.“ Über solche Aussagen, die das Leitsystem teilweise generell in Frage stellen, zeigte sich Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle hingegen verwundert. „Das verstehe ich nicht.“ Schließlich seien die Räte bei der Vorstellung des Systems im April von der Idee „angetan“ gewesen.

Einen anderen Ansatz brachte derweil Eugen Steinhauser (CDU) ins Spiel. Er outete sich als Fan eines Systems, in dem die Parkzeit via Handy festgehalten wird. Ob eine solche Variante denkbar ist, will die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen prüfen.

Die Folge der Diskussion am Montag: Der Beschluss wurde vertagt. Das Thema soll laut Oberbürgermeister Henle im November wieder auf der Tagesordnung landen.

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Ob Steinhauser ein Fan von Handyparkzeit ist interessiert nicht ! Wichrtig ist, dass es ein einfachres und klares System seibn muss, damit auch die älteren Bürger mithalten können - daran wird mehr oder weniger bei Entscheidungen nicht gedacht ! mehr

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