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Die Firma Jako saniert den Eberhardzeller Gasthof Post zum Festpreis
Der Rat hat ein Sanierungs- und Nutzungskonzept für den Gasthof Post in der Eberhardzeller Ortsmitte abgesegnet.
Der Rat hat ein Sanierungs- und Nutzungskonzept für den Gasthof Post in der Eberhardzeller Ortsmitte abgesegnet.
Josef Aßfalg

Eberhardzell sz Der Gasthof „Post“ in Eberhardzell wird grundlegend saniert und umgebaut. Die fixen Gesamtkosten für die Sanierung des Gebäudes belaufen sich auf 1,642 Millionen Euro. Abzüglich der Fördermittel für das denkmalgeschützte Gebäude beträgt der Gemeindeanteil 768 747 Euro.

Die Firma Jako Baudenkmalspflege in Emishalden war für die Erstellung eines Planungs- und Nutzungskonzepts beauftragt worden. Bernd Jäger von der Firma Jako stellte dem Gemeinderat die Konzepte vor. Das Erdgeschoss (EG) und das Untergeschoss (UG) verbleiben im Eigentum der Gemeinde und werden zur gewerblichen Nutzung angeboten. Im Ober- (OG) und Dachgeschoss (DG) sind sechs Wohnungen geplant. Diese beiden Stockwerke werden an Jako verkauft. Das Untergeschoss beinhaltet Lager- und Kellerräume und einen Technikraum.

Jedes Stockwerk hat rund 250 Quadratmeter Fläche. Das gewerblich genutzte EG kann multifunktional als Mix aus Gastronomie (Bistro), Handel mit regionalen Produkten, Dienstleistungen (Friseur) und einer kommunalen Einrichtung genutzt werden. Dabei ist es möglich, dass es nur einen Nutzer gibt oder dass sich mehrere Nutzer das EG teilen. Hier seien auch die Bürger und Gewerbetreibende gefragt, um für die Bürgerschaft fehlende und sinnvolle Angebote zu entwickeln, schreibt die Verwaltung.

Grundgedanke sei ein Konzept, das der Gemeindetag Baden-Württemberg in seiner Fachzeitschrift unter dem Titel „Markt der Sinne – Das Dorfgasthaus der Zukunft für eine attraktive Dorfmitte“ vorgestellt hat, führte Bürgermeister Guntram Grabherr aus. Aus Gemeindesicht könne eine kleingastronomische Nutzung dabei sein, müsse aber nicht. Die Kosten für das UG und EG belaufen sich laut Kostenberechnung auf 1,242 Millionen Euro. Hierzu gibt es eine Förderung aus dem Denkmalschutzprogramm (DSP) in Höhe von 633 594 Euro. Vorbehaltlich der Förderung aus dem DSP mit 240 000 Euro gewährt die Gemeinde für die Sanierung des OG und DG an Jako einen Zuschuss von 400000 Euro. Die fixen Gesamtkosten für die Sanierung des Gebäudes belaufen sich für die Gemeinde auf 1,642 Millionen Euro. Abzüglich der Fördermittel verbleiben für die Gemeinde 768 747 Euro. Hinzu kämen noch die Kosten für die Außenanlagen, eventuell unter Einbindung des Narrenbrunnens, mit geschätzten 244 000 Euro, rechnete Grabherr vor. Für die Außenanlagen sind DSP-Mittel über 86 000 zu erwarten.

Nächstes Jahr soll’s losgehen

Mit der Sanierung könne im Frühjahr 2018 begonnen werden, blickte Bernd Jäger voraus und im Herbst 2019 könnte die Post saniert sein. Das historische Ambiente von außen komme auch innen zur Geltung. Die Kosten seien fix, sie werden nicht mehr, aber auch nicht weniger, erklärte Jäger das Jako-Angebot. Die Räte votierten für die die vorgestellten Konzepte und für die Sanierung des Gesamtgebäudes durch die Firma Jako. Die Verwaltung wurde beauftragt, die entsprechenden Verträge vorzubereiten.

Das denkmalgeschützte Gebäude sei etwa 250 Jahre alt, schätzte Bernd Jäger, und habe in seiner Geschichte schon viele Besitzer gehabt und „viel erlebt“. „Es ist ein besonderes Gebäude“ und stehe an prägender Stelle. „Was alt ist, muss nicht unbedingt wertlos sein“, befand Jäger. „Wenn Sie heute ein Haus mit hochqualitativem Standard bauen, steht es dann in 250 Jahren noch?“ fragte er.

Die Verwendung des Postareals ziehe sich schon lange hin, resümierte Grabherr. So sei das Areal 2011 mit dem Gasthof Post von der Gemeinde gekauft worden. 2013 wurde es als Sanierungsgebiet festgelegt und eine Sanierungssatzung aufgestellt. Bei einem strukturierten Bieterwettbewerb im gleichen Jahr fanden sich keine Investoren. Spätere Interessenten seien immer wieder abgesprungen.

Für ihn sei es wichtig, „dass wir einen Festpreis haben, um das finanzielle Risiko abzusichern“, sagte Gemeinderat Manfred Lämmle. Bei Sanierungen historischer und denkmalgeschützter Gebäude liefen oftmals die Kosten aus dem Ruder.

Am Donnerstag, 28. September, findet um 20 Uhr in der Umlachtalhalle Eberhardzell eine Einwohnerversammlung statt. Die Firma Jako und die Gemeinde stellen beide Nutzungsbereiche der Post detailliert vor. Bürger können Fragen stellen und Anregungen geben.

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