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Laupheim
Lokales

Vandalismus sorgt für Ärger rund um Schulen

Anwohner und Geschäftsleute ärgern sich über jugendliche Störenfriede – Stadt stellt nächste Woche neues Konzept vor

Eigentlich ist klar geregelt, wie lange man sich auf dem Schulhof der Wielandschule aufhalten darf. Dennoch gibt es dort häufig Ärger mit Vandalismus und Trinkgelagen.
Eigentlich ist klar geregelt, wie lange man sich auf dem Schulhof der Wielandschule aufhalten darf. Dennoch gibt es dort häufig Ärger mit Vandalismus und Trinkgelagen.
Thilo Bergmann

Laupheim sz Die Fälle von Vandalismus und Ruhestörungen rund um die Schulen in Laupheim nehmen zu. Anwohner, Schulleitung und Stadtverwaltung sind sich darüber einig – bald soll es Besserung geben.

Christian Striebel steht am Freitag vor der Glastür eines von ihm vermieteten Ladengeschäfts in der Aststraße. Jemand hat dort die Scheibe eingeschlagen, gestohlen wurde nichts. „Das war reiner Vandalismus“, sagt er. Auf 500 Euro schätzt die Polizei den Schaden, aber hinzu kommen Ärger und Arbeit für Striebel. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Scheibe an dem Dekoladen zu Bruch geht. Im April haben Unbekannte das große Schaufenster eingeworfen und in der gleichen Nacht wurden auch Autos beschädigt sowie ein Gullydeckel in das Schaufenster eines Geschäfts an der König-Wilhelm-Straße geworfen – dort wurde auch etwas gestohlen.

Jugendliche sollen für Unruhe verantwortlich sein

Die kaputte Glastür hat Christian Striebel zum Anlass für einen Brief genommen, den er der Stadt sowie den Nachbarn und Schulleitern in der Umgebung hat zukommen lassen. Darin fordert er die Verantwortlichen zum Handeln auf. „Ich will für das Thema sensibilisieren“, sagt er; dem müsse man etwas entgegensetzen. Die Ursache für den Vandalismus vermutet Striebel auch bei Jugendlichen, die auf dem Gelände der angrenzenden Schulen ihre Freizeit verbringen. „Die saßen früher auch schon da, aber so heftig wie jetzt war es noch nicht.“ Auch die Polizei schließt einen Zusammenhang nicht aus. Ein Anwohner berichtet von regelmäßigen Trinkgelagen auf dem Schulhof der Wielandschule. Danach sei der Platz häufig mit leeren Alkoholflaschen vermüllt, manche der Jugendlichen würden auch an das Schulgebäude urinieren, erzählt Christian Striebel.

Die Ruhestörung sei enorm, sagt der Anwohner. Die Polizei werde häufig gerufen und versuche dann für Ordnung zu sorgen, das funktioniere aber nicht immer. Die Jugendlichen seien oft schneller als die Polizei, erklärt der Anwohner. Noch kommt die Versicherung für die Schäden auf, berichtet Striebel. „Aber wer weiß, wie lange noch.“ Der Unternehmer und Stadtrat fordert, dass sich etwas ändert. „Das sind keine Dumme-Jungen-Streiche mehr“, sagt er.

Polizei kennt Probleme in Laupheim

Rund 50 Mal war die Polizei seit Jahresbeginn im Bereich der Laupheimer Schulen im Einsatz, erklärt Uwe Krause von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ulm. Sechs Mal aufgrund von Anzeigen wegen Sachbeschädigung. „In den meisten Fällen ging es um Lärmbelästigung, Vermüllung und Alkohol. In einzelnen Fällen auch um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz“, teilt Krause mit. Für die Polizei sind die Laup-heimer Probleme kein Einzelfall. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum liege im Trend, jede größerere Stadt habe solche „unorganisierten Treffpunkte“.

Johannes Welz ist geschäftsführender Schulleiter der Laupheimer Schulen. Er kennt das Problem auf den Schulhöfen. „Wir wollen, dass das aufhört. Das ist mehr als lästig“, sagt er. Außerhalb der Unterrichts- zeit habe die Schule keinen Einfluss darauf, was auf dem Gelände passiert, sagt Welz. Wenn man von Schülern wisse, die zu bestimmten Gruppen gehören, dann würde die Schulsozialarbeit oder die Jugendarbeit diese aber auch ansprechen.

Eine Überwachung per Kamera könne es aus Gründen des Datenschutzes nicht geben, ist sich Welz sicher. Ein Zaun bringe auch keine Lösung: „Jeder Zaun wird überklettert“. Bis vor einigen Jahren war das Gelände eingezäunt und dennoch vermüllt, erklärt er. Welz will nicht verallgemeinern: Nur ein geringer Teil der Jugendlichen sei auffällig. Er fordert auch ohne Kameras mehr Überwachung. „Ich bin davon überzeugt, dass wir die Überwachung ausbauen und klare Konsequenzen aufzeigen müssen.“

Stadtverwaltung stellt baldneues Konzept vor

Bei der Stadtverwaltung ist das Thema hochaktuell. Kommende Woche soll es in der Sitzung des Gemeinderats diskutiert werden. Dabei wollen die Verantwortlichen auch eine neue Nutzungsordnung für die Schulhöfe verabschieden lassen. Die soll es leichter machen, Platzverweise auszusprechen und Müllverschmutzung auf den Schulhöfen zu ahnden.

Das Polizeirevier und die Stadt gehen aber auch bereits seit einem Jahr mit der sogenannten Konzeption „Campus“ gegen die Störungen vor, sagt Uwe Krause. Es geht dabei konkret auch um stärkere Überwachungsmaßnahmen, zum Beispiel durch Fußstreifen und Jugendschutzkontrollen.

„Manchmal lassen die Kollegen die Jugendlichen auch ihren Müll aufräumen“, sagt Krause. Außer dem Ratsbeschluss kommende Woche soll es auch ein Spitzengespräch zwischen dem Polizeipräsidenten, der Stadtverwaltung, den Schulen und der offenen Jugendarbeit geben.

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Ergänzend noch zu 1: Man muss sich ja nur mal die vor wenigen Monaten im Schlosspark neu aufgestellten Sitzmöglichkeiten anschauen - von geistigen Tieffliegern größtenteils "künstlerisch" verunstaltet und ab und an komplett zugerotzt. Was glaubt man eigentlich, war sich da um welche "Nutzungsordnungen" schert?! Da könnte man es auch gleich mit Appellen versuchen... Man kann nur den Kopf schütteln!! mehr

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Zitat: "...auch eine neue Nutzungsordnung für die Schulhöfe verabschieden lassen...". Was soll das denn, bitteschön?! Diejenigen, die diese Zustände verursachen, dürfte es wohl herzlich wenig interessieren, was für eine "Nutzungsordnung" gerade aktuell ist! Und wenn die Trink- und sonstigen Gelage nicht auf dem Schulhof stattfinden, dann eben woanders - Schlosspark, Ringelhauser Park, Supermarktparkplätze, Schloss, an der Rottum... Nur nach dem Motto "Aus den Augen - aus dem Sinn" zu verfahren ist der falsche Weg! Starke Präsenz, auch nachts und an den Wochenenden und Feiertagen verbunden mit HARTEN Strafen hätten eine andere Wirkung! Es ist anscheinend ein Zeichen unserer Zeit, dass die Belästigung und Gefährdung ( Gelage, Müll, Lärm - auch von Kfz und nächtlichem Feuerwerk, Beschädigungen, Geschwindigkeitsüberschreitungen etc. ) der Bürger hingenommen werden muss, da politisch Verantwortliche ( Gemeinden, Kreise, Land, Bund ) lieber diskutieren und Studien in Auftrag geben, als Recht und Ordnung ( ja ich weiß: hört nicht jeder gerne! Aber warum eigentlich nicht?! ) durchzusetzen. So what...?! mehr

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